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16.09.2011

11:41 Uhr

Kulturförderpreis

Anstifter für europäische Dialoge

VonChristiane Fricke

Seit sieben Jahren vergibt die Alpha 2000 GmbH den „Kunstpreis Europas Zukunft“. Das Engagement des kleinen IT-Dienstleisters zeugt von Durchhaltevermögen und politischem Gestaltungswillen.

Christodoulos Panayiotou: "Wonder Land", 80-teilige Dia-Projektion, Zypern 2007 (Ausschnitt) alpha 2000/Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig

Christodoulos Panayiotou: "Wonder Land", 80-teilige Dia-Projektion, Zypern 2007 (Ausschnitt)

Was Christodoulos Panayiotou in den Archiven der griechisch-zypriotischen Stadt Limassol entdeckte, erstaunte selbst ihn, den gebürtigen Zyprioten. Für den heimischen Karneval hatte er sich der heute in Berlin lebende Künstler, Jahrgang 1978,nie interessiert. Jetzt lag farbiges Bildmaterial von Paraden aus drei Jahrzehnten vor ihm, und das zeigte ihm, wonach seine Landsleute immer größere Sehnsucht entwickelten. Ein seltsames, fast absurdes Schauspiel bieten die Nachfahren der großen Hellenen, wenn sie zu Tausenden als Micky Mouse und Donald Duck verkleidet auf die Straße gehen. Zu sehen auf der Diaprojektion „Wonder-Land“ (2008).

Den Zyprioten in die Seele geblickt

In diesem Frühjahr nahm Christodoulos Panayiotou von dem Leipziger IT-Unternehmen Alpha 2000 den „Kunstpreis Europas Zukunft“ entgegen. 5000 Euro und eine Einzelausstellung in der renommierten Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig erhielt der Künstler für seine psychologisch einfühlsamen Foto- und Video-Arbeiten. Sie verraten nicht nur die am westlichen Lebensstil orientierte Haltung seiner am südwestlichen Rand Europas lebenden Landsleute. Sie rücken auch eine hierzulande so gut wie  unbekannte Kunstszene in den Blick.

Sieben Mal hat die Alpha 2000 GmbH den „Kunstpreis Europas Zukunft“ bereits vergeben und sich damit als Anstifter für den Austausch europäischer Kulturen bewährt. Das war aber nur einer der Gründe, warum das Unternehmen nun mit dem Deutschen Kulturförderpreis in der Kategorie der kleinen Unternehmen ausgezeichnet wurde. Was die Jury besonders beeindruckte, war die kontinuierliche Weiterentwicklung des Preises. „Am Anfang kostete die Party mehr als das Preisgeld“, erinnert sich Barbara Steiner, Direktorin der Galerie für zeitgenössische Kunst. „Und jetzt haben wir überhaupt keine Party mehr. Es gibt nicht nur das Preisgeld, sondern auch eine Ausstellung in unserem Haus, die Alpha finanziert.“

Rund 35 feste Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, das mit maßgeschneiderten IT-Lösungen und einem langfristigen Kunden-Betreuungsservice für seine Kunden sechs Millionen Euro Umsatz macht.

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