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31.03.2016

16:17 Uhr

Beliebteste Vornamen

Jonas und Mia schlagen Maximilian und Hannah

Maximilian, Sophie, Emma: Bei den Vornamen für ihre neugeborenen Kinder zeigen sich Eltern in Deutschland eher konservativ. Es tauchen wenige neue Namen auf der Hitliste auf.

Einen heftigen Popularitätssprung erfuhr der Name Jonas: Er kletterte von Platz sieben auf Platz eins. dpa

Siegernamen

Einen heftigen Popularitätssprung erfuhr der Name Jonas: Er kletterte von Platz sieben auf Platz eins.

WiesbadenEltern in Deutschland nennen ihre neugeborenen Kinder weiterhin am liebsten Maximilian und Sophie/Sofie. Auf dem zweiten Platz der Hitliste für das Jahr 2015 folgen Alexander und Marie, wie die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Damit setzen die Eltern auf Bewährtes, auch im Jahr zuvor führten diese Namen das Ranking an. Auf Platz drei kam bei den Jungen Elias, der eine Position nach vorne rutschte. Bei den Mädchen behauptete Sophia/Sofia den dritten Rang.

Geht es aber nur nach dem Erstnamen, gibt es bei den Jungen eine deutliche Bewegung auf der Beliebtheitsskala der Eltern. Jonas sprang von Platz sieben auf Position eins. Auf den Plätzen zwei und drei der Erstnamen rangierten Maximilian und Ben. Im Vorjahr hatte Luis/Louis noch die Liste der ersten Vornamen angeführt. Dieser Name fiel aus der Spitzengruppe und landete auf Platz sechs.

Beim ersten Vornamen für die Mädchen übernahm Mia die Führung und löste Hanna/Hannah ab. Hanna/Hannah liegt jetzt auf Platz drei. Auf Platz zwei kommt bei den Mädchen Emma. Gut gefallen hat den Eltern im vergangenen Jahr auch der Name Anna, der sich von sieben auf fünf nach vorne schob. Mila kletterte bei den Erstnamen von Position zwanzig auf sieben.

Wie Vornamen das Leben bestimmen

Erfolgschancen

Namensforscher gehen davon aus, dass Vornamen Effekte haben. Auf Partnerschaftsbörsen im Internet klicken Frauen zum Beispiel Alexander um 102 Prozent häufiger an als Kevin. Mit Alexander assoziieren sie Bildung, mit Kevin wenig Sozialprestige.

Herkunft

In Deutschland werden Vornamen oft nach sozialer Schicht vergeben. Das Bildungsbürgertum bevorzugt klassische Varianten, die in Religion, Geschichte, Literatur oder dem eigenen Stammbaum eine Rolle spielen. Sozial schwache Familien orientieren sich gern an Fernsehshows und benennen ihre Kinder nach ihren Film-Helden.

Schule

Studien belegen, dass sich Pädagogen nicht von Namensklischees frei machen können. Sie schrieben Mädchen mit Namen Charlotte intuitiv positivere Eigenschaften zu als einer Chantal.

Kennenlernen

Bei der ersten Begegnung spielen Aussehen und Stimme eine große Rolle. Die erste Information, die wir über einen Menschen erhalten, ist aber oft sein Name. Populäre Vornamen werden dabei häufig positiv wahrgenommen, weil sie ein Gefühl der Vertrautheit vermitteln. Mit dubiosen Vornamen wie Laperla oder Pepsi-Carola verbinden viele Menschen unwillkürlich auch einen dubiosen Typ.

Trends

In den 60er Jahre riet ein Baby-Buch: Nennen Sie ihr Kind nicht Elke, wenn Sie nicht wollen, dass der ganze Kindergarten angerannt kommt. Ein ausgefallener Name kann einem Kind das Leben schwer machen - aber auch eine zukunftsweisende Idee sein. Wer vor 40 Jahren Friederike getauft wurde, hatte es nicht leicht. Heute gilt der Name als schick. Psychologen raten zu zeitlosen Vornamen.

Da viele Eltern ihren Kindern auch einen zweiten oder mehrere Vornamen geben, haben die Wiesbadener Sprachforscher unterschiedliche Listen erstellt. Gezählt werden zum einen alle bei den Standesämtern angegebenen Namen, also bei einem Kind mit mehreren Vornamen alle Nennungen. Daneben listet die Gesellschaft für deutsche Sprache auch den jeweils als ersten aufgeführten Namen auf.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat die Daten von etwa 650 Standesämtern mit insgesamt knapp 940.000 übermittelten Namenseintragungen für ihre Listen ausgewertet. Damit wurden nach ihren Angaben über 90 Prozent aller im vergangenen Jahr vergebenen Vornamen erfasst. Insgesamt seien knapp 60.000 verschiedene Namen bei den Standesämtern gemeldet worden.

Seit dem Jahr 1977 ermitteln die Wiesbadener Forscher die am häufigsten vergebenen Vornamen in Deutschland. Da es in Deutschland keine amtliche Namensstatistik gibt, wird das Statistische Bundesamt die Hitliste der GfdS nun auch in seinem Jahrbuch aufnehmen.

Von

dpa

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