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03.02.2011

18:14 Uhr

Künker

Historischer China-Dollar macht Preiskarriere

VonStefan Kobel

Ein seltener chinesischer Dollar war der Star der World Money Fair. Die Taxe lag mangels Vergleichspreise auf einem attraktiv niedrigen Niveau. Ein Chinese ging aus der Bietgefecht als Sieger hervor.

Aus dem einen China-Dollar von 1911 wurden 460.000 Euro. Foto: Künker, Osnabrück Künker, Osnabrück

Aus dem einen China-Dollar von 1911 wurden 460.000 Euro. Foto: Künker, Osnabrück

BERLIN. Der chinesische Dollar ist eine sehr harte Währung, zumindest einer aus dem Jahr 1911. Das Osnabrücker Auktionshaus Künker hat auf der World Money Fair in Berlin am 27. Januar eine Probeprägung aus dem letzten Regierungsjahr des letzten chinesischen Kaisers für 460.000 Euro ohne Aufgeld (530.000 Euro brutto) versteigert. Damit wurde der bisherige deutsche Auktionsrekord für eine Münze übertroffen, den Künker ein Jahr zuvor mit 410.000 Euro netto für einen Probe-Rubel der Zarin Anna von 1730 selbst aufgestellt hatte.

Der China-Dollar aus einer deutschen Sammlung ist ein bisher unbekanntes Exemplar dieser Prägung, von der sich eines in Museums- und ein weiteres in Privatbesitz befindet. Die Taxe war wegen fehlender Vergleichspreise mit 10.000 Euro daher zunächst niedrig angesetzt. Erst im Laufe der Vorbesichtigung machte das gesteigerte Interesse aus China deutlich, dass mit einer kräftigen Steigerung zu rechnen sei.

Den Schätzpreis um 65 Prozent übertroffen

Zehn Bieter, davon sechs am Telefon, stritten dann um die Münze, die an einen Chinesen im Saal ging, der wahrscheinlich im Auftrag handelte. Insgesamt wurden mit 1.200 Losen 7,4 Mio. Euro ohne Aufgeld erlöst. Die Schätzpreissumme wurde um 65 Prozent übertroffen.

Eine weitere Überraschung war der Zuschlag in Höhe von 100.000 Euro netto für einen Goldabschlag zu 5 Dukaten mit Titel Augusts II. 1762 aus dem Königreich Polen. Er sollte ursprünglich nur 6.000 Euro kosten. Ein halber Portugalöser zu 5 Dukaten von 1622, ebenfalls aus Polen, kam auf 110.000 Euro (Taxe 40.000). Ein brandenburgisch-preußischer Taler, 1521 unter Joachim I. geprägt, erlöste 97.500 Euro (Taxe 75.000).

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