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17.11.2013

15:55 Uhr

Dress for Success

50 Shades of Grey stehen ihm gut

VonInge Hufschlag

Der November ist trist und grau. Allerdings stehen Grautöne so ziemlich jedem Mann jeden Alters. Wie Mann modemutig aus der Grauzone kommt.

Grauer Flanell im Wilden Westen: Auch in „Big Country“ sah Gregory Peck (Mitte) gut darin aus. imago

Grauer Flanell im Wilden Westen: Auch in „Big Country“ sah Gregory Peck (Mitte) gut darin aus.

Schwarz-weiß ist ein aktueller Trend. Kennen wir vom Pinguin-Look des Smokings. Im Alltag ist das eher ein (zu) harter Kontrast. Viel raffinierter wirkt eine Mischung beider Unfarben: Grau täuscht Langeweile nur vor, eigentlich ist es sehr elegant. Das zeigte in den 1950-er Jahren schon Gregory Peck als „Der Mann im grauen Flanell“ (Gibt’s übrigens wieder auf DVD).

Grau ist nie eintönig. Das Spektrum reicht von fast noch Weiß und hellen Silbertönen über Asch-, Stein- und Elefantengrau bis zum schimmernden Anthrazit. Mehr als 50 Shades of Grey. Die stehen ihm gut.

Nein, wir reden hier nicht vom Milliardär namens Grey aus der Mommy-Sado-Maso-Trilogie der britischen Autorin E. L. James, die viele mit Heißhunger verschlingen, andere schlicht für grauenhaften Schund halten. Wird jetzt auch verfilmt. In Düsseldorf ist gerade die deutsche Musical-Version „50 Shades“ nach amerikanischem Vorbild in Vorbereitung (Premiere am 14. Februar 2014).

Wir meinen auch nicht Sasha Grey, die Pornodarstellerin, die gerade ihren Debütroman „Juliette Society“ herausgebracht hat, eine nicht weniger saftige Lektüre. Ihr Nachname nimmt Bezug auf die berühmte Grau-Skala des Sexforschers Kinsey, der mittels Schattenfarben sexuelle Orientierung darstellte.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Ob man die auch an Männer-Anzügen ablesen kann, bliebe noch zu untersuchen. Als Modefarbe für den Mann ist Grau eher subtil sexy. Es steht blonden (Empfehlung: blaugrau) so gut wie dunkelhaarigen Typen (Empfehlung: beigegrau). Am besten natürlich den Silver-Agers (alle Grautöne).

Besonders elegant wirkt grau mit einem leicht metallischen Schimmer. Verbunden mit einem perfekten Schnitt kann damit sogar die ganze Figur schmaler wirken. Ein kaum wahrnehmbarer Nadelstreifen unterstützt den optischen Effekt zusätzlich. Mode-Experte Winfried Rollmann schwärmte auf dem Düsseldorfer Fashion-Day von einem blau-grau-changierenden Modell: „Wie Sonne auf der Lagune“.

Solche Nebelfarben sind etwas für modisch Fortgeschrittene. Sie lassen sich nicht so leicht kombinieren. Rosatöne sehen phantastisch aus zu grau – aber nur, wenn man jung ist oder so wirkt. Dann kann man sogar graue Jersey-Qualitäten wagen. Ältere Semester sollten lieber bläuliche Nuancen wählen. Oder Ton in Ton kombinieren mit farblichem Akzent durch ein Accessoire: Schal, Schlips und/oder Einstecktuch. Ansonsten verträgt sich grau praktisch mit allen Farben – wenn sie mit weiß abgetönt sind. Wirkt wie ein optischer Aufheller – für den ganzen Mann.

Und wie erdet man grau? Elefantengraue Wildleder-Boots sehen sehr schick dazu aus. Modemutige wagen auch hier Shades of Grey. Seriöse Halbschuhe mit Farbverläufen von hell nach dunkel ergeben einen eleganten Used-Look.

So raffiniert farblich gestählt kann Mann den tristen November mit seinen eigenen Waffen schlagen.

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