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16.09.2011

11:39 Uhr

Kulturförderpreisträger ACO

„Unser Antrieb ist die Freude“

VonJohannes Wendland

Die Firma ACO Severin Ahlmann unterhält mit dem „Kunstwerk Carlshütte“ eine der reizvollsten Kultureinrichtungen Schleswig-Holsteins. Dafür erhält ACO den Kulturförderpreis in der Kategorie der mittleren Unternehmen.

Guido Messers Skulptur "Die Claque" war auf der NordArt 2011 ausgestellt. VG Bild-Kunst / Jörg Wohlfromm

Guido Messers Skulptur "Die Claque" war auf der NordArt 2011 ausgestellt.

BüdelsdorfHans-Julius Ahlmann klopft auf den auffälligen Tisch im Konferenzraum der ACO-Zentrale. Wir befinden uns in einem Industriebau aus der Gründungszeit des ehemaligen Stahlwerks Carlshütte , mitten auf dem Land zwischen Rendsburg und Büdelsdorf. Die Platte des Stahltischs ist ein Gemälde aus dicken Farbklecksen. Darüber liegt eine Glasplatte. Vor 20 Jahren kaufte der Unternehmer drei dieser Tische dem Maler Wolfgang Gramm ab. So begann zwischen dem Unternehmer und dem Künstler eine lange Freundschaft und Zusammenarbeit.

Schau der Superlative

Einer der schönsten Kunst-Areale Schleswig-Holsteins und eine Schau der Superlative hat sich aus der Kooperation zwischen Maler und Unternehmer entwickelt: die NordArt, die in diesem Jahr zum 14. Mal stattfindet – mitten auf dem platten Land zwischen Rendsburg und Büdelsdorf. Für das ländliche Publikum ist die Ausstellung eine Attraktion und das jeden Sommer fünf Monate lang. Über 25 000 zahlende Besucher kommen jährlich, um sich in den ehemaligen Fabrikhallen der Carlshütte und dem weitläufigen Parkgelände die größte Übersichtsausstellung zeitgenössischer Kunst in Nordeuropa anzusehen.

Hunderte von Künstler aus aller Welt beteiligen sich. In diesem Jahr erwarten die Besucher 1400 Werke von rund 250 Künstlern aus 55 Ländern, darunter so bildgewaltige Skulpturen wie die auf goldenen Kitschsockeln stehenden Holzplastiken des Berliner Bildhauers Hans Scheib. Vier apokalyptische Reiter rasen über das Elend und die Not der modernen Welt hinweg. Einer von ihnen fliegt mit seinem sehnigen Pferd über eine Großstadtszenerie, aus der ein Hochhaus herausragt, das von einem Flugzeug durchbohrt wurde, ein anderer triumphiert in einer grotesken Ritterrüstung über Bergen von Tierleichen. Daneben hängen drei ruhige Bilder, die zunächst völlig abstrakt wirken. Die Farben sind reduziert - rot in verschiedenen Tönen, dazu Grau- und Weiß-Töne. Erst auf den zweiten Blick ist das Motiv zu erkennen: Pferde, die im Wasser stehen und deren Bewegungen die Wasseroberfläche kräuseln. Die massigen Körper der Tiere verschmelzen zu einem großen Klumpen. Und dann eine Überraschung:  Der Maler dieser Werke heißt Mattar Bin Lahej und stammt aus Dubai. Warum wählt ein Maler aus einem Golfemirat ein solches Motiv?

1128 Künstler bewarben sich

Kontrastreich sind die Arbeiten des arabischen und deutschen Künstlers aufeinander bezogen, eine ebenso zufällige wie inszenierte Begegnung über Kulturen und Kontinente hinweg. Angenehm strömt das Tageslicht durch die großen Glasflächen des Hallendaches auf jene Werke, die den Augen der Jury stand hielten. Die hat immer mehr zu bewältigen, weil sich nicht zuletzt dank eines wachsenden Künstlernetzwerkes immer mehr Interessenten bewerben. In diesem Jahr wollten nicht weniger als 1128 Künstler aus 72 Ländern an der NordArt teilnehmen.

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