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02.06.2011

10:03 Uhr

20 Jahre ICE

Der „weiße Blitz“ ist erwachsen geworden

Mit 20 ist der ICE kein Teeny mehr. Nach einer wechselvollen Jugend mit so manchen ärgerlichen Technikproblemen vor allem in der jüngeren Vergangenheit jagt der weiße Renner der Bahn nicht mehr nach neuen Temporekorden.

Hamburg/BerlinDer Bundesverkehrsminister hieß Günther Krause, der Bundespräsident Richard von Weizsäcker und das Staatsunternehmen noch Deutsche Bundesbahn. Am 2. Juni 1991 nahm der Intercity Express (ICE) den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland auf. Was mit 25 der schneeweißen Züge begann, ist innerhalb von 20 Jahren zu einer Flotte von 252 Fahrzeugen geworden, die gut 60 Prozent des Fernverkehrs leistet. Täglich fahren 210.000 Menschen mit dem ICE. Er ist erwachsen geworden - und Nachwuchs ist in Sicht.

"Es ist heute an der Zeit, dass wir einen Generationswechsel einleiten", sagte Bahnchef Rüdiger Grube vor drei Wochen. Da unterzeichneten er und Siemens-Vorstandschef Peter Löscher einen Vertrag mit einem Volumen von sechs Milliarden Euro für mindestens 220 neue Fernzüge des Münchner Konzerns. Bis zu 300 dieser ICx könnten es am Ende werden. Wenn die ersten Züge 2016 in Dienst gestellt werden, ersetzen sie freilich zunächst einmal die betagten Intercitys, die schon heute bis zu 40 Jahre alt sind.

Eine zweite ICx-Variante soll bis Mitte des kommenden Jahrzehnts die älteren ICE 1 und ICE zwei ablösen. Was die Fahrgäste der Deutschen Bahn dann erwartet, ist eher Evolution als Revolution: Die Züge haben Speisewagen und Bistro, ein Familienabteil und Deckenmonitore mit Fahrgastinformationen. Sie werden mit Spitzentempo 249 sogar langsamer sein als der jüngste ICE 3, der 300 Kilometer pro Stunde schafft.

Höhen und Tiefen aus 20 Jahren ICE

2. Juni 1991

Der erste ICE geht in Hamburg-Altona an den Start.

September 1992

Aufnahme des ICE-Verkehrs auch in die Schweiz.

1996

Inbetriebnahme ICE 2, ab 1998 mit Steuerwageneinsatz.

3. Juni 1998

Unglück von Eschede: 101 Tote

September 1998

Eröffnung der Schnellfahrstrecke Berlin-Wolfsburg

1999

Inbetriebnahme des ICE T mit Neigetechnik für kurvige Strecken

2000

Inbetriebnahme ICE drei - Deutschlands erster serienmäßiger Zug für Tempo 300. In einer neuen internationalen Kooperation mit der niederländischen Staatsbahn NS wird zwischen Frankfurt/Main und Amsterdam die erste internationale ICE-Linie im Zwei-Stunden-Takt eingerichtet.

2002

Nach der Vollendung der Neubaustrecke Köln-Rhein/Frankfurt/Main beschleunigt der ICE erstmals in Deutschland fahrplanmäßig auf 300 Stundenkilometer.

Ende 2004

Nach dem Ausbau der Strecke Berlin-Hamburg für Tempo 230 verbindet der ICE Deutschlands größte Städte in rund 90 Minuten.

Mai 2006

Mit dem Fahrplanwechsel Ende Mai 2006 kann der ICE auch zwischen Nürnberg und Ingolstadt auf neuer Trasse mit Tempo 300 fahren.

Juni 2007

Start des grenzüberschreitenden ICE-Verkehrs nach Frankreich. Erstmals verbindet der ICE Frankfurt/Main mit Paris, der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV Stuttgart und Paris.

9. Juli 2008

Ein Radsatzwellenbruch bei der Ausfahrt eines ICE drei aus Köln führt zu einer drastischen Verkürzung der Ultraschall-Prüfintervalle. Auch die Prüfintervalle der anderen Baureihen werden teils drastisch reduziert.

19. Oktober 2010

Präsentation eines ICE drei in London im Bahnhof St. Pancras International

9. Mai 2011

Vertragsunterzeichnung mit Siemens über den Abruf von bis zu 300 ICx. Dies ist die größte Investition in der Geschichte der DB.

Anfang 2012

geplante Inbetriebnahme des neusten ICE drei M (Baureihe 407)

Aber darauf kommt es den Planern nicht an, 300 km/h werden heute ohnehin nur auf den Schnelltrassen Köln-Frankfurt und Nürnberg-Ingolstadt gefahren. Wichtiger ist ihnen das Energiesparen. Das wird wie bei Autos und Flugzeugen mit leichterer Bauweise erreicht. So wird die neue Zuggeneration nach Bahn- und Siemens-Angaben bis zu 30 Prozent weniger Strom verbrauchen als die heutigen ICE. Der Clou des ICx ist sein Baukastenprinzip: Es gibt Wagen mit und ohne Antrieb, die als Module zu 24 verschiedenen Zugvarianten kombiniert werden können.

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