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29.07.2015

09:38 Uhr

Kunstmarkt Geschichte

Spezialarchiv kooperiert mit Kölner Universität

VonChristiane Fricke

Noch immer ist der Kunstmarkt unzureichend erforscht. Das wird sich zumindest in Köln ändern. Hier baut das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels e.V. (Zadik) in Zusammenarbeit mit der Universität den Masterstudiengang „Kunstgeschichte und Kunstmarkt“ auf.

Foto einer von Daniel-Henry Kahnweiler als falsch gekennzeichneten Picasso-Zeichnung aus dem Archiv der Galerien Thannhauser im Zadik. Quelle: Zadik, Köln

Als Fälschung deklariert

Foto einer von Daniel-Henry Kahnweiler als falsch gekennzeichneten Picasso-Zeichnung aus dem Archiv der Galerien Thannhauser im Zadik. Quelle: Zadik, Köln

KölnWer die Kunst und den sie hervorbringenden Kunstbetrieb verstehen möchte, kommt an einer Auseinandersetzung mit dem Kunstmarkt nicht vorbei. Diese schon seit den späten 1960er-Jahren von der französischen Soziologin Raymondes Moulin angestellten Überlegungen haben lange gebraucht, um in der kunstgeschichtlichen Lehre anzukommen.

Einen riesigen Schritt nach vorn haben nun das in Köln ansässige Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels e.V. (Zadik) in Kooperation mit der Universität Köln unternommen. Das Zadik, weltweit einziges Spezialarchiv zur Geschichte des Kunsthandels, ist seit Sommer 2015 „Forschungsarchiv an der Universität Köln“ mit dem Ziel, den Schwerpunkt „Kunstgeschichte und Kunstmarkt“ zu einem Masterstudiengang auszubauen.

Ringvorlesung mit Zadik-Forschern

Geleitet wird der neue Schwerpunkt von der Juniorprofessorin Nadine Oberste-Hetbleck, die den Plan für die Kooperation so beschreibt: „Mit unserem Schwerpunkt und dem Zadik als An-Institut geben wir der Einbeziehung der Lebenswirklichkeit der Kunst in die Wissenschaft ganz besonderes Gewicht.“ Weniger akademisch bedeutet dies etwa, ein im letzten Jahr begonnenes Dissertationsvorhaben über Käufergruppen und Kundenbindung privater Sammler zu betreuen und ein Programm für die Kölner Studierenden auf die Beine zu stellen.

Die ersten Bausteine der Kooperation sind noch in Planung. Dazu zählt eine Ringvorlesung mit Referenten aus der ganzen Welt, die am Zadik geforscht haben, darunter Wissenschaftler vom Guggenheim Museum, der Columbia Universität New York, den Universitäten von Chicago, Texas Austin und Leipzig sowie vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris. Für 2016 steht dann die Entwicklung einer digitalen Chronik der herausragenden Ereignisse in Köln nach 1945 auf dem Plan.

Neue Modelle der Akquise

Selber praktiziert Oberste-Hetbleck den interdisziplinären Blick über den Tellerrand seit Studienzeiten. An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studierte die 36-Jährige Kunstgeschichte, Medien- und Erziehungswissenschaften. Anschließend wurde sie mit einer Arbeit im Bereich Kunstgeschichte und Marketing promoviert. Günter Herzog leitet das Zadik seit 2001, wurde 1998 habilitiert und wirkte zunächst zehn Jahre als Privatdozent. 2008 ernannte ihn die Universität Köln zum außerplanmäßigen Professor. Unter seinen Fittichen schrieb Karsten Arnold seine letztes Jahr fertig gestellte Doktorarbeit über die legendäre Avantgardegalerie „art intermedia“ von Helmut Rywelski.

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