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06.09.2013

15:54 Uhr

Dress for Success

Der Glanz von Mesut Özil

„Ich bin nie da, wo andere mich gern hätten“, schreibt Mesut Özil auf seiner Website. Haben wollen ihn viele: Als Fußballer, Freund – und Werbefigur. Arsenal hat ihn jetzt.

Begehrter Werbestar: Mesut Özil bei einer Adidas-Präsentation. dpa

Begehrter Werbestar: Mesut Özil bei einer Adidas-Präsentation.

Wie ein Regisseur wirkt er ja nicht auf den ersten Blick. Mesut Özil kommt in Interviews und auf Galas eher schüchtern daher. Als er 2010 als er sein erstmals verliehenes Integrations-Bambi entgegennahm, verhaspelte er sich beinahe bei der Laudatio auf Jogi Löw, der das güldene Kitz zeitgleich als Sonderpreis bekam. 

Doch gerade das macht ihn scheinbar so sympathisch. Schon zweimal wählten ihn die Fans zum beliebtesten Nationalspieler. Ob er auch als Integrationsfigur taugt? Da redet sich der Bambi-Preisträger gerne raus, dass er in seinem Leben mehr Zeit in Spanien als in der Türkei verbracht habe: „Bin ich deshalb ein deutsch-türkischer Spanier oder ein spanischer Deutsch-Türke?“ Özil, ein Kind türkischer Einwanderer, ist in Gelsenkirchen geboren und hat, als er volljährig wurde, die türkische Staatsbürgerschaft abgelegt, um – wie schon sein Vater und Manager Mustafa – Deutscher zu werden.

Nicht nur auf dem Fußballplatz glänzt der Profi. Auch auf dem Sportplatz der Werbung macht er eine gute Figur – und zählt dort zu den Bestbezahlten. Er wirbt für Schweizer Uhren der Marke Cyrus Genève und wechselte im Sommer seine Nikes gegen Adidas. Seine Einnahmen aus Werbeverträgen werden auf vier Millionen Euro im Jahr geschätzt. 

Der Mann mit den Bambiaugen sieht ja auch noch mit schwarzen Kniestrümpfen sexy aus. Sportlich stehen ihm am besten: Polohemd, Khakihose und Baseball-Cup. Smart sieht er aus mit offenem weißen Hemdkragen zum dunklen Jackett. Die Fotografen sind offensichtlich verliebt in sein melancholisches Chorknabengesicht, das sie gern mal theatralisch ausleuchten, zum Beispiel für ein elegantes Interview im Männermagazin GQ. Aber nicht nur auf Polaroid wird Özil gern verewigt: In Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in Berlin ist er lebensgetreu nachgebildet – übrigens als einziger aktiver deutscher Fußballer.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Werbespruch in eigener Sache auf seiner offiziellen Website: „Warum soll ich die Welt bezwingen, wenn ich sie verzaubern kann?“ Das gelang ihm bekanntlich in jungen Jahren auch schon bei der Werbung um Anna-Maria Lagerblom, der Schwester der Sängerin Sarah Connor, die für ihn zum Islam konvertierte und sich Melek (Engel) nannte, später bei Aida Yéspica, der „Miss Venezuela“ von 2002, und aktuell bei Pop-Sängerin Mandy Capristo.

Laurent Lecamp, den Mitbegründer und CEO von Cyrus, verzauberte er mit „seiner Präzision im Sport, seiner Bescheidenheit und seinem Familiensinn“. Damit verkörpere der Fußballer für ihn Professionalität und Lebensfreude, und das verbinde ihn mit der Vision seiner Uhren-Marke. Auch für Özil fühlt sich die Partnerschaft gut an „an der Hand und im Kopf“. Sicher auch auf dem Konto. Für den Deal zwischen Uhr- und Spielmacher zeichnet die Özil Marketing GmbH verantwortlich, die den Fußballstar vermarktet.

„Willkommen in der Adidas-Familie“, lautet die Botschaft des Spots für die Fußballschuhe mit den drei Streifen, für die Linksfüßler Özil jetzt neue Modelle entwickeln soll. Da tätschelt jemand Özils Kopf, ein anderer kneift ihn liebevoll in die Wange. Erst als die Kamera zurückfährt, erkennt man, wer da so innig tut: Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Manuel Neuer und Thomas Müller begrüßen den Neuen in der Werbe-Bruderschaft.

 Solche Szenen wird es sicher bald auch in London geben, wenn Lukas Podolski und Per Mertesacker ihren Kollegen im Team vom FC Arsenal begrüßen.

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