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18.02.2011

09:38 Uhr

Kunstmesse Düsseldorf

"Originelle Kunst muss nicht teuer sein"

VonSusanne Schreiber

Die Kunstmesse Düsseldorf lockt Sammler aller Sparten. Die verschiedensten Objekte aus zahlreichen Ländern machen die Messe zu einer interessanten Attraktion.

Lazarus Posen Witwe: Silber-Samowar mit Bernsteinknäufen am Stand von Brigitte Martini. Quelle: Pressefoto

Lazarus Posen Witwe: Silber-Samowar mit Bernsteinknäufen am Stand von Brigitte Martini.

DüsseldorfAussichtsreichster Anwärter für den nicht ausgeschriebenen Preis für den schönsten Stand der Kunstmesse Düsseldorf (bis 20.2.) dürfte die Antwerpener Galerie „Honourable Silver Objects“ sein. Der Spezialist für feines Silber und die verrückte Welt der Kunst- und Wunderkammern – das waren schatzkammerartige Kabinette für Natur, Kunst, Technik – stellt einen Trüffelhobel aus Elfenbein, gefertigt um 1800 (1 900 Euro), neben barocker Kleinskulptur aus. Ein Krokodilkopf macht es sich in einem Barockschrank gemütlich neben Korallenbäumen und Nusspokalen (ab 5 000 Euro).

Zum langen Verweilen und Stöbern lädt auch Messeneuling Koos Limburg Jnr. aus Schottland ein. Hier mischt sich Kunst aus Asien mit mittelalterlicher und barocker Skulptur aus Holz und Wachs. Koos’ reiche Auswahl feiner Elfenbeinobjekte kosten zwischen 1 000 und 35 000 Euro.

Der Messeflaneur stößt immer wieder auf außergewöhnlich originelle Stücke, die unter Umständen gar nicht so teuer sind. Ein 18 cm hoher Mops aus Birnbaum diente um 1840 in England wohl als Tintenfass. Der Bamberger Antiquitätenhändler Schmidt-Felderhoff gibt die schön patinierte Skulptur für 1 900 Euro ab. Bei Wachholz ist eine Gliederpuppe des 18. Jahrhunderts, ein Jesuskind im fetzigen Seidengewand, für 3 600 Euro zu haben. Die Spezialistin für Zeichnungen, Sabrina Förster, hält ein zwar winziges, doch erzählerisches Rundbild von Wilhelm von Kobell mit Reitern und Hunden bereit, das 6 500 Euro kosten soll. Eine kühl-moderne Garderobe (neu vernickelt) aus Frankreich mit originalem Spiegel ist bei „Art déco 1925“ für 2 900 Euro zu erstehen.

Das Möbelangebot ist breit sortiert. Eines der musealen Meisterstücke der 5. Kunstmesse Düsseldorf ist ein mächtiger, signierter Augsburger Schrank, der aus dem Bischofszimmer im Kloster Taxa stammt. Ob Schnitzerei, Maserung oder die reich verzierte Schließanlage – alles ist hier auf Repräsentation angelegt. Dafür erwartet Thomas Schmitz-Avila eher bescheidene 120 000 Euro.

Nicht minder vielschichtig ist ein Aufsatzschrank mit gemalten mythologischen Szenen. Für die Antiquitätenhändlerin Brigitte Martini aus Landsberg gehört dieser mit feinen Details ausgestattete Sammlerschrank in den Kontext des Weimarer Hofs (38 000 Euro).

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