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11.03.2012

10:28 Uhr

Kunstausstellung

Bezahlbar-Solides aus Karlsruhe

VonRegine Müller

Die neunte Ausgabe der Art Karlsruhe bleibt bei insgesamt steigendem Niveau ihrem Konzept treu und präsentiert neben Kostbarkeiten der Klassischen Moderne bezahlbare Zeitgenossen und gefällige Foyer-Kunst.

Bei der 9. Kunstmesse art Karlsruhe ist am Mittwoch das Kunstwerk "Gunter Sachs" von Andy Warhol aus dem Jahr 1972 zu sehen. Vom 08. März bis zum 11. März zeigen 222 Galerien rund 30 000 Werke von 1500 Künstlern. dpa

Bei der 9. Kunstmesse art Karlsruhe ist am Mittwoch das Kunstwerk "Gunter Sachs" von Andy Warhol aus dem Jahr 1972 zu sehen. Vom 08. März bis zum 11. März zeigen 222 Galerien rund 30 000 Werke von 1500 Künstlern.

KarlsruheEwald Karl Schrade, Kurator und Art Karlsruhe-Gründer, gibt sich bereits vor der Preview überaus zufrieden: „Wenn ich mich mit Kennern unterhalte, höre ich neuerdings immer wieder, dass es im deutschsprachigen Raum heute drei bedeutende Messen gibt: Köln (Art Cologne), Basel (Art Basel) und Karlsruhe!“ Tatsächlich hat die Art Karlsruhe www.art-karlsruhe.de  (bis 11. März), die in Schrades Ranking vom abrupten Ende des Art Forums in Berlin profitiert, spürbar an Bedeutung gewonnen und in jeder Hinsicht zugelegt: 222 Teilnehmer - und damit zehn mehr als im vorigen Jahr  - aus zwölf Ländern stellen auf 35.000 Quadratmetern rund 30.000 Werke von 1.500 Künstlern aus.

Dennoch hängt der Art Karlsruhe im Vergleich mit der Qualitätsstandards setzenden Art Basel und der Art Cologne nach wie vor der leicht muffige Ruf an, wenig experimentierfreudig zu sein und nicht gerade ein Ort zukunftsweisender Trends. So stößt man in den vier großzügig bestückten Hallen immer wieder auch auf Aussteller, die brave Dekorationskunst passend für die Entrées mittelständischer Unternehmen präsentieren. Sogar einige Ausrutscher in haarsträubenden asiatischen Kitsch sind auszumachen.

Womöglich ist es aber gerade die etwas krude Mischung von leicht verständlicher Gebrauchskunst, edlen Stücken der Klassischen Moderne, die von traditionsreichen Galerien angeboten werden, und einigen aufregenden Entdeckungen, die sowohl das Flanier-Publikum als auch kaufwillige Sammler in Scharen anzieht, die aufs Solide setzen.

Gerade in Baden-Württemberg wird eifrig, aber unauffällig gesammelt, man investiert zwar nicht gleich mehrfache Millionenbeträge, aber für die Klassische Moderne werden auch auf der Art Karlsruhe vereinzelt Preise über 500.000 Euro verlangt. Zum Beispiel bei der Berliner Galerie Fischer, die unter anderem ein an den holländischen Altmeistern orientiertes Gemälde von Otto Dix für 540.000 Euro anbietet. Die Berliner stellen bereits zum fünften Mal in Karlsruhe aus und sind von dem Messestandort absolut überzeugt: “Wir spüren hier auch die Nähe zur Schweiz und zu Frankreich, wo es traditionell ein großes Interesse an dem Bereich gibt, den wir anbieten“, sagt Michaela Angelis, „es sind viele Sammler hier.“ Die Entwicklung der Messe wertet sie positiv: „In den ersten Jahren wurde noch viel ausprobiert. Die Qualität ist jetzt konstanter.“

Auch die Hamburger Galerie Krümmer Fine Art präsentiert Klassische Moderne, etwa ein großes, leuchtendes Blumen-Stillleben von Max Pechstein für 360.000 Euro, aber auch kleinere Formate wie Hannah Höchs „Amme“ für 27.500 Euro oder einen Tusche-Akt von Ernst Ludwig Kirchner für 39.000 Euro. Die Galerie ist zum zweiten Mal auf der Messe und hat ihren Stand in diesem Jahr vergrößert, denn auch Renate Krümmer hat in Karlsruhe gute Erfahrungen gesammelt und ist optimistisch.

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