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15.05.2018

08:43 Uhr

Das Aktgemälde ist für 157 Millionen Dollar (etwa 132 Millionen Euro) versteigert worden. dpa

„Liegender Akt (auf der linken Seite)“ von Modigliani

Das Aktgemälde ist für 157 Millionen Dollar (etwa 132 Millionen Euro) versteigert worden.

„Liegender Akt“

Modigliani-Gemälde für 157 Millionen Dollar bei Sotheby's versteigert

Bei seiner Entstehung sorgte das Gemälde für einen Skandal. Sotheby's bricht mit dem Verkauf hingegen einen internen Rekord.

New YorkEin Aktgemälde des italienischen Malers Amedeo Modigliani ist für 157 Millionen Dollar (etwa 132 Millionen Euro) versteigert worden. Das Werk „Liegender Akt (auf der linken Seite)“ von 1917 ist damit auch das teuerste versteigerte Gemälde in der Geschichte des 1744 in London gegründeten Auktionshauses Sotheby's.

Der Höchstpreis wurde bei der Auktion am Montag in New York allerdings verfehlt. Im November 2015 war im New Yorker Auktionshaus Christie's der Modigliani-Akt „Nu couché“, im Englischen auch als „Red Nude“ („Roter Akt“) bekannt ist, für 170,4 Millionen Dollar versteigert worden. Das nun versteigerte Gemälde „Nu couché (sur le côté gauche)“ zeigt eine auf weißer Decke liegende Frau, die dem Betrachter den Rücken zuwendet und über ihre Schulter blickt.

Modigliani (1884-1920) malte insgesamt 22 liegende nackte Frauen, die damals für einen Skandal in der Kunstwelt sorgten. Die meisten davon sind heute im Besitz von Museen.

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Picassos „Le Repos“ wird bei Sotheby's versteigert. Darauf zu sehen ist ein Motiv der Liebe. Doch das Bild ist auch Zeugnis eines erbitterten Scheidungskriegs.

Der vorige Besitzer hatte für „Nu couché (sur le côté gauche)“ 2003 nicht einmal ein Sechstel des jetzt erzielten Erlöses gezahlt. Sotheby’s gibt die Identität des Einlieferers nicht bekannt, es soll sich aber um den irischen Pferderennsport-Mogul John Magnier handeln. Ebenfalls am Montag versteigert wurde Pablo Picassos Akt „Le Repos“, das seine Liebhaberin Marie-Thérèse Walter zeigt. Es erzielte einen Preis von fast 37 Millionen Dollar (31 Millionen Euro).

Sotheby's-Konkurrent Christie's, das gerade erst den Nachlass der Rockefeller-Erben versteigert hat, bereitet sich unterdessen auf die Versteigerung wertvoller Gemälde aus dem 20. Jahrhundert von Dienstag an vor. Bei zwei Kunstwerken – Kasimir Malewitschs „Suprematistische Komposition“ und Constantin Brancusis Skulptur „La Jeune Fille Sophistiquée“ – rechnete das Auktionshaus zuletzt mit einem Erlös von jeweils 70 Millionen Dollar (59 Millionen Euro).

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Für die Auktion eingeplant war ursprünglich auch Picassos Selbstporträt „Le Marin“, das zur Sammlung des US-Milliardärs und Kasino-Betreibers Steve Wynn gehört. Dieses wurde bei letzten Vorbereitungen aber „versehentlich beschädigt“ und musste zur Restaurierung von der Auktion zurückgezogen werden, wie Christie's mitteilte.

Sammler Wynn, der im Februar nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung von Angestellten vom Chefsessel seines Geschäftsimperiums zurückgetreten war, scheint zudem kein Glück mit Picassos zu haben: Bereits 2006 beschädigte er selbst das ihm gehörende Picasso-Gemälde „Le Rêve“ („Der Traum“), als er es Freunden zeigen wollte – und das, nachdem er sich bereits mit dem Hedgefonds-Manager Steve Cohen auf einen Verkauf für den Preis von 139 Millionen Dollar geeinigt hatte.

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Der Deal platzte, Wynn musste das Gemälde restaurieren lassen, anschließend wurde der Wert auf 85 Millionen Euro geschätzt. Glück im Unglück für Wynn: Der ursprüngliche Interessent Cohen kaufte „Le Rêve“ einige Jahre später trotzdem – für satte 155 Millionen Dollar und damit mehr, als er vor der Beschädigung an Wynn hatte zahlen wollen.

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