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09.11.2015

13:09 Uhr

Kunsthandlung Helmut H. Rumbler

Venus im nuancenreichen Druck

VonChristian Herchenröder

Der Herbstkatalog von Helmut H. Rumbler wartet mit einer großen Zahl exemplarischer Druckzustände und Frühdrucke auf. Neben der bewährten Altmeistergraphik versucht der Frankfurter Kunsthändler den Blick für die Finessen des 18. Jahrhunderts zu schärfen.

Mit brillant gedruckten Darstellungen soll das Interesse am 18. Jahrhundert neu geweckt werden. Hier Louis-Marin Bonnets Probedruck „Erwachende Venus“.

Von Vorlagen Bouchers inspiriert

Mit brillant gedruckten Darstellungen soll das Interesse am 18. Jahrhundert neu geweckt werden. Hier Louis-Marin Bonnets Probedruck „Erwachende Venus“.

FrankfurtDer Graphikmarkt hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend verändert. Trumpf ist alles, was farbig ist, während Blätter im klassisch-puristischen Schwarz-Weiß selektiv aufgenommen werden. Das gilt vor allem für die Graphik des 20. Jahrhunderts. Nur die Altmeistergraphik bewährt sich dank neuer kulturbewusster Käufer immer noch als Fels in der Brandung.

Die Säulen Dürer, Rembrandt, Goya haben einen unangefochtenen Marktstatus, der immer wieder neue Sammlergenerationen anzieht, nicht zuletzt weil die Graphik dieser Meister neben facettenreichen Druckzuständen auch das Postulat leichter Transferierbarkeit und Transportierbarkeit erfüllt.

Nur noch ein Blatt von Dürer

Der Frankfurter Graphikhändler Helmut H. Rumbler hat in seinem Herbstkatalog Nr. 49 Spitzenblätter dieser Marktmagneten platziert. Sie sind eingebettet in eine über 70-teilige Offerte von Meistergraphik des späten 15. bis 19. Jahrhunderts. Viele Blätter sind durch berühmte Provenienzen geadelt.

Zwei Farblithographien der Franzosen Ker-Xavier Roussel und Edouard Vuillard bilden die chronologischen Endpunkte dieser Auswahl, die ein breites Panorama europäischer Druckgraphik aller Techniken und Stile bietet. Sie beginnt mit Heinrich Aldegrevers Kupferstichfolge der vier Evangelisten (8.000 Euro), die Dürer virtuos übertrumpfen will. Der Nürnberger Meister selbst ist mit fünf Blättern vertreten, von denen nur noch eins zu haben ist. Auch von den neun Rembrandt-Radierungen ist nur noch der mit 90.000 Euro bezifferte frühe Abzug des ersten Orientalenkopfs von 1635 zu haben.

Früher Abzug des ersten Orientalenkopfs. Das 1635 datierte Blatt ist auf 90.000 Euro angesetzt. Quelle: Kunsthandlung Helmut H. Rumbler.

Aus dem Angebot mit Rembrandt-Radierungen

Früher Abzug des ersten Orientalenkopfs. Das 1635 datierte Blatt ist auf 90.000 Euro angesetzt. Quelle: Kunsthandlung Helmut H. Rumbler.

Goyas Sicht auf den Stierkampf

Das Hauptwerk unter den sechs Goya-Blättern ist die Lithographie „Stierkämpfe in einer unterteilten Arena“, die eine subtile malerische Wirkung hat und mit 180.000 Euro teuerste Graphik der Offerte ist. Frühdrucke und exemplarische Druckzustände prägen den Katalog. Zu diesen zählen Blätter der italienischen Schule wie Giorgio Ghisis Kupferstich „Amor und Psyche“ von 1574 (9.000 Euro) und Marcantonio Raimondis gesuchtes Hauptblatt „Il Morbetto“, das schon vor Erscheinen des Kataloges einen Käufer fand.

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