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17.04.2011

11:20 Uhr

Bill Ramsey wird 80

Zuckerpuppe und Jazz

Bill Ramsey hat zahlreiche Schlagerhits gelandet - dabei war seine große Liebe schon immer der Jazz. An einen Abschied von der Bühne denkt er auch mit 80 nicht: „Erst wenn die Stimme nicht mehr will.“

HamburgDie „Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe“ hat seit 50 Jahren „die Tüllgardine vor dem Babydollgesicht“ - Bill Ramsey soll seinen alten Gassenhauer dennoch nach wie vor auf fast jedem Konzert singen. „Einen Zuschauer, der das fordert, gibt es immer“, sagt der Musiker, der dem Begehren der Fans aber nicht oft nachgibt. Nicht weil er ihm frühere Schlagerhits wie „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, „Pigalle“, „Souvenirs, Souvenirs“ oder der „Wumba-Tumba Schokoladeneisverkäufer“ heute peinlich wären.

Bill Ramsey bei der Vorstellung der Tournee "Swing Legenden" in Berlin im Februar 2009. Quelle: dpa

Bill Ramsey bei der Vorstellung der Tournee "Swing Legenden" in Berlin im Februar 2009.

Im Gegenteil: „Denen habe ich schließlich meine Bekanntheit zu verdanken“, betont Ramsey. Vielmehr möchte der in Hamburg lebende Sänger, der an diesem Sonntag (17. April) seinen 80. Geburtstag feiert, nur noch seine eigentliche Leidenschaft ausleben. Denn der Schlager brachte ihm zwar den Erfolg, seine große Liebe aber ist seit jeher der Jazz.

Das Image als „Schlagerclown“ hat Ramsey nie gestört. Unter den eingefleischten Jazzfans machte sich der in Cincinnati (US-Bundesstaat Ohio) geborene Sohn eines Werbedirektors und einer Lehrerin indessen keine Freunde, als er seine Schlagerkarriere begann. Doch seine parodistischen Hits wurden in den 50er und 60er Jahren schnell zu Ohrwürmern.

„Das waren eben lustige Lieder, die den Menschen sehr viel Freude gemacht haben“, sagt der Schlagerveteran. „Sie sind für mich als Jazzsänger nur nicht besonders reizvoll, weil man immer dasselbe machen muss. Wenn man einen Jazztitel singt, kann man das am Montag so, am Dienstag so und am Mittwoch so - man wird es immer wieder anders tun“, erklärt er. „Die „Zuckerpuppe“ oder „Mimi“ dagegen soll man möglichst plattengetreu bringen - und das ist nach 50 Jahren einfach nicht mehr so spannend.“

Kommentare (1)

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visionaer

12.10.2011, 19:58 Uhr

Wer diesen kaspernden "Entertainer", der in Amerika niemals ein Bein an Deck bekommen hätte, allen Ernstes als Jazzsänger bezeichnet, der hat von der Seele des Jazz nicht viel begriffen. Sorry, das trifft ebenso für Gitte zu, die sich ebenfalls als "Jazz-Sängerin" hervorgetan hat. Armes Deutschland!

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