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21.10.2011

21:46 Uhr

Comedypreis 2011

Fest der Zoten und des Fäkalhumors

Ist das deutscher Humor? Beim Comedypreis 2011 hält sich das Niveau konstant unter der Gürtellinie, passend dazu moderiert Dieter Nuhr. Doch zum Glück ist Helge Schneider zu Gast.

Komikerin Anke Engelke freut sich im Coloneum in Köln bei der Aufzeichnung des „Deutschen Comedypreises 2011" über ihre Auszeichnung in der Kategorie „Beste Sketch-Comedy" für ihre Serie „Ladykracher". dapd

Komikerin Anke Engelke freut sich im Coloneum in Köln bei der Aufzeichnung des „Deutschen Comedypreises 2011" über ihre Auszeichnung in der Kategorie „Beste Sketch-Comedy" für ihre Serie „Ladykracher".

KölnEs hätte der beste Scherz des Abends werden können, als Komikerin Mirja Boes verkündete: Bastian Pastewka sei der beste deutsche Schauspieler. Aber das war nun ausnahmsweise mal ernst gemeint. Die Jury des Deutschen Comedypreises 2011 hatte nach reiflicher Überlegung so entschieden. Am Freitagabend präsentierte Dieter Nuhr die mehrstündige Show voller Fäkalhumor und Zoten bei RTL.

In insgesamt 15 Kategorien wurden die Besten ihres Fachs mit dem Comedypreis geehrt. Elf von ihnen wählte eine unabhängige Fachjury unter dem Vorsitz von Entertainer Thomas Hermanns aus jeweils drei Nominierten. Die übrigen ernannte der Veranstalter. Überraschungen gab es keine - wohl ein deutliches Zeichen für die nachhaltige Qualität der Preisträger der vergangenen Jahre. So gewannen Sat.1 und Annette Frier - wie schon 2010 - mit „Danni Lowinski“ als bester Comedyserie. Anke Engelkes Sat.1-Sendung „Ladykracher“ erhielt zum fünften Mal eine Auszeichnung, Mario Barth erhielt seinen siebten Preis. Atze Schröder sackte die Trophäe zum
dritten Mal ein, ebenso Bastian Pastewka.

Themenmix aus Geschlechtsverkehr und Tagespolitik

Anmoderiert wurden die einzelnen Verleihungen von diversen Laudatoren, die mit ihren Witzen vorzugsweise unter der Gürtellinie blieben - allen voran Chefmoderator Dieter Nuhr. Besonders gern verband er Geschlechtsverkehr mit tagespolitischen Themen zu immer neuen verbalen Entgleisungen. Scherze abseits der Intimzone fielen so aus: „Haiti hatte Cholera, das war auch nicht schön, aber wir haben E10!“

Erfolgreich passten sich diesem Niveau auch Komikerkollegen wie Olaf Schubert an, der die Voraussetzungen für einen guten Comedian pries: Man brauche „einen Kopf, der denken kann, einen Bauch, auf den man hören kann, und eine Vorhaut, die man zurückziehen kann“. Einen solchen Scherz zu toppen schien unmöglich - nicht jedoch für Dieter Nuhr, der schließlich verbal im Sexualleben des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wühlte, während Tricktechnik zwei kopulierende Paviane auf seinen Anzug projizierte.

Kommentare (3)

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22.10.2011, 08:30 Uhr

Der intelligente Mensch weiß, diesen Klamauk von Kabarett zu trennen. Die zwei Kanäle, auf denen sich die Preisträger mit ihren Showeinlagen tummeln und jährlich selbst beweihräuchern, stehen für die Qualität des Publikums, das D. Nuhr bestens beschreibt.

Account gelöscht!

22.10.2011, 08:31 Uhr

Nicht die "Witze" derer die sich komisch finden,sind humorvoll,sondern die Blauäugigkeit von denen die sich als Comedian bezeichnen,ist lächerlich!

Ephor

22.10.2011, 10:16 Uhr

"Dass im vergangenen Jahr der vielbeschworene „größte deutsche Humorist“ Loriot gestorben war, fand bis zum Schluss keine Erwähnung in der Show." Das wäre auch falsch gewesen, da Loriot im August 2011, also erst vor zwei Monaten, gestorben ist.

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