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26.03.2014

10:25 Uhr

Kunstmesse MiArt

Es geht wieder aufwärts

VonEva Clausen

Auf der Mailänder MiArt stehen die Zeichen auf Symbiose. Die Messe setzt auf die Verbindung etablierter und zukunftsweisender Werke. Seit Jahren litt die Veranstaltung unter Ausstellerschwund. Seit zwei Jahren wächst sie wieder.

Waldemar Zimbelmanns Acrylgemälde "Untitled" von 2014. (Ausschnitt) Meyer Riegger, Karlsruhe

Waldemar Zimbelmanns Acrylgemälde "Untitled" von 2014. (Ausschnitt)

MailandDie Mailänder Messe der modernen und zeitgenössischen Kunst, MiArt, scheint die Flaute überwunden zu haben. Nach Jahren des Ausstellerschwunds werden  vom 28. bis 30 März 2014 wieder 148 Galerien im Mailänder Messepavillon Nummer 3 erwartet. Die Krise, die der Messe 2011 einen Negativrekord von nur 94 Galerien bescherte, schien nachhaltig. Auch Professor Frank Boehm, der 2012 wie ein Retter in der Not als Leiter berufen wurde, konnte den Niedergang nicht aufhalten, obgleich es dem Architekten dank seiner jahrelangen Betreuung der „Collection Italy“ der Deutschen Bank in Mailand an Erfahrung im italienischen Kunstbetrieb nicht fehlte.

Es folgte erneut ein Wechsel an der Spitze der Messe. Ausstellungsmacher Vincenzo De Bellis, Jahrgang 1977, übernahm das Ruder – mit Erfolg. Die Edition 2013 verzeichnete sowohl einen Zuwachs unter den Ausstellern als auch einen Anstieg der Besucherzahl, die auf 36.000 kletterte.

Alte Fehler werden vermieden

De Bellis geht nun in die zweite Runde und legt eine ansehnliche Teilnehmerliste vor. Sie ist nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ gewachsen. Mit 60 Galerien aus dem Ausland ist die Internationalität wieder gewährleistet. Die Messe hat ihre Position gefunden und platziert sich selbstbewusst genau zwischen der „alten Dame“ Arte Fiera, Italiens ältester Messe in Bologna, und der Turiner Trend-Messe Artissima.

Die MiArt setzt auf die Verbindung von Etabliertem mit Zukunftsweisendem, vereint das Gediegene mit Pionierkunst, schafft gleitende Übergänge zwischen Kunstobjekten und raumspezifischen Installationen. Dabei vermeidet sie tunlichst den Fehler der Vergangenheit, als sie vor lauter Verschmelzung ihre Identität verlor und der Besucher die Übersicht.

Berliner Galerien mit mutigem Programm

Die einzelnen Bereiche sind klar definiert: „Established“ heißt die größte Sektion, in der 106 Galerien in den Sparten „Master“, „Contemporary“ und „First Step“ Klassiker, zeitgenössische Künstler und neue Talente zeigen. Deutsche sogenannte „established“ Galerien sind die Berliner Circus, Peres Projects, Plan B,VW (VeneKlasen/Werner) und die Frankfurter Die Galerie. Eine stattliche Delegation entsendet Deutschlands Hauptstadt auch in den Sektor „Emergent“, den junge Avantgardegalerien bevölkern. Sie wagen sich in die Sphäre der experimentellen Kunst vor. Aus Berlin reisen die Galerien Sandy Brown, Lars Friedrich, Dan Gunn und Mathew an. Den Bereich „THENnow“ kennzeichnet der Dialog. Hier stellen Galerien einen Klassiker im Dialog mit einem Nachwuchskünstler vor.

Symbiose ist die Devise

Die neu geschaffene Sektion „Conflux“ hat erstmals Raum für Einzelschauen und raumspezifische Installationen. Das Augenmerk richtet sich dabei auf Kunst aus Südamerika, den  USA, dem Nahen Osten und Europa. Die Galerie Meyer Riegger (Karlsruhe/ Berlin) wird hier Arbeitens des jungen Malers Waldemar Zimbelmann, Jahrgang 1984, aus Kasachstan zeigen. In seinen großformatigen Figurendarstellungen überschneiden sich Figuration und Abstraktion; aus den vielschichtigen flirrenden Farbgeflechten treten Erinnerungsfragmente hervor und verselbständigen sich zu einer eigenen Bilderwelt. Symbiose ist die Devise Zimbelmanns, passend zur Messe.

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