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13.12.2014

16:30 Uhr

Dress for Success

Emotionen als Geldanlage

VonInge Hufschlag

Schmuck schenken zu Weihnachten: glänzende Augen oder glänzendes Geschäft – oder doch besser beides? Das kann aber auch ein Abenteuer sein, glaubt man dem Goldschmied, Gemmologen und Diamantgutachter Tobias Lanz.

Das war wohl der teuerste Tropfen der Welt, der kürzlich in New York bei Sotheby’s versteigert wurde: ein blauer Diamant, geschliffen wie ein Wassertropfen, brachte 32,6 Millionen Dollar (26,3 Millionen Euro). Dabei wiegt das Steinchen aus der Sammlung der im März verstorbenen Kunstsammlerin Rachel Lambert Mellon nicht mal zwei Gramm (9,75 Karat = 1,95 Gramm). Den Zuschlag für den edlen Tropfen erhielt übrigens ein Privatsammler in Hongkong.

Nun kommen in diesen kargzinsigen Zeiten nicht nur zur Weihnachtszeit Diamanten und Edelsteine als alternative Kapitalanlage zu Gold am Stück oder Wertpapieren ins Spiel. Tobias Lanz, Goldschmied, Gemmologe und Diamantgutachter des renommierten Schweizer Uhren- und Schmuck-Konzerns Bucherer, sieht das nüchtern: „Wer Schmuck als Investition betrachtet, dem empfehle ich lose Steine, lupenreine Diamanten ab einem Karat, am besten im klassischen Brillant-Schliff.“ Damit könne man relativ sicher sein, dass man sie nach zehn Jahren noch mindestens zum selben Preis wieder verkaufen kann.

Fakten zu Diamanten

Umsatz mit Diamantschmuck

Diamanten haben sich vor allem in der Krise als reine Luxusartikel erwiesen. Die Statistik zeigt den weltweiten Umsatz mit Diamantschmuck und der Wert der verarbeiteten Diamanten in den Jahren von 2005 bis 2012 (in Milliarden US-Dollar).

Quelle: Bain & Company

2005

Umsatz mit Diamantschmuck: 62 Milliarden US-Dollar

Produktionswert verarbeiteter Diamanten: 18 Milliarden US-Dollar

2006

Umsatz mit Diamantschmuck: 69 Milliarden US-Dollar

Produktionswert verarbeiteter Diamanten: 18 Milliarden US-Dollar

2007

Umsatz mit Diamantschmuck: 73 Milliarden US-Dollar

Produktionswert verarbeiteter Diamanten: 20 Milliarden US-Dollar

2008

Umsatz mit Diamantschmuck: 65 Milliarden US-Dollar

Produktionswert verarbeiteter Diamanten: 18 Milliarden US-Dollar

2009

Umsatz mit Diamantschmuck: 59 Milliarden US-Dollar

Produktionswert verarbeiteter Diamanten: 16 Milliarden US-Dollar

2010

Umsatz mit Diamantschmuck: 60 Milliarden US-Dollar

Produktionswert verarbeiteter Diamanten: 18 Milliarden US-Dollar

2011

Umsatz mit Diamantschmuck: 71 Milliarden US-Dollar

Produktionswert verarbeiteter Diamanten: 24 Milliarden US-Dollar

2012

Umsatz mit Diamantschmuck: 72 Milliarden US-Dollar

Produktionswert verarbeiteter Diamanten: 23 Milliarden US-Dollar

Die Kriterien bei der Bewertung von Diamanten sind die 4 C: Karat (Carat), Farbe (Color), Reinheit (Clarity) und Schliff (Cut). Das Design ist im Auge des Kapitalisten nicht so wichtig, beim Weiterverkauf eher unwichtig. Nach Lanz’ Erfahrung, werden nach einem Verkauf wertvolle Steine aus Schmuckstücken meist herausgenommen, nicht selten auch neu geschliffen.

Zurzeit sind große Farbedelsteine beliebt. Nicht selten zu zweifarbigen Ringen oder Ohrschmuck verarbeitet. Bei ihnen lässt sich der Wert – außer nach Gewicht – nicht so leicht klassifizieren. Es zählen Seltenheit und vor allem Schönheit. Die ist bekanntlich subjektiv. Das konnte man schon während einer „Lady’s Night“ erleben, für die das Luxus-Hotel Breidenbacher Hof in Düsseldorf einen Salon mit Schmuck im Wert von einer Million Euro dekoriert hatte. Einen der Glaskästen aufgeschlossen und das coole Collier daraus kurz auf der eigenen Haut spüren zu dürfen – das löste bei den anwesenden Damen Seufzer und Wunschträume aus.

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