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28.09.2014

13:55 Uhr

Dress for Success

Der schöne Schein

VonInge Hufschlag

Der Zehn-Euro-Schein ist neu. Aber ist er auch schön? Illustratoren entwerfen originelle Neuros. Zahlen kann man mit den fiktiven Banknoten zwar nicht, aber man kann (sie) kaufen - mit künstlerischem Mehrwert.

Schein-Welt im Stilwerk, präsentiert von der Illustratorin und Organisatorin der Ausstellung Antje Herzog, Mitorganisator Conor Dillon und Maren Jäckel vom stilwerk Centermanagement. Foto: Uli Steinmetz

Schein-Welt im Stilwerk, präsentiert von der Illustratorin und Organisatorin der Ausstellung Antje Herzog, Mitorganisator Conor Dillon und Maren Jäckel vom stilwerk Centermanagement.
Foto: Uli Steinmetz

Jetzt haben wir also den neuen Zehner. Soll besser vor Geldfälschungen schützen, gefällt aber vielleicht nicht Jedem. Doch es gibt Alternativen, die sich zumindest als Zehn-Euro-Scheine ausgeben. Im Düsseldorfer Stilwerk kann man zurzeit viele neue schöne Scheine entdecken: lauter Neuros. In dieser Schein-Welt zählt die Phantasie

Am Anfang des Projekts stand die Frage: „Stell dir den 10-Euro-Schein vor, was siehst Du?“ 28 Illustratoren, die ansonsten eher Kinderbücher, Werbung oder Comics gestalten, haben ihre Euro-Visionen zu Papier gebracht. Nicht im Original-Format - dagegen hätte die EZB was gehabt – sondern ein bisschen größer. Und: mit künstlerischem Mehrwert. Sie sind käuflich, als Unikat gar nicht mal so viel teurer als ihr Nennwert: für 35 Euro gibt’s Vorder- und Rückseite eines einmaligen 10-Euro-Scheins. Gerahmt.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Wer wollte nicht schon mal sein eigenes Geld drucken. Nicht immer, um Blüten sprich Falschgeld zu produzieren. Projektleiterin Antje Herzog ging’s um echte Kunst: „Unserer Währung fehlt die Emotionalität“, erklärt sie. Findet auch Michael Erbach:„Man nimmt verschiedenen Völkern ihre individuellen und identitätsstiftenden Scheine weg, auf denen national bedeutende Persönlichkeiten und architektonische Errungenschaften abgebildet sind. Dann kriegen alle dieselben neutralen, haltungs-, wert- und spannungsfreien Banknoten.“ Für ihn kulturell betrachtet ein schmerzhafter Prozess. Was auch weh tat: Für seinen collagenartigen Entwurf hat er sich Geldscheine aus allen Ländern besorgt, zerrissen, die Schnipsel neu zusammengesetzt und dick in rot „10 Euro! drauf gestempelt.

Dagegen lässt Nils Fliegner aus Hamburg auf seinem persönlichen Zehner viel Raum, um den Schein zu beschreiben und/oder zu bemalen als Antwort auf die Fragen auf der Vorderseite: „Warum ich den Euro mag?“ und auf der Rückseite: „Meine Ideen zur Euro-Rettung.“ Fliegner: „An Geldscheinen fasziniert mich immer der naive Kinderglaube, auch mein eigener, an den Wert von etwas, was eigentlich nur ein Schnipsel Papier ist.“

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