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18.05.2011

17:04 Uhr

„La Conquête“

DSK-Affäre überschattet Premiere von Sarkozy-Film

VonTanja Kuchenbecker

In Cannes feierte der Film „La Conquête“ über Nicolas Sarkozy Premiere. Der entpuppt sich zwar nicht zwingend als Imagefilm für den Präsidenten, hilft ihm aber zumindest bei Vorwürfen im Fall Dominique Strauss-Kahn.

Auch in der DSK-Affäre nicht unumstritten: Nicolas Sarkozy. Quelle: dpa

Auch in der DSK-Affäre nicht unumstritten: Nicolas Sarkozy.

CannesEr hatte beste Aussichten, das Filmereignis des Festivals ins Cannes werden: „La Conquête“ (Die Eroberung) von Xavier Durringer, der den Aufstieg von Sarkozy zum Präsidenten zeigt. Doch in der Zwischenzeit hat die Affäre um Dominique Strauss-Kahn Frankreichs Politiklandschaft völlig verändert. Alle Titelseiten der Zeitungen zeigen nur sein Porträt und nicht wie üblich während des Festivals glamouröse Bilder vom roten Teppich. Der Sozialist Dominique Strauss-Kahn, der vorher als der gefährlichste Rivale für Nicolas Sarkozy bei den Präsidentschaftswahlen galt, überschattet das Festival und auch den Sarkozy-Film.

Dennoch war „La Conquête“ der Film, den niemand verpassen wollte. Schon eine Stunde vorher standen Tausende Schlange vor den Absperrungen zum großen Kinosaal Grand Théâtre Lumière, der rund 2000 Plätze hat. Er war schließlich bis zum letzten Platz gefüllt, manch einer kam nicht mehr herein. Alle wollten wissen:

Wie gemein wird Sarkozy dargestellt? Wird dieser Mann so hinterhältig gezeichnet, dass er sogar zu einer Intrige gegen Dominique Strauss-Kahn fähig wäre? Wird Sarkozy dieser Film schaden?

Nach dem Film lauteten die Urteile der Franzosen vor dem Kino in Cannes alle sehr ähnlich: „Sarkozy wird gezeigt wie er ist, nur erfährt man etwas mehr über seine Schwächen. Wir erleben in dem Film eine Geschichte, die wir kennen, er ist sehr realistisch.“ Manche betonten: „Er beleuchtet sehr gut, wie die Politik funktioniert und wie sich alle gegenseitig fertigmachen und reinlegen.“ Wäre also ein Komplott gegen Dominique Strauss-Kahn möglich? Auch französische Sozialisten erklärten darauf: „Eine Intrige von französischer Seite halten wir für unwahrscheinlich, dann eher schon auf amerikanischer Seite, weil Sozialist Dominique Strauss-Kahn als französischer Präsident für die Amerikaner unbequemer wäre als Nicolas Sarkozy. Aber die wahrscheinlichste Version ist doch noch, dass DSK selbst dafür verantwortlich ist. In dem Film zumindest wird Sarkozy eher als jemand gezeigt, der geradeaus auf sein Ziel zugeht und nicht den Hinterhalt wählt.“

Der Szenarist Pascal Rotman sagte vorher über den Film: „Er ist nicht für und nicht gegen Sarkozy.“ Das lässt sich bezweifeln. Fabienne Cosnay vom Radiosender Europe 1 fasst zusammen, was viele dachten: „Das ist nicht sicher. Wer aus dem Film geht, hat sicherlich eine positivere Sicht des Mannes als vorher.“

Die Geschichte beginnt am Tag des zweiten Wahldurchgangs und blickt auf die fünf Jahre vorher zurück. Nicolas Sarkozy, gespielt von dem Theaterschauspieler Denis Podalydès, sitzt im Dunkeln und dreht an seinem Ehering. Ein Zeichen für den ganzen Film, denn der Aufstieg von Nicolas Sarkozy ist ganz eng mit seinem Privatleben verbunden, mit Cécilia, die 20 Jahre lang seine engste Beraterin war und ihn später verlässt. „Es ist die Geschichte eines Mannes, der die Macht erobert und seine Frau verliert“, fasst Rotman zusammen.

Kommentare (2)

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18.05.2011, 20:27 Uhr

Die 100 Mrd € Französischer Guthaben, die dank diesem Sproß Griechischer Vorfahren nun in Griechenland fest stecken, kommen nicht von ungefähr.

Aber jedes Volk bekommt den Migranten, den es verdient und für den es letzendlich nun Bluten muß.

Account gelöscht!

18.05.2011, 20:36 Uhr

Ich hoffe ich muß jetzt nicht erwähnen,
daß dieses Deutschland ein ganzes Stück mit tangiert.

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