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20.04.2012

15:40 Uhr

Dress for Succes

Das dritte Geschlecht

VonInge Hufschlag

Die Mode ist weiblich. Manchmal auch die Männermode. Dabei geht es oft nicht um das Entweder/oder sondern um sowohl als auch. Wie in der neuesten Arbeit der bekannten Modefotografin Bettina Rheims: „Gender Studies“.

Das NRW-Forum zeigt die Ausstellung „Gender Studies“ der französischen Fotografin Bettina Rheims. dpa

Das NRW-Forum zeigt die Ausstellung „Gender Studies“ der französischen Fotografin Bettina Rheims.

Die Blondine schaut unter ungezähmten Locken und starken Augenbrauen himmelwärts. Die? Was ist so verwirrend an diesem Bild? Es ist kein engelgleiches Wesen. Auch kein Mädchen, sondern ein junger Mann: Andrej Pejvic. Heiß begehrtes Supermodel. Jean Paul Gaultier buchte den 20-jährigen Australier bosnisch-serbischer Abstammung für seine Damenkollektion.

Dass ein Push up-BH einem Knaben gleich zwei Körbchengrößen mehr verpasst, demonstrierte der/die androgyne Blondine für die eher biedere niederländische Kaufhauskette HEMA. Andrejs Traum: Einmal für die US-Kultmarke Victorias Secret laufen – und bei denen wohlmöglich Heidi Klum zum Auslaufmodell zu machen.

Androgyn (griechisch andros für männlich und gyne für weiblich), uraltes Sehnsuchtssymbol für die ursprüngliche, verloren gegangene Einheit mit dem Kosmos. Waren so nicht schon die Jungen bei den alten Griechen? Auch in der europäischen Kunst des 19. Jahrhundert galt geschlechtlicher Zwiespalt als verwirrendes Schönheitsideal. Modeschöpfer der Gegenwart greifen es gern auf.

Andrej Pejvic präsentierte schon die Damenkollektion bei Jean Paul Gaultier. Bettina Rheims

Andrej Pejvic präsentierte schon die Damenkollektion bei Jean Paul Gaultier.

Nicht nur Jean Paul Gaultier steckte Männer in Röcke. Der Sarde Antonio Marras interpretiert die ethnische Bekleidung seiner herben Heimat in rustikale Gewändern für Mannsbilder. Am besten beherrschen die Japaner das modische Spiel mit Ying und Yang. Bei den avantgardistischen Kreationen von Issey Myake, Yohji Yamamoti oder Commes des Garconnes stellt sich erst gar nicht die Frage, für wen sie gemacht sind. Für Persönlichkeiten eben.

Androgyne Models regen die Phantasie an. Die Catwalks sind bevölkert von Kindfrauen wie Kate Moss und mädchenhaften Knaben mit mürrischen Gesichtsausdrücken, wie sie Prada reihenweise rumlaufen lässt. Rätselhafte Wesen führen oft große Roben vor. Tipp: Am Halsband (das den Adamsapfel verbirgt) erkennt man manchmal, dass ein Mann in den Stöckelschuhen steckt. 

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

21.04.2012, 17:05 Uhr

Widerlich.

WolfThom

03.12.2012, 17:49 Uhr

Die Familie stärken
Eine Tagung zu Gender- und Krippenpolitik


http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1221

27 verschwundene Zeugen

http://bundes.blog.de/2011/01/01/fall-marc-dutroux-nebenklaegeranwalt-paedophiler-10288466/

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