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08.01.2012

09:26 Uhr

David Bowie wird 65

Ein Chamäleon hat zu sich selbst gefunden

David Bowie ist als schillernde Figur in die Musikgeschichte eingegangen, persönlich und musikalisch immer im Wandel. Die Zeit der Exzesse ist lang vorbei. Heute ist er überzeugter Familienvater - und immer noch Ikone.

Neue Musik macht David Bowie nun schon fast zehn Jahre nicht mehr. dpa

Neue Musik macht David Bowie nun schon fast zehn Jahre nicht mehr.

LondonMit 65 Jahren hat sich David Bowie der Blockflöte verschrieben. Zumindest verweist er in seiner aktuellen Weihnachtsbotschaft auf seine Vorliebe für das Instrument. Ein vier Stunden dauerndes „Requiem für einen lachenden Gnom“ hat er damit komponiert, einzelne Töne auf der Flöte vermischt mit Fußklopfern. Vom Publikum kommen verzweifelte Hilferufe, er solle doch bitte, bitte aufhören.

Selbstverständlich hat der Popstar dieses Video nur als Scherz für eine britische Hilfsorganisation zu Weihnachten aufgenommen, und das auch schon vor einigen Jahren. Doch völlig verändert ist er im Vergleich zu seinen Hochzeiten in den 1970er und 80er Jahren trotzdem. Alternder Rockstar sein, der immer noch so auftritt wie vor 30 Jahren, das will er auf keinen Fall. Er konzentriert sich kurz vor seinem 65. Geburtstag am 8. Januar vor allem auf seine Familie. Musikalisch geht es recht ruhig zu.

„Irgendwann kommen Sie im Leben an einen Punkt, wo Sie erkennen, dass es vielleicht drei oder vier Dinge gibt, die wichtig sind“, sagte er schon vor einigen Jahren in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“. Kurz zuvor war seine Tochter zur Welt gekommen, sein erstes Kind mit seiner zweiten Ehefrau, einem somalischen Model. „Je älter Sie werden, desto weniger Fragen sind es, die Sie beschäftigen. Unglücklicherweise sind es Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Der Tod ist eine von ihnen.“

Seine bislang letzte Platte, „Reality“ (2003), markierte für ihn denn auch einen Unterschied zum Vorgänger „Heathen“ (2002), wie er der Zeitung erklärte: „Im Gegensatz zu meiner letzten Platte erscheint Reality tatsächlich beinahe fröhlich. „Heathen“ war zwar ruhig, aber die Atmosphäre hatte etwas Gestörtes, etwas Unbehagliches. Reality ist bodenständiger und gesetzter, es reflektiert zwar auch negative Dinge, aber ich habe versucht, die bedrückenden Texte mit optimistischeren Melodien aufzufangen.“

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