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26.03.2012

14:21 Uhr

12 Stunden in Bangkok

Die Stadt der Engel

VonYavi Bartula

Bangkok ist eine der heißesten Städte der Welt: Das gilt fürs Klima ebenso wie für die Küche und Attraktivität der Bewohnerinnen. Thailänder bezeichnen Bangkok voller religiöser Stätten als „Krung Thep“, Stadt der Engel.

Hier sehen Sie die Spitzen der Chedi-Gruppe im Wat Pho. Jeder der vier 42 Meter hohen Rundtürme wurde von einem thailändischen König zur Lobpreisung Buddhas erbaut und zeigt mit seiner kostbaren Mosaik-Bestückung die starke Relevanz des Glaubens für die Bevölkerung. Yavi Bartula

Hier sehen Sie die Spitzen der Chedi-Gruppe im Wat Pho. Jeder der vier 42 Meter hohen Rundtürme wurde von einem thailändischen König zur Lobpreisung Buddhas erbaut und zeigt mit seiner kostbaren Mosaik-Bestückung die starke Relevanz des Glaubens für die Bevölkerung.

BangkokDie Hauptstadt Thailands trägt ihren Namen nicht nur zu Recht, sondern mit Würde. Stolz werden die kulturellen Schätze gepflegt und gezeigt, die besonders wertvollen Relikte akzentuiert. Bangkok ist deshalb ein echtes Mekka für den, der substantielle Kulturerinnerung liebt und sie in aufregenden, ungezügelten Metropolen sucht.

Wenn Sie zu diesen neugierigen Menschen gehören, sollten Sie sich unbedingt auf diesen Höhenflug inklusive einem Besuch der Wolke Sieben begeben. Doch seien Sie sich bewusst, dass dieser Besuch nur von kurzer Dauer ist.

Denn oft reißt der glorreiche Himmel auf und lässt Sie von ganz oben auf harten, schmutzigen Boden herabfallen. Bangkok ist nämlich weiß Gott keine Stadt, die Sie auf Wattebäuschchen bettet und dazu einen kühlen Cocktail serviert. Jedenfalls nicht immer.

Mit einer heißen Brühe dürfen Sie aber jederzeit rechnen. Bangkok ist nämlich sehr heiß. Tropisch heiß laut Klimatabellen, optisch heiß nach Meinungen seiner Kenner. Und die meinen die markante Attraktivität, die auf die Stadt zweifellos zutrifft. „Heiß“ sind die Frauen, ihre Outfits, das Nachtleben, die vielen verschiedenen Locations.

Und würde man Kunst und Kultur umgangssprachlich ebenfalls als „heiß“ bezeichnen, wären sie es auch. Nennen wir sie in dem Zusammenhang rücksichtsvoll „schön“ und zollen ihnen damit den nötigen Respekt. Doch das wird nicht reichen. Respekt ist in Thailand eine wichtige Prämisse, da Gottheiten nach wie vor prominenter sind, als nationale Fernsehstars. Und die verdienen einen adäquaten Umgang, auch seitens fremder Besucher.

Die über 400 Wats (buddhistische Tempel) der Stadt sollten deshalb nicht ohne großzügige Körperbedeckungen betreten werden – mit Ausnahme der Schuhe. Die müssen draußen bleiben. Am besten auch ohne Kamerablitz, da die göttlichen Abbilder, sofern sie sich in den sakralen Räumen befinden, nicht gestört werden dürfen.

Wissenswertes über Bangkok

Der älteste Ort der Stadt

Das Kloster des liegenden Buddhas Wat Pho wurde im 16. Jahrhundert errichtet und ein Jahr vor der Stadtgründung Bangkoks 1781 komplett neu gebaut. Damit ist die größte Klosteranlage Bangkoks älter als die Stadt selbst.

Die beste Thaimassage...

