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14.03.2013

11:04 Uhr

Dress for Success

Der Papst trägt nicht Prada

VonInge Hufschlag

Schon bei seinem ersten Auftritt auf der Loggia des Petersdoms machte der schlanke Papst Franziskus eine „Bella Figura“. Eine Stil-Ikone wie Vorgänger Benedikt XVI. wird der Argentinier Jorge Mario Bergoglio modisch aber wohl nicht werden, lässt schon sein Name vermuten.

DüsseldorfRom, früher Abend, die Soutane sitzt. Das war, als wir Papst wurden, zumindest anfangs noch nicht so. Man konnte es vor etwa acht Jahren zwar auf den ersten Blick vom Petersplatz oder vom Fernsehsessel aus nicht so genau sehen, aber das prächtige weiße Gewand mit den 33 Knöpfen für die Lebensjahre Jesu war zu kurz beim ersten Auftritt Benedikts.

Nun werden vor einer Papstwahl von Gammarelli, dem offiziellen Ausstatter des Heiligen Vaters, vorsorglich Outfits in drei Größen angefertigt und bereit gelegt, doch mit der Größe des Auserwählten hatte dazumal offensichtlich niemand so recht gerechnet. Auch nicht, dass Papa Ratzinger, wie ihn die Italiener bald liebevoll nannten, zu einer Art Stil-Ikone unter den Kirchenoberhäuptern und damit Vorbild für manchen klerikalen Kollegen werden würde.

Ob es wegen des zu kurzen Gewands war, weiß man nicht. Aber schon bald nach Benedikts Amtsantritt ging das Gerücht rum, er wolle lieber seinen Leibschneider Rainardo Mancinelli aus den modisch schwarzen Tagen seiner Kardinals-Karriere behalten. Nix da. Es blieb bei Gammarelli.

Dennoch leistete sich Benedikt so manchen neckischen Ausreißer im strengen vatikanischen Dress-Code. Er hatte in Modefragen seinen eigenen Kopf. Den bedeckte er nicht nur mit dem weißen Scheitelkäppchen oder der Camaura, der hermelinbesetzten Fellmütze, sondern auch schon mal mit einer weißen Baseballkappe.

Benedikt liebte Verzierungen wie Goldstickereien und Pelzpaspeln an seinen Gewändern. Dafür liebten ihn die Modemacher und zitierten ihn in ihren Kollektionen mit Paspeln, Troddeln, Kreuzmotiven. Das US-Männermagazin verlieh dem Papst sogar den Titel „Accessoire-Träger des Jahres“.

Nun hatte Papst Benedikt mit seinem persönlichen Sekretär Georg Gänswein ja auch offensichtlich einen exzellenten Mode-Berater. Der „George Clooney des Vatikans“ gab an seiner Seite immer eine gute Figur ab.

Kommentar zum neuen Papst: Eine mutige Wahl

Kommentar zum neuen Papst

Eine mutige Wahl

Der Jesuit Jorge Mario Bergoglio hat es gewagt, sich nach Franziskus von Assisi zu nennen. Der Argentinier könnte als Franziskus die Kirche wieder glaubwürdig machen – doch dafür braucht es eine Revolution.

Der – für viele überraschende - neue Papst Franziskus soll ja ein Muster an Bescheidenheit sein. Der Erzbischof von Buenos Aires und Primas Argentiniens zeichnete sich bisher eher durch Unauffälligkeit aus. Bei ihm kommt wohl niemand auf die Idee, der Papst trüge Prada. Den Teufel wird er tun.

Doch das Gerücht hält sich hartnäckig um die schicken roten nahtlosen Kalbslederschuhe des Pontifex Maximus, sie stammten aus dem Modehaus Prada. Dabei ist es längst dementiert. Die Fußbekleidung, die den Papst mit der Erde verbindet, fertigt der päpstliche Schuhmacher Adriona Stefanelli aus Novara im Piemont. Das tut er sicher auch für den neuen Papst.

Der bescheidene Franziskus könnte mit seiner Figur sogar Sachen von der Stange tragen. Dazu wird es wohl kaum kommen. Mit Veränderungen, nicht nur modischen, tut sich der Vatikan bekanntlich seit jeher schwer.

Habemus Papam

Video: Habemus Papam

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Kommentare (6)

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Account gelöscht!

14.03.2013, 11:54 Uhr

Na, der sieht doch noch putziger aus, wie der alte Papst. Aber Spass beiseite, ich mag ihn.

Account gelöscht!

14.03.2013, 12:33 Uhr

Liebes HB, mal ganz im Ernst! Was soll das hier? Das ist unterstes "Gala" Niveau! Wen interessiert denn sowas, vor allem in einer Wirtschaftszeitung!?

chiemsee

14.03.2013, 12:54 Uhr

Gestern wurde Franziskus erwählt. Heute sollen die ersten Börsenhändler in Frankfurt in Birkenstock-Sandalen zur Arbeit gekommen sein....
Man erkennt, nun geht es los.....

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