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26.05.2015

11:44 Uhr

ADAC und Stiftung Warentest

Kindersitz bricht bei Frontalzusammenstoß

Eltern haben bei der Auswahl des richtigen Kindersitzes die Qual der Wahl. Zahlreiche Modelle sind auf dem Markt. Von vier Modellen raten die Stiftung Warentest und der ADAC nach einem Test allerdings ab.

Eltern sollten b eim Kauf eines Kindersitzes das eigene Fahrzeug und das Kind mitzunehmen, um die zur Auswahl stehenden Modelle ausprobieren zu können. obs

23 Kindersitze im ADAC-Test

Eltern sollten beim Kauf eines Kindersitzes das eigene Fahrzeug und das Kind mitzunehmen, um die zur Auswahl stehenden Modelle ausprobieren zu können.

Berlin/MünchenBeim neuen Test der Stiftung Warentest und des ADAC haben mehr als die Hälfte der Kindersitze mit der Note „gut“ abgeschnitten. 14 der 23 getesteten Sitze bekamen das insgesamt „gute“ Qualitätsurteil, wie die Stiftung Warentest am Dienstag mitteilte.

Im Prüfpunkt Unfallsicherheit schnitten dabei neun Modelle mit „gut“ ab, eines sogar mit „sehr gut“. Damit übertrafen nach Angaben der Stiftung Warentest und dem ADAC 18 der 23 getesteten Kindersitze die gesetzlichen Mindestanforderungen deutlich.

Ein Kindersitz allerdings zerbrach im Test beim Frontalzusammenstoß. Er bekam die Note „mangelhaft“ – genauso wie drei weitere Sitze, welche die schlechte Bewertung wegen problematischer Schadstoffe bekamen, wie die Stiftung Warentest erklärte. Sie enthalten demnach erhöhte Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, die über die Haut in den Körper gelangen können, oder Naphtalin, das vermutlich Krebs erzeugen kann.

Die Ergebnisse des ADAC-Tests „Autokindersitze 2015“

ADAC-Urteil „mangelhaft“

Im Frontal-Crashtest versagte der Hauck Varioguard (bis 18 Kilogramm 0+/I), was zu einer Abwertung und damit zum ADAC-Urteil „mangelhaft“ führte. Beim Test mit dem Dummy in Sitzposition löste sich die Sitzschale im hinteren Bereich von der mit dem Dreipunktgurt befestigten Basis und der Sitz klappte nach vorne. Dies führt zu einem hohen Verletzungsrisiko, da ein im Sitz angeschnalltes Kind dadurch am Vordersitz aufprallen würde.

Quelle: ADAC

Weitere miese Ergebnisse

Drei weitere Sitze in der Gewichtsklasse bis 13 Kilogramm (Casualplay Sono Fix, Simple Paranting Doona und Simple Parenting Doona & Isofix Base) fielen in der Schadstoffprüfung durch. Die Tester konnten deshalb auch hierfür nur das Urteil „mangelhaft“ vergeben.

ADAC-Urteil „gut“

14 Sitze schnitten im Test „gut“ ab. Damit gibt es in jeder Kategorie und damit für jedes Alter gute Sitze. Das sind die Kindersitze mit guten Ergebnissen:

Bis 13 Kilogramm (0+)

Cybex Cloud Q, Cybex Cloud Q & Base Q-fix

i-Size ca. sechs Monate bis vier Jahre

Maxi Cosi Axissfix, Maxi Cosi 2way Pearl

9 bis 18 Kilogramm (I)

Ingelsina Amerigo I-FIX, Britax Römer King II ATS

Neun bis 36 kg (I,II,III)

Cybex Pallas M-fix, Caualplay Multiprotector Fix II, Cybex Pallas M

15 bis 36 Kilogramm (II,III)

Britax Römer Kidfix SL SICT, Cybex Solution M, Cybex Solution M-fix, Joie Trillo LX, Heyner Maxi Protect Aero

Durchgehend „gut“ bewerteten die Tester die Sitze bei der Ergonomie: Alle getesteten Sitze bieten ausreichend Platz und stützen den Kopf wirksam ab. Die meisten Sitze ließen sich auch einfach handhaben, lobten die Tester.

Für ihren Test „Autokindersitze 2015“ haben die Stiftung Warentest und der ADAC die Punkte Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffbelastung sowie Reinigung und Verarbeitung ins Visier genommen. Die Testkriterien wurden in diesem Jahr dem neuesten Stand der Technik angepasst.

Damit lagen die Anforderungen etwas höher, als bei früheren Untersuchungen. Der aktuelle Test sei somit nicht direkt mit jenen aus den Jahren 2011 bis 2014 vergleichbar. Gute Produkte aus diesen Jahrgängen seien jedoch weiterhin empfehlenswert.

Generell sollten Eltern sich vor dem Kauf eines Kindersitzes über das Angebot informieren. Beim Kauf selbst ist es ratsam, das eigene Fahrzeug und das Kind mitzunehmen, um die zur Auswahl stehenden Modelle ausprobieren zu können.

Nach dem Kauf ist es wichtig, sich mit der Handhabung des Sitzes vertraut zu machen; der richtige Einbau ist wichtig, damit der Sitz das Kind im Falle eines Unfalls bestmöglich schützen kann. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass der Sitz stabil im Fahrzeug steht und dass Gurte möglichst geradlinig verlaufen sowie straff angezogen werden.

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