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30.12.2015

11:47 Uhr

Beliebteste Vornamen

Mia schlägt Emma, Mila und Milan rücken vor

Wechsel an der Spitze: Mia hat Emma als beliebtesten Kindernamen für Mädchen abgelöst. Bei den Jungen bleibt alles beim alten. Die Aufsteiger heißen Mila und Milan. Neue Impulse dürfte ausgerechnet Star Wars bringen.

Mia und Ben sind wieder die beliebtesten Babynamen. dpa

Kurz und bündig

Mia und Ben sind wieder die beliebtesten Babynamen.

HamburgMia verdrängt Emma, Ben verteidigt seine Position und Mila und Milan sind die Aufsteiger des Jahres. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus der diesjährigen Vornamen-Statistik von Knud Bielefeld. Der Hobby-Namensforscher aus Ahrensburg bei Hamburg hat 183 396 Geburtsmeldungen aus Deutschland für das Jahr 2015 ausgewertet und damit nach eigenen Angaben mehr als ein Viertel - rund 26 Prozent - der Baby-Namen erfasst. „Von Jahr zu Jahr verändert sich immer wenig“, sagt Bielefeld der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Für ihn seien die Aufsteiger und Trends spannender, erläutert er. Und da blickt er derzeit besonders auf den neuen „Star-Wars“-Film.

„Ich bin gespannt, wie der Name Finn sich macht“, sagt Bielefeld. Der Name des neuen Helden, nämlich Finn, sei nun in aller Munde. „Ich bin sehr gespannt, ob das eher abschreckt oder mehr für den Namen wirbt“, sagt der Experte. Im aktuellen Ranking hat Finn - nebst Y-Variante Fynn - Platz fünf inne. Der alte „Star Wars“-Held Luke ist zwar noch nicht in den Top-Ten angekommen, aber laut Bielefeld ein Aufsteiger. Er hegt auch für Kylo Sympathie. So heißt der neue Schurke in der siebten Episode der Sternenkriegersaga. „Der passt vom Klang her ins Modenamen-Schema, und „y“ ist bei jungen Eltern im Trend“, sagt Bielefeld. Aber ob der Bösewicht als Namenspate herhält?

Wie Vornamen das Leben bestimmen

Erfolgschancen

Namensforscher gehen davon aus, dass Vornamen Effekte haben. Auf Partnerschaftsbörsen im Internet klicken Frauen zum Beispiel Alexander um 102 Prozent häufiger an als Kevin. Mit Alexander assoziieren sie Bildung, mit Kevin wenig Sozialprestige.

Herkunft

In Deutschland werden Vornamen oft nach sozialer Schicht vergeben. Das Bildungsbürgertum bevorzugt klassische Varianten, die in Religion, Geschichte, Literatur oder dem eigenen Stammbaum eine Rolle spielen. Sozial schwache Familien orientieren sich gern an Fernsehshows und benennen ihre Kinder nach ihren Film-Helden.

Schule

Studien belegen, dass sich Pädagogen nicht von Namensklischees frei machen können. Sie schrieben Mädchen mit Namen Charlotte intuitiv positivere Eigenschaften zu als einer Chantal.

Kennenlernen

Bei der ersten Begegnung spielen Aussehen und Stimme eine große Rolle. Die erste Information, die wir über einen Menschen erhalten, ist aber oft sein Name. Populäre Vornamen werden dabei häufig positiv wahrgenommen, weil sie ein Gefühl der Vertrautheit vermitteln. Mit dubiosen Vornamen wie Laperla oder Pepsi-Carola verbinden viele Menschen unwillkürlich auch einen dubiosen Typ.

Trends

In den 60er Jahre riet ein Baby-Buch: Nennen Sie ihr Kind nicht Elke, wenn Sie nicht wollen, dass der ganze Kindergarten angerannt kommt. Ein ausgefallener Name kann einem Kind das Leben schwer machen - aber auch eine zukunftsweisende Idee sein. Wer vor 40 Jahren Friederike getauft wurde, hatte es nicht leicht. Heute gilt der Name als schick. Psychologen raten zu zeitlosen Vornamen.

Vornamen in Deutschland werden auch von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden erfasst. Für 2014 ermittelte sie mithilfe der Standesämter als Favoriten bei den Erstnamen Hanna/Hannah und Luis/Louis. Sie präsentiert ihre Auswertungen jeweils im Folgejahr. Bielefeld stützt sich vor allem auf Geburtskliniken sowie Angaben von zehn Standesämtern.

Vorbild für den Shooting-Star des Jahres bei den Jungs - Milan - könnten Latin-Pop-Queen Shakira und der spanische Fußballspieler Gerard Piqué gewesen sein. Sie nannten ihren Erstgeborenen 2013 so. „Seitdem ist es der am stärksten aufstrebende Name“, sagt Bielefeld. „Wenn ein Name in den Medien vorkommt, wird er immer bekannter. Gerade wenn wir etwas hören, was wir mögen, dann mögen wir es anschließend noch lieber - ein psychologischer Effekt“, erklärt er.

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