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05.09.2014

10:22 Uhr

Kunsthandel-Event

Rheinisch-hanseatisches Gipfeltreffen

VonFrank Kurzhals

Sechs Händler bestreiten zum fünften Mal den Hamburger Kunstherbst. Die privat organisierte Veranstaltung hat sich als Geschäftsmodell jenseits der kostenintensiven Großmessen bewährt. Warum sie ein Zukunftsmodell ist.

Emil Nolde, Leopard, Aquarell auf Japanpapier, signiert etwa1923/24. Le Claire Kunst

Emil Nolde, Leopard, Aquarell auf Japanpapier, signiert etwa1923/24.

HamburgEinmal im Jahr wird Hamburg zu einem ‚Maastricht en miniature’. Dann treffen in den imposanten Geschäftsräumen von Frank C. Möller - Fine Art auf etwa 180 Quadratmetern sechs international agierende Händler zum Hamburger Kunstherbst zusammen. Am 13. und 14. September 2014 findet die Händlerinitiative zum fünften Mal statt.

Eingeladen haben wiederum drei Hamburger Spitzenhändler: Der Zeichnungshändler Thomas le Claire, der Klassizismus-Experte Frank C. Möller sowie Thole Rotermund, der Papierarbeiten der klassischen Moderne anbietet. Jedes Jahr ergänzen drei weitere Händler das Angebot. Diesmal kommen sie aus Düsseldorf und verleihen der privaten Kunstmesse eine zusätzliche Portion Glanz. Das Angebot kann sich sehen lassen.

Das „Juwel in der Krone“ der zweitägigen Verkaufsschau ist Georg Hornemann. Die Entwürfe des Juweliers sind Legende. Mit naturalistischen Arbeiten wie dem possierlichen „Ring mit Rattenmotiv“ zum Preis von 15.800 Euro wird er die Blicke des Hanseatinnen ebenso auf sich ziehen wie mit seiner neue Serie von Arbeiten aus opakem Kunststoff, den er mit Gold, Diamanten und Edelsteinen kombiniert.

Strahlendes und Leuchtendes bringt auch die Düsseldorfer Galerie Beck & Eggeling an die Elbe. Sie vertritt in Deutschland exklusiv das Werk von Heinz Mack. Sein 1966 entstandenes Lichtrelief mit gewellten Flügeln aus Aluminium ist für 305.000 Euro eines der Highlights des Kunstherbstes. Teuerstes Werk bei Beck & Eggeling aber ist das 1907 entstandene, noch gegenständliche Gemälde „Wasserburg am Inn“ von Alexej von Jawlensky für 1,2 Millionen Euro.

Einen anderen Akzent setzt André Kirbach mit alter und neuerer japanische Keramik, die er zusammen mit Skulpturen des Beuys-Schülers Abraham David Christians (geb. 1952) präsentiert. Händlerischer Schwerpunkt von Kirbach sind Keramik-Objekte, die in der Wabi-Sabi-Tradition stehen. Die offerierte, mehr als 300 Jahre alte Trinkschale aus der frühen Edo-Zeit ist beredtes Beispiel dafür, wie dieser Stil die Ästhetik von Stille, Schlichtheit und Vergänglichkeit kultiviert. Die Preise der Keramiken liegen zwischen 5.000 und 22.000 Euro.

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