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16.01.2013

17:29 Uhr

Lenbachhaus

München will Beuys-Zentrum werden

VonSabine Spindler

Das Lenbachhaus in München stellt die Weichen, um sich als Beuys-Zentrum zu profilieren. Vier Monate vor der Eröffnung des Erweiterungsbaus gab das Haus den Ankauf eines Hauptwerks von Beuys und neue Kooperationen mit Stiftern und Sammlern bekannt.

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus mit dem Neubau von Foster & Partner links. Städtische Galerie im Lenbachhaus, München

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus mit dem Neubau von Foster & Partner links.

MünchenDas Münchner Lenbachhaus will sich als Beuys-Zentrum profilieren. Entsprechend äußerte sich Kulturreferent Georg Küppers jüngst auf der Jahrespressekonferenz. Vorausgegangen war der Ankauf des Environments „vor dem Aufbruch aus dem Lager I“ von 1970/80 aus der Sammlung des Verlegers Lothar Schirmer. Damit verfügt das Lenbachhaus über ein weiteres Hauptwerk des deutschen Künstlers. Bereits 1979 wurde das Beuys-Environment „zeige deine Wunde“ erworben. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

Werke des bedeutenden deutschen Künstlers sollen breiten Raum im neu errichteten Bau für moderne und zeitgenössische Kunst einnehmen. Aus der Sammlung des Münchner Verlegers werden dem Lenbachhaus weitere 17 plastische Beuys-Arbeiten aus der Zeit von 1949 bis 1970 zur Verfügung stehen, darunter die Werke „Bienenkönigin“ und „Hasengrab“. Wie Lothar Schirmer gegenüber dem Handelsblatt mitteilte, werden die Beuys-Objekte noch in diesem Jahr als Schenkung in den Besitz der öffentlichen Sammlung übergehen. Schirmer, der bereits mit 17 Jahren Arbeiten von Beuys erwarb, gehört zu den wichtigsten Privatsammlern des Düsseldorfer Künstlers. Er besitzt auch zahlreiche Zeichnungen und Fotografien von Kunst-Aktionen. Es sei seine Idee, auch diese Werkgruppen auf längere Sicht in den Bestand des Lenbachhauses zu integrieren, erklärte er im Gespräch mit dieser Zeitung.

KiCo-Stiftung ist neuer Partner

Dass die öffentliche Hand allein heute kein Kunst-Museum auf der Höhe der Zeit bestreiten kann, offenbaren auch die Kooperationen des Lenbachhauses mit Stiftern und Sammlern. Wichtige Werke der deutschen Romantik, der Düsseldorfer Malerschule und der Schule von Barbizon wurden dem Museum unlängst durch die Christoph Heilmann Stiftung anvertraut. Die Leihgaben knüpfen an die Gründungsidee von 1929 an, eine Galerie für die regionale Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts zu schaffen. Der Kunstwissenschaftler Christoph Heilmann war vor seiner Pensionierung im Jahr 2000 als Konservator der Bayerischen Staatsgemäldesammlung tätig.

Als neuer Partner des Hauses hat sich zudem die KiCo-Stiftung etabliert. Hinter dem Kürzel verbergen sich zwei Sammler aus Bonn. Ihr Ziel ist es nicht, eine eigene Sammlung aufzubauen, sondern Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren. Für das neue Haus ermöglichten sie eine gemeinsame Rauminstallation mit Werken des Fotografen Wolfgang Tillmans und der Künstlerin Isa Genzken. Momentan arbeitet das Lenbachhaus an einem Ausstellungskonzept für die von KiCo erworbene Installation „Never again“ von Monica Bonvicini. Das 2005 entstandene Kunstwerk der in Berlin lebenden Künstlerin war auf der Biennale in Venedig ausgestellt worden.

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