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14.01.2012

16:51 Uhr

Dress for Success

Der schwarze Rolli à la Steve Jobs

VonInge Hufschlag

Woody Allen hatte ihn am Hals, Steve McQueen in „Bullit“ ebenfalls und Steve Jobs trug ihn beim letzten Auftritt vor seinem Tod: den schwarzen Rolli. Das Strickteil ist wieder in. Manche Marken sind schon ausverkauft.

Der schwarze Rollkragenpullover wurde zum Markenzeichen von Steve Jobs. Reuters

Der schwarze Rollkragenpullover wurde zum Markenzeichen von Steve Jobs.

Jobs hatte wahrscheinlich den Schrank von schwarzen Rollis verschiedener Marken. Darunter das Modell 1990 des US-Labels St. Croix. Das ist gerade ausverkauft. Und die Berliner Firma von Rosen gibt’s gar nicht mehr. Die hatte Jobs Anfang 2012 eines ihrer Modelle geschickt. Jobs gefiels. Er bestellte sogar nach.

Der Apple-Boss war einst animiert von den Uniformen, die Issey Miyake für Sony entworfen hatte. Job nahm Kontakt auf zu dem berühmten janpaischen Avantgarde-Modedesigner und beauftragte ihn nicht nur, Corporate Fashion für Apple zu kreiieren, sondern ihm exklusiv Entwürfe für seine geliebten schwarzen Rollkragenpullover zu liefern. Issey Miyake fielen gleich Dutzende ein.

Das Buch „Steve Jobs: A Biography" wird am 24. Oktober 2011 auf Englisch bei dem Verlag Simon & Schuster erscheinen, der zum Medienkonzern CBS gehört. In Deutschland ist es ab dem 27. Oktober 2011 erhältlich. Isaacson arbeitete seit 2009 an dem Buch. Er hat dafür Jobs über 40 Mal interviewt und mit dessen Familienangehörigen, Arbeitskollegen und Konkurrenten gesprochen. Es gibt verschiedenste Biografien über Jobs, aber keine, die mit seiner Zustimmung veröffentlicht wurde.

Steve Jobs-Biograph Walter Isaacson erzählt die Geschichte vom Lieblingskleidungsstück des I-Gods „Er begann, sich mit der Idee anzufreunden, selbst eine Uniform zu tragen. Teils aus Bequemlichkeit im Alltag, wie er behauptete, und um einen eigenen Stil zu vermitteln. Dafür eignet sich in der Tat ein Rollkragenpullover im Allgemeinen und ein schwarzer im Besonderen. Das praktische Teil hat schon im vorvergangenen Jahrhundert Seemänner vor einem steifen Hals bewahrt, bevor es im Sport Karriere machte, speziell in den Disziplinen Golf, Fußball und Hockey. Klassisches Spielfeld dieses Kleidungsstücks waren nach dem Zweiten Weltkrieg die Pariser Existenzialistenkeller. Juliette Greco trat im „Tabou“ nie nackt am Hals auf. Selbst ihre langen Abendroben waren hochgeschlossen bis zum Kinn.

Kommentare (2)

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Nordeuropaeer

14.01.2012, 22:37 Uhr

"Und die Berliner Firma von Rosen gibt’s gar nicht mehr. Die hatte Jobs Anfang 2012 eines ihrer Modelle geschickt. Jobs gefiels. Er bestellte sogar nach."

Echt? 2012?

Account gelöscht!

15.01.2012, 04:15 Uhr

Ein toter Steve Jobs bestellt Rollkragenpullover! Wahrscheinlich über sein persönliches iPhone? Unerhört!
Aber im Ernst: ich habe den Eindruck, dass immer mehr Artikel im Handelsblatt mit heisser Nadel gestrickt werden, ohne sie nochmals Korrektur zu lesen. Das ist kein schöner Trend, auch wenn er manchmal dazu führt, geliebte Tote wiederzubeleben.

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