...kann man in der ganzen Stadt und an jeder Ecke suchen, man findet sie aber angeblich im Kloster Wat Pho. Hier ist nämlich die renommierteste Massageschule des Landes. Tipp: Sehr früh oder so spät wie möglich kommen, um nicht allzu lange auf die Behandlung warten zu müssen.

Längster Ortsname der Welt

Wir sparen uns an dieser Stelle den thailändischen zeremoniellen Namen für Bangkok. Ins Deutsche übersetzt bedeutet er aber: „Stadt der Engel, große Stadt [und] Residenz des heiligen Juwels Indras [ Smaragd-Buddha ], uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishnukarm gebaut wurde.“ Der Name beleuchtet zwar nur eine Seite der Medaille, dafür aber sehr präzise.

Abschlepp-Gefahr!

Besonders zwischen dem Tempel Wat Pho und dem Grand Palace treiben sich kriminell organisierte Schlepper umher, die Ihnen weismachen wollen, die royalen und heiligen Anlagen seien geschlossen. Sie bieten Ihnen dann eine sehr verlockende Alternative und sind natürlich bereit, Sie dort hin zu fahren. Fallen Sie nicht auf diese Maschen herein, es sei denn, Sie möchten den Tag in zwielichtigen Schmuck-, Stoff- und Souvenirläden verbringen.

Günstiges Gourmet-Fleisch

Sie wollten schon immer mal das berühmte zart massierte Kobe-Rind kosten, hatten bisher aber leider nicht das nötige Kleingeld? Vielleicht reicht es ja für den Genuss des Premium-Fleisches in Thailand, denn hier ist das Steak ein wenig günstiger. Eine der besten Adressen dafür ist das Nobel-Restaurant Banyan Tree. Abendgarderobe und ein paar Geldscheine sind trotzdem Pflicht.

Langsamste Metropole der Welt

In keiner anderen Stadt gibt es so viel Stau. Mit höchstens 15 Kilometern pro Stunde bewegen sich über sechs Millionen Fahrzeuge von A nach B. Die Polizei hat sogar Hebammen ausbilden lassen, da es viele schwangere Frauen nicht rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen. Der Verkehr Bangkoks ist also eine abenteuerliche Attraktion für sich, bedarf aber jeder Menge Vertrauen und Geduld.

Am Abend können Sie ihn dann wieder anmachen. Denn Bangkok kennt nach Sonnenuntergang keine Tabus. Es ist, als ob man im Dunkeln die explosiven Exzesse nachholen würde, die sonst am Tage von den Göttern überwacht würden. Doch nachts schlafen sie -  Sie allerdings hoffentlich nicht.

Kommentare (2)

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Harlemjump

26.03.2012, 19:28 Uhr

Ich fliege seit 10 Jahren 1 bis 2x für ein paar Tage nach Bangkok, bevor ich von dort aus an die thailandischen Strände oder nach Indonesian, Hongkong, Vietnam etc. weiterfliege.

Der Bericht im HB hat in komprimmierter Form eigentlich alles wesentliche erwähnt, doch sei jeder gewarnt, der meint, Bankok sei ein leichtes Ziel.

Die Stadt will erobert werden und man muss viel Geduld und Kondition mitbringen, um die Stadt wirklich lieben zu lernen.

Es ist nicht nur die zwischen 13 und 17 Uhr geradezu unerträgliche schwüle Hitze, der man widerstehen lernen muss, sondern auch das laute Gedränge auf den Straßen und Märkten erfordern eine gute Kondition.

Belohnt wird man mit unglaublichen Eindrücken für Augen, Nase und Mund.

Nach 3 bis 4 Tagen sollte man jedoch die Stadt verlassen, um sich an ruhigeren Orten zu erholen und dann nach einiger Zeit unbedingt wieder zurückkehren.

Markus

27.03.2012, 08:26 Uhr

Wer mehr und regelmässiger über Thailand informiert werden will, schaut am besten bei der Facebook Gruppe: Deutschsprachige Expats und Thailand Fans vorbei: https://www.facebook.com/groups/ThailandFans/ Viel Spass! ;-)

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