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05.10.2015

23:58 Uhr

Laurene Powell Jobs

Erfolgloser Kampf einer einflussreichen Witwe

VonThomas Jahn

Die Witwe von Steve Jobs hat gegen den neuen Film über den verstorbenen Apple-Chef angekämpft - jedoch erfolglos: In wenigen Tagen kommt der Streifen in den USA in die Kinos. Darin ist Jobs mehr Tyrann als Technikgenie.

Laurene Powell Jobs, die Witwe des Apple-Gründer Steve Jobs, ist heute eine der einflussreichsten Frauen Amerikas. Das half ihr aber nicht, den neuen Film über ihren verstorbenen Mann zu stoppen. AFP

Laurene Powell Jobs

Laurene Powell Jobs, die Witwe des Apple-Gründer Steve Jobs, ist heute eine der einflussreichsten Frauen Amerikas. Das half ihr aber nicht, den neuen Film über ihren verstorbenen Mann zu stoppen.

New YorkBlonde lange Haare, grüne Augen, schlanke Figur: Als Steve Jobs 1989 im Auditorium der Stanford Business School in Kalifornien darauf wartet, seine Rede zu halten, sitzt er neben einem „schönen Mädchen“, wie er später in seiner Biographie sagt. Spontan fängt er ein Gespräch mit der damals 26-Jährigen an, lädt sie noch am gleichen Abend zum Essen ein. Zwei Jahre später sind sie verheiratet, und bekommen insgesamt drei Kinder.

Vier Jahre nach dem Tod des Apple-Gründers ist Laurene Powell Jobs heute eine der reichsten und einflussreichsten Frauen in Amerika. Sie führt mit ihrem Vermögen von geschätzten 19 Milliarden Dollar die gemeinnützige Stiftung „Laurene Powell Jobs Trust“. Öffentlichkeitsscheu und zurückhaltend kümmert sie sich in verschiedenen Organisationen um sozial Benachteiligte in den USA sowie Arme in der ganzen Welt.

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Ihr jüngstes Anliegen war allerdings sehr persönlich. Sie wollte einen neuen Film über ihren Gatten stoppen. In „Steve Jobs“ wird der Manager von dem deutsch-irischen Schauspieler Michael Fassbender als grausam und kaltherzig dargestellt. Laut dem „Wall Street Journal“ versuchte Laurene Powell Jobs wiederholt, die Produktionsfirmen Sony Pictures und Universal Pictures zum Aufhören zu bewegen. Ohne Erfolg: Am kommenden Freitag läuft der Streifen in den USA an.

Noch heute lebt Powell Jobs mit ihren Kindern in dem gleichen, unscheinbaren Haus, das sie mit Steve Jobs vor 22 Jahren bezog. Bei einem Interview mit der „New York Times“ vor zwei Jahren trug sie immer noch den Ehering. In ihrer Freizeit züchtet sie Bienen, Freunde erhalten zu Weihnachten ein Honigglas mit handgeschriebenen Labels.

Mitten in ihr Leben platzt jetzt „Steve Jobs“. Der Film über ihren verstorbenen Ehemann dürfte auf große Beachtung stoßen, denn er strotzt nur so vor Stars wie Kate Winslet, Seth Rogen oder Jeff Daniels. Regie führte Danny Boyle, bekannt durch den Oskar-Gewinner „Slumdog Millionär“.

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Das Drehbuch schrieb Aaron Sorkin, der das Skript für den Facebook-Film „The Social Network“ verfasste. Es basiert teilweise auf der Jobs-Biographie von Walter Isaacson, der die Memoiren mit Hilfe des Apple-Gründers selbst vor dessen Tod schrieb. Das Werk kam allerdings in die Kritik von hochrangigen Apple-Managern – wie dem jetzigen Konzernchef Tim Cook. Ihnen widerstrebte die Darstellung von Jobs als jähzorniger, manchmal tyrannischer Chef. „Einige Leute wollen das ausnutzen, ich hasse es“, sagte Cook vor kurzem in der Late-Night-TV-Sendung mit Steve Colbert über den Film.

Die Filmemacher konzentrierten sich auf einige wenige Episoden im Leben Jobs'. Eine davon ist seine Beziehung zu Lisa, seiner Tochter aus einer früheren Beziehung. Lange Zeit bestritt Jobs, der Vater zu sein – trotz eines positiven DNA-Tests. Das zeigt den großen Denker von einer ganz anderen, überraschend irrationalen und harten Seite.

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Für die Biographie kam Walter Isaacson ganz nah an den Apple-Gründer heran.

Öffentlich äußerte sich Laurene Powell Jobs nicht zu dem Film. Seit der langen Krankheit und dem Tod von ihrem Mann im Jahr 2011 hält sie sich allgemein zurück. Nur selten gibt sie Interviews; und dann nur zu für sie wichtigen Themen wie der Immigrationsreform in den USA. Sie unterstützt den Dream Act, ein 2001 angestoßenes Gesetzesvorhaben, das illegal Eingewanderten stufenweise ein Aufenthaltsrecht in den USA geben würde.

Vor fast zwei Jahrzehnten gründete Powell Jobs die Stiftung College Track, die Kindern von ärmeren oder illegal eingewanderten Familien zum Studium verhelfen. In sieben Städten vor allem in Kalifornien arbeitet die Organisation sehr effektiv, 90 Prozent aller ausgesuchten Bewerber schließen ein vierjähriges Studium erfolgreich ab.

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Powell Jobs wuchs in einer Kleinstadt in New Jersey auf. Drei Jahre arbeitete sie nach einem Bachelor der University of Pennsylvania bei Goldman Sachs als Anleihehändlerin. Ihr Boss war Jon Corzine, der später Chef der Investmentbank und Gouverneur von New Jersey wurde.

Danach zog sie an die amerikanische Westküste, um an der Standford University ihren MBA zu machen – und zufällig an einem Abend vor einem Vierteljahrhundert neben Jobs zu sitzen.

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