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09.05.2011

09:53 Uhr

Le Salon

Neue Antiquitätenmesse für Paris

VonOlga Grimm-Weissert

Der ‚Salon du Collectionneur’ ist tot, es lebe ‚Le Salon’. Patrick Perrin kündigt eine neue Pariser Antiquitäten- und Gemälde-Messe an. Sie soll vom 14.bis 18.9.2011 in den Pariser Tuilerien in einem Zelt stattfinden.

Patrick Perrin startet eine zweite Zeltmesse in Paris. Quelle: Céline Nieszawer

Patrick Perrin startet eine zweite Zeltmesse in Paris.

ParisDer französische Antiquitätenhändler-Verband stellt den „Salon du Collectionneur/Sammler-Salon“ ein. Die letzte Messe im Jahre 2009 war krisenbedingt und wegen ihres schlecht definierten Konzepts ein kommerzieller Misserfolg. Diese alle Sammelgebiete umfassende Messe fand alle zwei Jahre im Wechsel mit der Antiquitäten-Biennale statt. Der Messeorganisator und Antiquitätenhändler Patrick Perrin (51) ist indes davon überzeugt, dass die attraktive Stadt Paris neben dem von ihm organisierten „Pavillon der Künste und des Design“ (PAD), der seit 1998 im April unter einem Zelt in den Tuilerien stattfindet, eine zweite Messe verträgt. Die heißt "Le Salon", widmet sich Antiquitäten und Gemälden und findet von 14. bis 18. September 2011 erstmals statt. Zur räumlichen Unterscheidung des eingestellten „Salon du Collectionneur“, der zuletzt in der viel zu großen Kuppelhalle des Grand Palais stattfand, hebt Perrin den Vorteil seines PAD–bewährten Zelts hervor: „Der Plan im Inneren des Zelts im Park der Tuilerien bleibt immer gleich und einfach: drei Kojenreihen bilden zwei lange Alleen, wo die Besucher automatisch sämtliche Aussteller sehen“. Der jährliche Turnus, die andere Trägerschaft und der im Zelt abgedunkelte Parcours sollen im Verhältnis zum Tageslicht des Kuppelbaus ein völlig anderes Ambiente ergeben.

Große Händler und gute Händler

Perrin lässt ein Zelt von 250 Meter Länge und 20 Meter Breite aufstellen. Je nach Standgröße können 70 bis 90 Galerien teilnehmen. „In diesem Jahr rechne ich mit 70 Galerien. Der ‚Salon’ soll ein regelmäßiger Termin für die Sammler werden, d.h. auch in den Jahren stattfinden, in denen die Antiquitäten-Biennale in Paris die internationalen Spitzenhändler versammelt.“ Für den zweiten „Salon“ im Jahr 2012 möchte Perrin das gleiche Datum wie die 'Biennale' wählen. „Die großen Händler stellen auf der 'Biennale' aus, die guten Händler am 'Salon'. Wobei ich mit 'großen' Händlern jene meine, die über ein großes Lager verfügen, und mit 'guten' Händlern jene, die ihre Stücke laufend umsetzen und finanziell jonglieren müssen. Die Standpreise sind dementsprechend, denn wir verlangen nur 495 Euro pro Quadratmeter“, so der Sohn des Antiquitätenhändlers Jacques Perrin.

Weltweite Messeaktivitäten

Patrick Perrin hatte erstmals im September 2003 eine Herbst-Version seines „Pavillon des arts“ lanciert, wo er Aussteller für mehrere Sammelgebiete vereinte. Sie wurde wegen der relativ geringen Anzahl an beteiligten Händlern eingestellt. Im Verhältnis zum organisatorischen Aufwand war der Herbst-PAD damals unrentabel. Aber die Situation des Kunstmarktes hat sich seither grundlegend geändert. Der aktuelle Trend der Sammler geht zu Auktions- bzw. Messekäufen. In Frankreich sind Messen, die ein großes Panorama von Galerien bzw. Kunstobjekten bieten, sehr beliebt.

Nur 35 Anmeldungen

Perrin, der die Organisation des „Pavillon des Arts et Design“ gemeinsam mit dem auch in London tätigen Gemäldehändler Stéphane Custot lancierte, ist bereits in Paris und London erfolgreich. Sein „Pavillon des Arts et Design Paris“ lief Ende März in Paris zum 15. Mal. Der PAD-Ableger in London geht im Oktober 2011 in die fünfte Runde. Im November 2011 soll der PAD New York starten. Der Präsident des Antiquitätenhändler-Verbandes, Christian Deydier, verantwortlich für die Pariser Nobel-Veranstaltung „Antiquitäten-Biennale“ und indirekt ein Konkurrent bezüglich des Herbsttermins, begrüßt jedoch Perrins Initiative. Denn er meint, dass viele Händler noch nicht das Niveau der ‚Antiquitäten-Biennale’ haben und froh sind, zum gleichen Zeitpunkt in Paris auszustellen. Bis jetzt haben sich 35 ausschließlich französische Galeristen angemeldet, also erst die Hälfte der für das Jahr 2011 geplanten Aussteller. Übrigens rechnet Patrick Perrin im ersten Jahr mit einer geringen ausländischen Beteiligung.

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