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09.05.2014

15:28 Uhr

Kunstgewerbe

Große Uhrensammlung zu kleinen Preisen

VonChristiane Fricke

Ein Leben ohne Uhren ist möglich, aber weniger schön. Das mag sich der Sammler Hanns Schaefer gedacht haben, dessen Kollektion nun bei Van Ham versteigert wird. Daneben lohnt es sich, das Möbelangebot des Kölner Versteigerers genauer unter die Lupe zu nehmen.

Hier tickt es: die Uhrensammlung des Kölner Architekten Hanns Schaefer bei Van Ham. Van Ham, Köln

Hier tickt es: die Uhrensammlung des Kölner Architekten Hanns Schaefer bei Van Ham.

KölnKleine und große Uhren, an deren regelmäßiges Ticken und Schlagen sich das menschliche Ohr gewöhnt hat, können vielleicht süchtig machen. Diesen Eindruck hinterlässt die auffallend breit aufgestellte Uhrensammlung des Kölner Architekten und langjährigen Vorsitzenden des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins, Hanns Schaefer, die jetzt in der Kunstgewerbeauktion von Van Ham am 17. Mai 2014 versteigert wird.

45 Positionen listet der Katalog zu durchweg sehr niedrigen Schätzpreisen: von der kleinen, einem Wecker ähnlich sehenden „Seltenen Capucine Louis XVI“ (um 1770) aus Namur (600 bis 1.000 Euro) über die „Georgian Bracket Clock“ (bis 1.800 Euro) für den Tisch, einige Portalpendulen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts (zwischen 800 bis 1.200 Euro) bis hin zu Standuhren des 19. Jahrhunderts zu Taxen zwischen 600 und 2.000 Euro.

Ein viel versprechendes Ergebnis könnte sich Michael Nolte, Deutschlands führender Händler für historische Uhren, bei den beiden englischen Tischuhren vom Typus „Georgian Bracket“ vorstellen. Die kleinere von ihnen, ein um 1788 bis 1790 wohl von James Smith & Sons hergestelltes Modell, hat eine Taxe von 1.000 bis 1.200 Euro. Die größere fällt durch ihre attraktive Mondphasendarstellung im Arcus ins Auge. Sie entstand in der Werkstatt William Wilsons in Kendal und wird auf 1.500 bis 1.800 Euro geschätzt.

Spitzenpreise vor 15 Jahren

Es gibt durchaus einige Sammler, die wie der erst im August 2013 verstorbene Schaefer mit 40 oder mehr Uhren leben. Und trotzdem verzeichnet Nolte eine Abschwächung ähnlich wie im Möbelhandel. Die Spitzenzeiten liegen zwölf bis 15 Jahre zurück.

In einer anderen Kategorie angesiedelt ist so manche Uhr im Hauptkatalog, darunter ein „Regulateur Directoire“ aus der Lütticher Werkstatt Mathieu-Joseph Boty-Lefebvre (um 1800). Auf 8.000 bis 10.000 Euro geschätzt überzeugt das aus schwarzem Marmor und vergoldeter Bronze gefertigte Stück insbesondere auch vom Design. Interessant sind auch die großen Pariser Pendulen mit Figurenschmuck, die zu Schätzpreisen zwischen 18.000 und 25.000 Euro (Entwurf Claude Michallon) und 6.000 bis 10.000 Euro (signiert Lepine Horloger du Roi) angeboten werden.

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