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15.07.2011

12:23 Uhr

Achim Mentzel wird 65 Jahre

Von einer Stimmungskanone, die sich durchkämpfte

Von vielen in Deutschland wegen seiner humorvollen Art geschätzt, von manchen als Ulknudel aus dem Osten bloß belächelt: Der Entertainer Achim Mentzel wird 65. Für den Lockenkopf kein Grund, sich zur Ruhe zu setzen.

Achim Mentzel: „Ich mache gern Musik. Solange die Leute nicht nur höflich klatschen, sondern begeistert sind, ist alles okay.“ Quelle: dpa

Achim Mentzel: „Ich mache gern Musik. Solange die Leute nicht nur höflich klatschen, sondern begeistert sind, ist alles okay.“

Cottbus„Ich hatte richtig Glück, privat und beruflich“, lautet das Resümee von Achim Mentzel, wenn er über sein Leben nachdenkt. Sein 65. Geburtstag am 15. Juli bietet dem bundesweit bekannten Lausitzer dafür wieder Gelegenheit. Doch mit dem Blick zurück ist das so eine Sache: „Mit 65 liegt mehr hinter als vor mir, das macht nachdenklich. Aber ich würde alles wieder genauso machen.“

Damit meint der lustige Zwei-Zentner-Mann auch: Jugendlicher Rocker in der DDR auch mal mit Spielverbot, Entscheidung gegen eine Fußballkarriere und für die Stimmungsmusik, private „Auszeit“ in der damaligen BRD und freiwillige Rückkehr in die DDR. Der Moderator von Fernseh- und Bühnenshows lebt mit seiner vierten Ehefrau zusammen, hat acht Kinder und ist Künstler durch und durch.

Kurz nach dem Krieg 1946 in Ost-Berlin geboren, lernte Mentzel auf Rat seiner Eltern erstmal das Handwerk des Polsterers. Damals lebte er schon seine Leidenschaft für Musik aus. Mit 15 Jahren rockte er mit dem „Diana-Schau-Quartett“ durch Berliner Kneipen. Die Songs der Beatles und der Rolling Stones, gepaart mit Mentzels exzessiven Auftritten, waren beim Publikum beliebt. Bei den SED-Genossen nicht - es folgte ein Spielverbot mit 17 Jahren.

Mit 18 ging er als Versorgungsfahrer zur Armee und spielte mit der „Transportbataillon-Kombo“ in Dorfdiskos. Mentzel entschied sich für die Stimmungsmusik, „weil ich niemandem meine Texte vorlegen wollte“. Die politisch unverfänglichen Lieder waren gefragt und ermöglichten Engagements in West-Berlin, so 1973 mit dem „Alfons-Wonneberg-Orchester“. „Vor einem Auftritt dort holte der Schlagzeuger plötzlich seine Klamotten aus der Pauke und seine Papiere aus der Trommel. Ich fragte, was er macht und er sagte, „Na ich bleibe hier“.“

Kommentare (2)

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AJU

15.07.2011, 17:25 Uhr

Mentzel ist einfach eine Klasse für sich, habe mal "Fritzens Dampferband" live erlebt - ein Superspektakel an sich. Was wäre gewesen, wenn Achim und Nina damals noch dabeigewesen wären - ich kanns mir wirklich nicht vorstellen --- vielleicht so was ähnliches wie ein "unbegrenzter Hüttenalarm".

Account gelöscht!

15.07.2011, 20:58 Uhr

Muss das HB jeden agentur-scheiss über irgendwelche tingel-tangel-unterschichten-komiker nachdrucken? Es gibt wahrlich interessantere lebensläufe, auch und grade von leuten aus dem osten, nicht zuletzt von künstlern.

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