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08.05.2012

10:47 Uhr

Kunst auf Papier

Die Jagd nach dem Glück

VonSusanne Schreiber

„Paradiesische Zustände“ heißt eine außergewöhnliche Ausstellung in Düsseldorf. Die Kunsthändlerin Jutta Kleinknecht inszeniert einen so vergnüglichen wie nachdenklichen Dialog von Alter und zeitgenössischer Kunst.

Rembrandt, Die Hütten am Kanal, Radierung, um 1645 (Ausschnitt) Kunsthandel Kleinknecht

Rembrandt, Die Hütten am Kanal, Radierung, um 1645 (Ausschnitt)

DüsseldorfEin schattiger Garten in drückender Hitze, Wolken am Himmel, denen wir nachsinnen dürfen, in Liebe zu entbrennen oder die Architektursprache einer gotischen Schlosskapelle als Abbild des himmlischen Jerusalem auf Erden zu entschlüsseln – das sind alles „Paradiesische Zustände“- im Leben wie in der Kunst. Die Kunsthändlerin Jutta Kleinknecht hat 70 Arbeiten, überwiegend auf Papier, aus fünf Jahrhunderten unter diesem Motto zusammengestellt.

Im Zentrum stehen „Adam und Eva im Paradies“ nach Jan Brueghel inmitten all der friedlichen Tiere, in einem feinen Kupferstich von James Heath und Samuel Middiman (5.800 Euro). Das Besondere – der Abzug ist in winzigen Partien unvollendet und vor der Beschriftung zur Probe gedruckt. Dieses Unikat von 1799 macht die Arbeitsteiligkeit und den künstlerischen Prozess der Kupferstecher sichtbar. Zugleich führt der Begriff des (vorzüglichen) Druck- und Erhaltungszustands eine zweite Bedeutungsebene ein in dieser instruktiven Schau.

Sie leistet sehr viel mehr als eine der derzeit grassierenden Themenausstellungen, in denen sich Motive bloß aneinanderreihen. Bei Kleinknechts Paradies-Schau entspinnt sich in der besonderen Atmosphäre eines Hinterhofateliers in Düsseldorf-Flingern ein Dialog zwischen den Werken, den Zeiten und den Räumen über nichts geringeres die conditio humana.

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