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08.09.2012

15:31 Uhr

Dress for Success

Die Premiere des kompostmodernen Schuhs

VonInge Hufschlag

Milliarden alter Schuhe wandern auf die Müllberge. Doch jetzt gibt es „Snipe 100“, den ersten 100 % kompostierbaren Lederschuh traditioneller Machart - und der wurde von Tim Mälzer mit kochender Leidenschaft vorgestellt.

Nicht nur schwebend, sondern auch abbaubar: Der „Snipe 100“ soll die Kompostmoderne prägen und wird hier von Koch Tim Mälzer, Moderatorin Sandra Schneiders und Brand Manager Rudy Haslbeck enthüllt Messe Duesseldorf, Constanze Tillmann

Nicht nur schwebend, sondern auch abbaubar: Der „Snipe 100“ soll die Kompostmoderne prägen und wird hier von Koch Tim Mälzer, Moderatorin Sandra Schneiders und Brand Manager Rudy Haslbeck enthüllt

DüsseldorfMan muss unwillkürlich an den berühmten Filmausschnitt aus Charlie Chaplins „Goldrausch“ denken: Als der liebenswerte Tramp seinen Schuh verspeiste, genüsslich die Nägel abknabberte, als seien es Hühnerknöchelchen und die Schnürriemen kunstvoll wie Spaghetti um die Gabel wickelte. Unverwüstlich diese Szene! Seit 1925.

Unverwüstlich soll auch „Snipe 100“ sein, der weltweit erste kompostierbare Schuh, der jetzt in Düsseldorf auf den Sockel gehoben und enthüllt wurde wie ein Denkmal. Ein Prototyp war im Januar vor den Augen der Fachpresse vergraben und jetzt wieder ausgebuddelt worden. Und tatsächlich: Er war zur Mutter Erde geworden. Aus der jetzt Tomaten wachsen könnten. Was daraus werden kann, zeigte Starkoch Tim Mälzer, der dem Publikum eine himmlische Gazpacho und eine fruchtige Curry-Soße zauberte. So schmeckt die Schuhmode! Und so wird nachhaltig auch Mälzers neues Kochbuch beworben: Greenbox (ab Mitte Oktober im Handel).

Der Schuh, hat mal ein kluger Kopf gesagt, sei die Verbindung des Menschen zur Erde. Dass er selbst zur Erde wird, ist vielleicht die genialste Erfindung seit dem Schuh „der atmet“, wie der italienische Hersteller Geox seine Fußbekleidung bewirbt und zum Beweis dessen Unterseite in der Werbung wie die Sohle eines Dampfbügeleisens in Aktion aussehen lässt. 

Dabei sind es doch eigentlich die Füße, die atmen sollen. Bei manchen Zeitgenossen tun sie es ja so sehr, dass quasi von selbst eine Art Feuchtbiotop in jedem Schuhwerk entsteht. Alles Bio, oder was? 

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