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24.11.2011

13:24 Uhr

12 Stunden in Warschau

Zwischen Weltkulturerbe und Szenetreff

VonYavi Bartula

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah? Nur wenige Deutsche waren in Polen, die meisten wollten aber „schon immer mal hin“. Ein Rundgang durch die spannende polnische Hauptstadt Warschau.

Die Sirene: Das Wahrzeichen Warschaus.

Die Sirene: Das Wahrzeichen Warschaus.

WarschauDie wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen werden immer enger, der grenzübergreifende Austausch und die Expansion großer Unternehmen immer intensiver. Nicht nur Geschäftsreisende, auch Touristen, Künstler und Studenten kommen nach Breslau, Danzig, Krakau - und natürlich Warschau. Viele, um zu bleiben.

Warschau sei das neue London, hip und alternativ, munkelt die Szene. In Berlin spricht man schon von Warschau als dem „neuen Trend“ in Punkto Fashion und Kultur. Aber machen Sie sich am besten ein eigenes Bild von dem neuen London des Ostens und dem neuen Lieblingstrend Berlins. Und vielleicht finden Sie hier Ihren eigenen, einen, der dauerhaft bleibt.

Voraussetzung für Ihre persönliche Entdeckungstour ist eine zentrale Einquartierung. Wer die weltweit indifferenten Continental-Bleiben meiden möchte, hat allerlei spannende Alternativen. Auch solche, die besonders dem Stadt- und Geschichtsbild Warschaus gerecht werden. Ganz traditionell und nobel: Das Le Meridien Bristol auf dem historischen Königstrakt, Wand an Wand mit dem Präsidentenpalast, gestiftet von dem Meisterpianisten Ignacy Paderewski. Sie können sogar in seiner Suite bleiben - sie gehört für knappe 2000 Euro die Nacht Ihnen.

Ein kleiner Trost: alle anderen Zimmer liegen im Preis darunter. Etwas ganz anderes, aber ganz Wunderbares, ist das berühmte und mehrmals ausgezeichnete Hostel Okidoki. Es geht wohl kaum zentraler und vielleicht kaum kreativer. Die Zimmer sind individuell von Künstlern oder dem Besitzer des Hauses designt, tragen Namen wie „The House of Fashion“ oder „The Newspaper Room“, sind zwischen 10 und 50 Euro die Nacht zu haben. Eine Dependance des Hostels ist übrigens das Boutique Hotel „Castle Inn“ in der Altstadt.

Damit Sie im unberechenbaren Straßenverkehr keine wertvolle Zeit verlieren, lassen Sie sich am besten noch am Flughafen/Bahnhof oder im Hotel alle Strecken des Stadtkerns markieren (die netten Polen machen das garantiert gerne für Sie), besonders, weil einige der Straßen gerade unpassierbar sein könnten. Warschau wächst und gedeiht, hinterlässt auf seinem Weg nach oben jedoch viele hässliche Spuren. Es gibt noch zahlreiche im Sozialismus entstandene Bauten, aber auch neue Bankengebäude erweisen sich nicht immer als optimale Alternative. Alte Schönheitsfehler werden mehr oder weniger erfolgreich korrigiert. Das gehört hier dazu, nimmt der Stadt aber nicht seinen Charme.

Warschau blickt der Europameisterschaft 2012 entgegen und verändert sich besonders jetzt von Tag zu Tag. Gehen Sie gerade deswegen zu Fuß. Nicht nur, weil Sie die Baustellen flink umgehen, hohe Parkgebühren sparen oder volle Straßenbahnen meiden können, sondern weil die Warschauer selbst es auch oft so machen. Und die müssen’s wissen. Bei einem Fußmarsch sehen Sie nicht nur mehr von dieser dynamischen, wirren Stadt, sondern können eine ganz besondere Strecke in ihrem eigenen Tempo erleben.

Kommentare (2)

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falko

24.11.2011, 14:53 Uhr

Dies ist eine sehr interessante und echte Artikel. Danke schön. Wiesław falko Fałkowski

www.BradSticks.com

24.11.2011, 16:32 Uhr

Schöner Text und das Teaser-Foto PERFEKT gewählt bei dem Wetter!

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