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04.01.2012

09:42 Uhr

Kunst-Highlights

2012 feiert ganz Berlin den „alten Fritz“

VonChristiane Fricke

Der 300. Geburtstag von Friedrich II beschäftigt auch Ausstellungen und Museen: Wie wurde er „der Große“? Wie zur Marke? Doch 2012 ist mit weiteren Kunst-Highlights gespickt. Eine Auswahl.

Das Neue Palais wurde unmittelbar nach dem siebenjährigen Krieg (1756-1763) von Friedrich dem Großen errichtet. dpa

Das Neue Palais wurde unmittelbar nach dem siebenjährigen Krieg (1756-1763) von Friedrich dem Großen errichtet.

Hätte das Spiel für Friedrich den Großen auch anders ausgehen können? Der Einmarsch in das zu Österreich gehörende Schlesien etwa, den er zwei Wochen nach seiner Thronbesteigung befahl? Jung und unerfahren in der Kriegsführung war der Preußenkönig damals. Aber er dachte strategisch: Wenn sich Sachsen, dessen König auch Polen beherrschte, Schlesien unter den Nagel reißen würde, dann würde Polen zur regionalen Großmacht aufsteigen. Diese Vorstellung war für Friedrich beunruhigend genug, um zu handeln – allen Risiken zum Trotz.

„Friederisiko“ hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam ihre große Schau zu Ehren Friedrich des Großen betitelt. Sie ist das Glanzlicht des Ausstellungsjahrs 2012, in dem sich – in den Museen in und um Berlin – alles um den Monarchen dreht. Sein 300. Geburtstag liefert den Anlass.

Standbild Friedrichs des Großen vor dem Charlottenburger Schloss. ap

Standbild Friedrichs des Großen vor dem Charlottenburger Schloss.

Eine Persönlichkeit, die geradezu spielerisch Risiken einging und dabei mit Kalkül ihre Ziele verfolgte – es ist erstaunlich, dass diese Facette Friedrichs noch nie genauer betrachtet wurde. Wie tickte dieser kluge und gebildete Mensch, der Preußen zur europäischen Großmacht ausbaute, mit Mitteln, die damals und heute umstritten waren? Auf welche Weise wurde er „der Große“? Wie wurde Friedrich zur charismatischen Figur, zur Marke?

Potsdam kann es sich leisten, diesen Fragen am Originalschauplatz nachzugehen, in dem von Friedrich selbst bis ins Detail geplanten Neuen Palais im Park von Sanssouci. Mit seinen 6000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist es das Rückgrat der Schau und sein Vermächtnis. „In ihm hat Friedrich seine Botschaft hinterlassen, und die lautet: ,Ich bin Friedrich der Große’“, erklärt Alfred Hagemann, Kurator im siebenköpfigen Team.

Während Potsdam mit Leidenschaft der Persönlichkeit Friedrichs auf den Grund geht, kreist das Deutsche Historische Museum in Berlin-Mitte um das mitunter kuriose Nachleben des Monarchen. Historiker haben in den über 200 Jahren nach seinem Tod eine kaum zu überblickende Fülle an Abhandlungen geschrieben; Politiker haben ihn instrumentalisiert. Liberale sahen in ihm den aufgeklärten Herrscher, Konservative die Verkörperung preußischer Tugenden.

Das Kaiserreich wertete ihn zum deutschen Nationalidol auf. Für Werte und eine feste Ordnung stand er in der Weimarer Republik, und im Zweiten Weltkrieg benutzte die Propaganda das Bild von Friedrich als unbeugsamer Schlachtensieger. Die junge Bundesrepublik und die DDR sahen in ihm einen Kriegstreiber. Heute rücken vor allem seine intellektuellen und künstlerischen Qualitäten in den Fokus. Das ist das Erbe, das womöglich länger überdauert als umstrittene politische Weichenstellungen – zu besichtigen in den Staatlichen Museen zu Berlin.

    
„Friederisiko – Friedrich der Große“. Neues Palais und Park Sanssouci, Potsdam, 28. April bis 28. Oktober, www.friederisiko.de

„Friedrich der Große – verehrt, verklärt, verdammt“. Deutsches Historisches Museum, Berlin, 22. März bis 29. Juli, www.dhm.de

Die Ausstellungen der Staatlichen Museen zu Berlin:

„Von mehr als einer Welt: Die Künste der Aufklärung“. Kulturforum, Berlin, 10. Mai bis 5. Oktober

„Am Rande der Vernunft. Bilderzyklen der Aufklärungszeit“. Kupferstichkabinett, Berlin, 16. März bis 31. Juli

„China und Preußen. Porzellan und Tee“. Museen Dahlem, Berlin, 1. Juni bis 31. Dezember

„Porzellane für die Schlösser Friedrich des Großen“. Schloss Köpenick, Berlin, 25. Mai bis 28. Oktober

„Homme de lettres. Frédéric. Der König am Schreibtisch“. Kunstbibliothek Berlin, 2. Juni bis 1. September

http://www.smb.museum/smb/home/index.php

Weitere Highlights 2012: Museen sind Orte der Entspannung und Anregung. Erst recht in verwirrenden Zeiten. Ein Blick über wichtige Themen, die schönsten, umstrittensten und kuriosesten Ausstellungen des kommenden Jahres auf den folgenden Seiten.

Kommentare (1)

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kreuzberg

04.01.2012, 10:13 Uhr

watt heest hier JANZ

wohl macke.

ich nich

der zwoote fritze geht mir sonstwo vorbei,un menschenschinder gehn schon mal gar nich...

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