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23.12.2013

19:27 Uhr

Kunsthändlersohn

Gurlitt unter vorläufiger Betreuung

Cornelius Gurlitt lebte zurückgezogen – mit seinen geliebten Bildern. Deren Beschlagnahmung muss für den 80-Jährigen ein Schock gewesen sein. Jetzt ist Gurlitt unter Betreuung gestellt worden.

Das Namensschild von Cornelius Gurlitt an seiner Haustür in Salzburg. Der Kunsthändlersohn steht unter Betreuung. dpa

Das Namensschild von Cornelius Gurlitt an seiner Haustür in Salzburg. Der Kunsthändlersohn steht unter Betreuung.

MünchenDer Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt ist aus gesundheitlichen Gründen vorläufig unter Betreuung gestellt worden. Der 80-Jährige halte sich in einem Klinikum in Deutschland auf, bestätigte der Präsident des Amtsgerichts München, Gerhard Zierl, am Montagabend der Nachrichtenagentur dpa. Die dortigen Ärzte hätten den Antrag gestellt, ein Betreuungsverfahren aus gesundheitlichen Gründen einzuleiten, sagte er auf Anfrage.

„Ich kann bestätigen, dass das Amtsgericht München eine vorläufige Betreuung angeordnet hat und dass jetzt in den nächsten Tagen und Wochen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen weitere Prüfungen und Entscheidungen ergehen werden.“ Es sei ein erfahrener Betreuer bestellt worden. Zierl betonte, dass es sich um eine vorläufige Maßnahme handele. Die endgültige Entscheidung stehe noch aus. Gutachten seien bereits in Auftrag gegeben.

In der Wohnung Gurlitts im Münchner Stadtteil Schwabing hatten die Behörden im Frühjahr 2012 die verschollen geglaubte Sammlung seines Vaters Hildebrand Gurlitt beschlagnahmt, der einer von Hitlers Kunsthändlern war. Erst in diesem Herbst war der spektakuläre Fund mit weit mehr als 1000 Werken publik geworden.

Gegen Gurlitt ermittelt die Staatsanwaltschaft in Augsburg wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung. Zunächst spielt die vorläufige Betreuung hier aber keine Rolle.

Fast 600 Bilder stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Rund 300 Bilder, bei denen es keinen solchen Verdacht gibt, sollte er zurückbekommen. Diese sollen Mitglieder seiner Familie gemalt haben oder sie waren erst nach 1945 entstanden - und gehören Gurlitt damit zweifelsfrei. Aber auch die Behörden hatten offenbar zumindest zeitweise Schwierigkeiten gehabt, an den zurückgezogen lebenden Mann heranzukommen.

Was die Bilder und mögliche Rückgaben angehe, dazu könne er nichts sagen, sagte Zierl. „Das geht weit über das hinaus, was für uns im Moment anliegt.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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Gustl

23.12.2013, 20:15 Uhr

Ein absoluter Skandal. Das ist Enteignung und Entmündigung mit Sowjetmethoden mitten in Deutschland!

Hat Mollath dieser Justiz noch nicht gereicht?

NurSo

23.12.2013, 20:24 Uhr

(Nachgeholfener) Zufall? -> Rechtsstaat?

Account gelöscht!

23.12.2013, 20:24 Uhr

@Gustl

Bitte bleiben Sie ruhig, wir sind schließlich in Bayern!

Der Mann ist alt und die Massnahme opportun, das versteht doch JEDER!
Und da bietet es sich doch an, das man das ganze Problem einer "medizinischen Alibilösung" zuführt. Der Mann hat doch keine Erben, also betreuen wir ihn auf seinem letzten Lebensweg, ganz lieb und gaaaanz intensiv.

Mia, san schliesslich mia!

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