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07.08.2012

16:43 Uhr

Kunst in Hongkong

"Zu wenig exotisch, zu wenig chinesisch"

VonChristiane Fricke

Hongkongs Künstler stehen zu Unrecht im Schatten ihrer festlandchinesischen Kollegen. Jetzt erschien ein Buch über die junge Generation. Sie zeichnet und arbeitet mit Computer und Videokamera. Für großformatige Malerei und Skulptur fehlt ihr der Platz.

Tsang Kin-Wah: "Let Us Build And Launch A Blue Rocket To His Heaven", 2009. (Ausschnitt) Tsang Kin-Wah

Tsang Kin-Wah: "Let Us Build And Launch A Blue Rocket To His Heaven", 2009. (Ausschnitt)

DüsseldorfBislang haben sich die Künstler Hongkongs noch schwer damit getan, aus dem Schatten ihrer festlandchinesischen Kollegen herauszutreten. Doch nun bekommen sie ihre Chance, während Hongkong sich als internationaler Messe- und Galerienstandort fit macht. Auf internationale Sammler und Kunstliebhaber zielt die druckfrische Publikation, die Cordelia und Christoph Noe im Verlag für moderne Kunst Nürnberg über 20 aufstrebende junge Künstler herausgegeben haben.

Es ist nicht der erste Band, den das Paar herausgebracht hat, seit sie 2006 in Peking ihr Kleinunternehmen „The Ministry of Art“ gründeten. Seither vermitteln sie die Werke junger asiatischer Künstler gezielt in europäische Museen und private Sammlungen, organisieren für sie Ausstellungen im Westen und machen sie mit Publikationen bekannt. Bereits 2008 erschien im Prestel-Verlag ihr dickes Buch über 30 junge chinesische Künstler (Siehe Handelsblatt vom 12.9.2008).

Links liegen gelassen

Für die Hongkonger Künstler, die zwischen Ende der siebziger und Mitte der achtziger Jahre geboren wurden, kommt der 224 Seiten starke und reich bebilderte Band gerade zur rechten Zeit. Denn die ansässige Künstlerschaft muss den Anschluss an den internationalen Handel noch finden, der Hongkong im Sturmschritt für seine Zwecke urbar macht. „Galeristen wie Larry Gagosian haben sich nicht wegen der lokalen Künstler dort angesiedelt“, erklärt Noe. „Wenn, dann binden sie chinesische Künstler in ihr Programm ein“.

Die Gründe für die Vernachlässigung sind erstaunlich. „Zu wenig exotisch, zu wenig chinesisch“, erläutert Noe. Deshalb würden sie von Kuratoren links liegen gelassen. Das spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Künstler, die im neuen Museum „M+“ vertreten ist. Nur ein kleiner Teil kommt aus dem Stadtstaat Hongkong, der immerhin eine Fläche so groß wie Österreich bedeckt. Der überwiegende Teil ist chinesischer Herkunft.

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