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22.10.2014

16:05 Uhr

Kunst & Antiquitäten

Satirisches und eine Weihnachtskrippe

VonChristiane Fricke

In München herrscht im Herbst Hoch-Zeit für Antiquitäten. Als erste von drei Messen geht die „Kunst & Antiquitäten München“ an den Start. Ein Blick auf ausgewählte Exponate.

Wiederentdeckt: monumentale Tiroler Weihnachtskrippe von Johann Nepomuk Giner und Sohn mit 140 geschnitzten Figürchen. Entstanden ist sie zwischen 1780 und 1840. (Ausschnitt)

Wiederentdeckt: monumentale Tiroler Weihnachtskrippe von Johann Nepomuk Giner und Sohn mit 140 geschnitzten Figürchen. Entstanden ist sie zwischen 1780 und 1840. (Ausschnitt)

MünchenIn München stehen in Kürze drei dicht aufeinander folgende, sich zeitlich teilweise überschneidende Antiquitätenmessen an. Den Auftakt macht am kommenden Samstag die „Kunst & Antiquitäten München“  Festsaal des Paulaner am Nockherberg (25. Oktober bis 2. November 2014).

Von ihrem Selbstverständnis her spricht die sogenannte Nockherbergs-Messe vor allem Publikum aus dem süddeutschen und angrenzenden Alpenraum an. Sie dürfte aber auch den von weiter Angereisten manche Entdeckung zu bieten haben. Zum Beispiel das 1874 datierte Bildnis einer Dame in Ballgarderobe von Albert von Keller, bei der es sich um die spätere Zarin Alexandra Federowna handeln soll. Angeboten wird das kleine auf Holz gemalte Bild für 16.200 Euro von der Galerie Weiss.

Siegessäule für die Wohnung

Sechsstellige Preise sind auf dieser Messe die Ausnahme. Doch für die 1845 aus grünem Malachit gefertigte Nachbildung der napoleonischen Siegessäule auf dem Place de Vendôme in Paris, die Antiquitäten Pfeiffer anbietet, muss ein Betrag im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich bewilligt werden. Möglicherweise ist sie russischer Herkunft. Auf 59.000 Euro angesetzt ist aus Elfenbein geschnitzte „Raub der Dejanira“, die Antiquitäten Wimberg dem Bildhauer Jakob Auer zuschreibt. Die spiegelverkehrte Version befindet sich im bayerischen Nationalmuseum.

Madame Pompadour als Affe

Für zusammen 24.000 Euro bietet Antiquitäten Tom Tavcar einen Satz von vier satirischen Miniaturen an, darunter eine Darstellung von Madame Pompadour als Affe. Klaus Spindler hat ein Paar neogotischer Leuchter (um 1840/45) für 8.99 Euro im Angebot.

Bei Brigantine fallen das um 1902 entstandene Gemälde „Der Frühling“ von Franz von Stuck (70.000 Euro) und ein formschöner Hocker der amerikanischen Möbeldesigner Gordon Russel und Edgar Turner auf. Die 1929 entworfene kleine Sitzgelegenheit soll 2.600 Euro kosten. Überschaubar ist auch der Preis für Friedrich Loos' kleinformatigen „Sonnenuntergang“, den die Galerie Decker für 7.900 Euro anbietet.

Liebhaber des Alpenländischen dürften Freude an der wiederentdeckten Krippe von Johann Nepomuk Giner und seinem Sohn haben. Sie entstand zwischen 1780 und 1840 und hat 140 anmutige, zum Teil bis zu  25cm große Rokoko-Figürchen. Es sind auch als Einzelstücke großartige Skulpturen.

„Kunst & Antiquitäten München“, 25. Oktober bis 2. November 2014, Festsaal des Paulaner am Nockherberg, München. Geöffnet täglich von 11 bis 19 Uhr

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