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26.05.2012

11:44 Uhr

Dress for Succes

Ein Tabu wird gebrochen

VonInge Hufschlag

Kariert zu liniert: Lange galt das als absolute Modetodsünde. Doch in diesem Sommer wird alles anders. Statt in langweiligem Anzug-Einheitslook präsentiert sich der Mann heute als gekonnter Muster-Mischer.

Die Sonne bringt es an den Tag. Um die Mittagszeit strömen Scharen von netten und adretten grauen Mustermännchen aus den Pforten der Business-Bunker. Wohl weil sie wegen ihres Einheits-Looks sonst kaum zu unterscheiden wären, tragen manche als Accessoire den eingeschweißten Firmenausweis baumelnd am Hosenbund. Zugehörigkeit gibt Sicherheit. Erst recht im Rudel.

Ein Mittel gegen solche Eintönigkeit: Muster-Mix. Marschiert in dieser Saison vermehrt nicht nur über internationale Catwalks. Als Thema nicht gerade neu, wird aber immer wieder neu interpretiert. Die Italiener, dieses sonnige Völkchen, beherrscht die Mischung meist perfekt. Man schaue sich nur die musterhafte Umsetzung der Nobel-Marke Etro an.

Dolce & Gabbana können’s auch, kombinieren märchenhaft im Wortsinne und garnieren mit Streublümchen – für die Mädels. „Es ist Zeit, etwas zu wagen“ empfiehlt die immer wieder für Überraschungen sehr gute Mode-Ikone Miuccia Prada. Ihr wagemutiger Mix heißt dann zum Beispiel „Minimalistischer Barock“. Zara, die beliebte Budget-Bude für Fashion-Victims kombiniert mit biblischem Einfühlungsvermögen Schlangen- mit Blumenmustern. Verführerisch, oder?

Ein wahrer Meister des Mustermix ist der Belgier Dries van Noten. Der kriegt das hin ohne jedweden Kitsch. Seine Outfits sind nie laut, wirken dezent und raffiniert. Dass das sogar ganz klassisch aussehen kann, beweisen in diesem Frühjahr seine Landsleute vom belgischem Maßkonfektionisten und Tuchhersteller Scabal. Die kombinieren gekonnt eine eigentlich modische Todsünde: Gestreiftes Hemd zum großkarierten Sakko.

Da mag sich manch konservatives Mustermännchen fragen, ob das Model nicht diese dunkle Sonnerbrille trägt, damit es sich selbst nicht so genau sehen kann. Beileibe nicht! Das sieht einfach gut aus. Es gibt eben Typen, die nicht nur alten Whisky pur mögen, sondern ab und zu mal einen neuen (Mode-)Cocktail.

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