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17.12.2011

10:57 Uhr

12 Stunden in Berlin

Die Göre mit ein bisschen Glamour

VonYavi Bartula

Berlin ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Doch sie machen diesen Ort zu einem polarisierenden Mix aus Hoch- und Subkulturen. Man hasst, oder aber man liebt es. Und das ist das Besondere daran.

Berlin ist eine Entdeckungsreise wert - nicht nur wegen dem Bundestag. dpa

Berlin ist eine Entdeckungsreise wert - nicht nur wegen dem Bundestag.

BerlinDiese unübersehbare Diskrepanz zwischen Schimmer und Schmutz spiegelt sich in den krassen Gegensätzen von Bourgeoisie und Proletariat, klassischen Kulturgütern und alternativer Szene, Geschichte und Moderne wider, die in dieser Art wohl nur unsere Hauptstadt vorzuweisen hat. Die machen sie aber auch zu einer der interessantesten Städte überhaupt und locken jeden Monat Millionen von Besuchern aus aller Welt an - das ganze Jahr über.

Die Tourismus-Branche wächst kontinuierlich und viele der Besucher sind sich darüber einig, dass Berlin vielleicht nicht die schönste, aber womöglich die coolste Stadt Deutschlands ist. Denn sie maskiert ihre dreckigen Ecken nicht, pflegt aber akribisch die sauberen. Ein ungewöhnliches Bild, das in bewusstem Umgang mit diesen Differenzen entsteht. Dank diesem bleibt Berlins Gesichter-Potpourri unberührt und Sie werden ihm auch während eines (viel zu kurzen) 12-Stunden-Aufenthaltes nicht entgehen.

Dabei ist es ganz egal, ob Sie das nun sehen wollen oder nicht. Und selbst wenn Sie einige Plätze Berlins nur flüchtig passieren, werden Ihnen dieser ambivalente Charakter und die vermeintliche Gut-Böse-Kategorisierung, die keinesfalls als solche gemeint ist, überall begegnen. Berlin steht zu seinem kontroversen Wesen und eckt mit dieser unangefochtenen Authentizität vielleicht ein wenig an, wird deshalb gemieden oder eben verehrt.

Sie sind skeptisch? Versuchen Sie sich dann darüber bewusst zu werden, wie groß der soziale und kulturelle Reichtum Berlins und die gleichzeitige Bereicherung für Deutschlands innenpolitische Stabilität ist. Vielleicht werden Sie diese raren Kontraste zu schätzen wissen und nach einem Tagestrip  länger bleiben wollen, um mehr von ihnen zu erleben.

Es würde sich jedenfalls sehr anbieten. Denn unsere Hauptstadt macht ihren Gästen auf Grund des vielfältigen Angebots den Besuch schwer. Die Sehenswürdigkeiten liegen außerdem in der gesamten Stadt verstreut, weshalb bei einem kurzen Trip sehr bedacht selektiert werden muss.

Zwar liegen einige Top-Spots konzentriert beisammen und sind fußläufig erreichbar, doch die wahren Insider knüpfen leider nicht an den Alexanderplatz oder den Ku’damm, sondern liegen außerhalb der klassischen Touristenhochburgen in Berlin-Mitte. Wer neben den Mainstream-Lieblingen auch echte Berliner-Lieblinge kennen lernen will, muss sich also mit dem Fahrrad oder dem gut ausgebauten U-Bahn-Netz anfreunden – und dabei den Stadtplan stets mit sich führen! Verlassen Sie sich nämlich lieber auf Ihre eigene Orientierung, denn es kann gut sein, dass der eine oder andere muffige Berliner Ihre Hilferufe eiskalt ignoriert. Machen Sie sich nichts daraus – auch das ist typisch Berlin.

Kommentare (1)

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Andreas-Bln

17.12.2011, 16:17 Uhr

schöne kombination aus dem standard-programm verfeinert mit ein paar insidern die nichtmal ich als alt-berliner kenne

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