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16.09.2011

15:20 Uhr

Kunstherbst Hamburg

Eine Art Hausmesse

VonClaudia Herstatt

Wer auf der Suche ist nach ausgesuchter Kunst, für den lohnt sich Hamburg gleich sechsfach. Herausragende Händler haben sich zusammengetan und stellen am letzten September-Wochenende gemeinsam aus bei Frank C. Möller und Thomas Le Claire.

Christian Rohlfs, Rote Blüten (Ausschnitt) von 1928. Thole Rotermund

Christian Rohlfs, Rote Blüten (Ausschnitt) von 1928.

HamburgHamburg ist bekannt für seine Diskretion, auch beim Kunstkauf. Das mag einer der Gründe sein, dass  sich in der Hansestadt keine Kunstmesse auf Dauer etabliert hat. Nun haben sich drei ortsansässige und drei auswärtige internationale Händler zum zweiten Mal zusammengetan, um den Liebhabern im Norden ein fast privates Ambiente für den Erwerb von Kunst zu bieten. Zum „Kunstherbst Hamburg“ (23.–25. September) hat Frank C. Möller gleich vier Aussteller in seinen eleganten und eher französisch anmutenden Räumlichkeiten zu Gast.

Moeller  selbst kann mit dem ersten bekannten Mahagoni-Sekretär von Abraham Roentgen aufwarten, der zwischen 1750 und 1755 gefertigt wurde und noch nie in Deutschland gezeigt wurde (Preis auf Anfrage). Das Rendezvous, bei dem auch eine Tasse Tee gereicht wird, bereichert Thole Rotermund (Hamburg) mit mehreren Blättern von Lyonel Feininger und einem rasanten Stilleben „Rote Blüten“ von Christian Rohlfs von 1928 für 68.000 Euro. Das Szenario im intimen, Rahmen erweitert der Kölner Dierk Dierking mit erlesenen Objekten außereuropäischer Kunst, darunter  einer reich mit Kauri-Muscheln, Bast und Glasperlen dekorierten hölzernen Maske der Kuba aus dem Kongo. Sie wird ins 19. Jahrhundert datiert und soll 85.000 Euro kosten. Außerdem hat Dierking noch eine abstrahierte menschliche Skulptur aus Muschelkalk aus Südsulawien (Indonesien) zu bieten, die 48.000 Euro wert ist.

Attraktiv für Einsteiger

Aber Dierking will, wie die anderen Händler, auch den Kunstherbst für junge Interessenten mit Objekten um die 3000 Euro als Einsteigermarkt attraktiv machen. Ganz in diesem Sinne bietet Florian Sundheimer (München) Kugelschreiber-Zeichnungen von dem 1959 in Frankfurt geborenen, derzeit recht angesagten Thomas Müller an. Die sowohl kartografisch lesbaren als auch den Blick kontemplativ in einen Sog von Linienstrukturen ziehenden Blätter sind ab 1400 Euro zu haben. Seinem Programm der klassische Moderne bleiben Salis & Vertes (Zürich/Salzburg) auch bei ihrem Auftritt mit etwa zehn Gemälden von Max Beckmann, einer frühen Arbeit in wilden Farben von Raoul Dufy aus der „Fauves“-Periode, Max Ernst (200 000 bis 400 000 Euro) treu.

Der andere Pol des Kunstherbst Hamburg liegt an der Elbe in dem nicht minder exklusiven Rahmen von Thomas Le Claire. Der Spezialist von Arbeiten auf Papier zeigt einen zur Jahreszeit passenden herbstlichen „Blick über Waldlandschaft“ von Carl Gustav Carus um 1830. Die Ölstudie des Malers, Naturwissenschaftlers, Arztes und Schriftstellers der Goethe-Zeit leuchtet vom hellsten Gelb bis zum tiefen Grün (68.000 Euro). Ein weiterer Schatz ist eine Kreidezeichnung von Max Liebermann um 1901. Das „Holländische Landhaus im Park“ ist ein Motiv, das Liebermann immer wieder aufgenommen hat (78.000 Euro).

Kunstherbst Hamburg:  23. bis 25. September 2011

Frank C. Möller Fine Arts, Hofweg 7, 22085 Hamburg und

Le Claire Kunst, Elbchaussee 386, 22609 Hamburg.

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