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05.02.2014

19:49 Uhr

Krümmer Fine Art e. K.

Raus aus der Finanzindustrie, rein in den Kunsthandel

VonFrank Kurzhals

Die Neugründung eines Kunsthandels ist auf dem hart umkämpften Markt für Moderne etwas Besonderes. Die ehemalige Finanzwirtin Renate Krümmer hat es in Hamburg gewagt und ein Geschäft eröffnet.

Oskar Nerlinger verwendete für seine Hafenzeichnung 1930 Spritztechnik, Temperafarben, Tintenkuli und Bleistift. Foto: Christian Lohfink (Ausschnitt) Krümmer Fine Art, Hamburg

Oskar Nerlinger verwendete für seine Hafenzeichnung 1930 Spritztechnik, Temperafarben, Tintenkuli und Bleistift. Foto: Christian Lohfink (Ausschnitt)

HamburgDer Markt für klassische Moderne ist hart umkämpft und es wird für Händler immer schwieriger, marktfrische Ware unabhängig von Auktionen anzubieten. Dennoch gibt es immer wieder Neueröffnungen wie jetzt in Hamburg der Kunsthandel von Renate Krümmer. In der Branche ist Krümmer indes keine Unbekannte. Seit 2010 findet man sie als Privathändlerin auf den einschlägigen Kunst- und Antiquitätenmessen in Köln, München und Karlsruhe. Jetzt ändert sie ihren temporären Händlerstatus zugunsten einer permanenten Präsenz. Im feinen Hamburger Stadtteil Eppendorf eröffnete sie Ende Januar im zweiten Stock eines Stadthauses ihren eigenen Kunsthandel, die „Krümmer Fine Art e. K.“. auf der Heilwigstraße.

Die Messe-Phase war für Krümmer wie eine Art Inkubationszeit. Sie wollte testen, wie der Kunstmarkt im Detail funktioniert. „Due Dilligence“, Risikoprüfung, nennt sie diesen Prozess noch immer und verrät dabei viel über ihre Art zu denken und ihren bisherigen beruflichen Hintergrund. Die promovierte Volkswirtin und Kunstsammlerin war bis 2008 steil auf der Karriereleiter nach oben unterwegs. Dann kam die alles durchschüttelnde Bankenkrise, die auch Renate Krümmer zum Nachdenken und Handeln zwang.

Blick in die neuen Räume der Hamburger Kunsthändlerin Renate Krümmer. Foto: Christian Lohfink Krümmer Fine Art, Hamburg

Blick in die neuen Räume der Hamburger Kunsthändlerin Renate Krümmer. Foto: Christian Lohfink

Ewige Frage nach dem Wert

„Meine Passion ist nun mein Beruf“ kommentiert sie ihren Wechsel von der Finanzindustrie zum Kunsthandel. Ihr Netzwerk aus ihrem ‚ersten’ Leben als Managerin sichert ihr nun einen Marktzugang zu hochkarätiger, noch in diskreten Sammlungen verborgener Ware. Auf die Frage, ob ihre ehemaligen Kollegen, ob Banker und Finanzinvestoren anders an Kunstkäufe herangehen, sagt sie spontan, dass „die Werthaltigkeit in diesen Gesprächen immer wieder ein sehr wichtiges Thema ist.“ Die klassische Frage lautet meist: „Woher weiß ich denn, dass das Bild im Preis richtig bewertet ist?“

In ihrer Antwort geht es dann lehrreich um Werkverzeichnisse, Ausstellungslisten und künstlerische Lebensläufe. Aber all diese Argumente sind schon fast nicht mehr nötig, wenn man sich mit Renate Krümmer längere Zeit über ein Bild unterhält und an ihrer Begeisterung und ihrem tiefen, Wert schaffenden Detailwissen teilhaben kann. Oft hat man sogar das Gefühl, dass sie ein Bild eigentlich gar nicht verkaufen möchte, so hängt sie selber daran.

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