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03.03.2012

11:22 Uhr

Dress for Success

Business Punks: In den Anzügen wird's Frühling

VonInge Hufschlag

Es kommt auf die inneren Werte an. Auch beim Outfit. Überraschung: In einem grauen Anzug steckt oft ein bunter Vogel.   

Sakko der Marke Business Punks. PR

Sakko der Marke Business Punks.

DüsseldorfLunchtime in Hongkong. Es weht ein frischer Wind über dem „Duftenden Hafen“ (so die chinesische Übersetzung). Die Brise fährt dem Banker unter sein mausgraues Sakko und lässt für einen Moment rosarote Chrysanthemen auf reiner Seide hervorblitzen. Smart. Ähnliche Anmutung bei dem feinen älteren Herren, der seinen blauen Kaschmirmantel im Dim-Sum-Restaurant an den Haken hängt. Es ist mit leuchtend pinkfarbener Seide gefüttert, an der Naht mit schmückenden Bändchen versehen. Edel.

Solch feine Futterstoffe bietet in der ostasiatischen Metropole in erster Linie das chinesische Luxuslabel Shanghai Tang an. Auch und gerade für Männer. Die noble Marke „Mady by Chinese“ ist auch in anderen Weltstädten zu haben und besonders bei der Prominenz beliebt.

Isabella Rosselini trägt zum Beispiel gern die schlicht-raffinierte Mode von Shanghai Tang, am liebsten Stücke aus der legeren Herrenkollektion. Auch hierzulande ist die Männermode inzwischen gut im Futter. Es zeugt von einem gewissen Understatement, nicht gleich alles zu zeigen.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Klassiker mit Pep, Seriosität mit Augenzwinkern. Ein Trend, den das Münchner Start-up-Unternehmen Business Punks kultiviert, indem es seine Mode mit dem Design internationaler Künstler und Designer aufwertet. Leuchtendes Beispiel in diesem Frühling: der Wiener Hip-Hopper Skero füttert das Innenfutter eines Sakkos mit Gras im Graffiti-Look.

Kunst zieht an. Kim Okura aus Wien hat sich von Ritterrüstungen inspirieren lassen. Mit solch einem Teil ist Mann sicher gut gewappnet für den alltäglichen Arbeitskampf. Für seinen „Way of Luck“ verarbeitete Janos Glück aus Ungarn einen zweigeteilten Totenkopf im Stil japanischer Tätowierungen. Besonders poppig und plakativ: Saskia Porkay aus München arbeitet mit Motiven von Andy Warhol (dessen Todestag sich gerade zum 25. Mal jährte).

Business Punks-Gründer Daniel Feuerstein verspricht, dass jedes Innenfutter streng limitiert und zertifiziert ist. Jeder Künstler entwirft maximal zwei Designs für die laufende Kollektion. Die Stoffe werden in Deutschland produziert, die Prints in Österreich ausgeführt. Gestaltet werden die maßgeschneiderten Anzüge gemeinsam mit dem belgischen Traditionshaus Scabal. Zu haben sind sie ab 990 Euro.

Diese kunstvollen Outfits verlangen vom Träger noch nicht einmal besonderen Modemut. Nach außen wirkt er ja total normal – so lange er zugeknöpft bleibt.

 

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