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26.01.2014

11:55 Uhr

Dress for Success

Glück entsteht durch Vergleich

VonInge Hufschlag

Wie sieht unsere Arbeitswelt 2025 aus? Und wie sehen wir dann aus? Zukunftsforscher Gábor Jánszky hat schon mal in den Spiegel geguckt und versucht sich an einer Prognose für die nächsten zehn Jahre.

Mit Kopfschmuck und Gedanken den Computer steuern. Gábor Jánszky erklärt wie es geht.

Mit Kopfschmuck und Gedanken den Computer steuern. Gábor Jánszky erklärt wie es geht.

DüsseldorfSpieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der oder die Schönste im ganzen Land? Egal. Wichtiger: Was ziehe ich heute an? Halten Sie sich einfach was vor. Der Spiegel erkennt Sie. Er wird Ihnen sagen, was dazu passt aus Ihrem Kleiderschrank. Den haben Sie schon vorher eingeschaltet. Richtig: eingeschaltet, nicht aufgemacht. Wir ahnen, es kommt künftig nur noch darauf an, ob wir richtig schalten.

Wir befinden uns auf einer Zeitreise. Auf Einladung von „Audi Inspirations“. Der Autobauer versteht was vom rechtzeitigen Schalten. Auch wenn man’s in seinen Produkten vielleicht nicht mehr braucht. Die neuesten fahren schon von alleine. In die Arbeitswelt 2025. In die nimmt uns  Gábor Jánszky mit, Direktor des Instituts 2b AHEAD Think Tank. Im Plauderton am Beispiel einer futuristischen Familie nachzulesen in seinem neuen Buch „2025 – So arbeiten wir in der Zukunft“.

Dazu gehören auch Ansichten übers Outfit. Dass unsere Klamotten uns vor Wind und Regen schützen, womöglich noch je nach Temperament oder Temperatur die Farbe wechseln, Fieber messen, die Werte direkt drahtlos zum Doc schicken, daran haben wir uns ja schon beinahe gewöhnt. Doch der vermeintliche Wahnsinn – Hilfe, Bevormundung oder gar Entmündigung? – geht weiter.

Jánszky selbst trägt einen eher unscheinbaren grauen Anzug. Aber die Schuhe sind scharf, schon in der Trendfarbe fürs nächste Jahr, ein Braungelb-Ton mit Farbverlauf. Ob ihm sein Spiegel auch auf die Füße guckt? Schon möglich. Der Trendforscher tritt emanzipiert auf: „Ich könnte auch meine Frau fragen. Mach ich aber nicht.“

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Ein T-Shirt mit Löchern und eins ohne

Jànszkys Standardfrage: Stellen Sie sich vor, Sie würden morgens aufwachen und jeder Gegenstand hätte eine eigene Internetadresse: Ihr Badspiegel, Ihre Kaffeetasse, Ihr Küchentisch, Ihre Handtasche?“ Wollen wir gar nicht!? Aber: „Was würden Ihre Kunden von Ihnen verlangen, was würde die Konkurrenz tun und wie würden Sie reagieren?“ Jánszky warnt: „Es tobt ein Kampf um das Betriebssystem unseres Lebens.“

Und dabei sollten wir wenigstens gut aussehen – auch wenn dabei vielleicht die Handybrille oder der Kopfhörer fürs Gedankensteuern die Gesamtoptik stört. An der kann man arbeiten. In seinem Epilog „Was 2025 Zukunft sein wird“ mutmaßt Jánszky: „Alle Körperbereiche, die bislang unoptimierbar scheinen, erhalten ihre Chance.“ Berufsbild 2025: Körperoptimierer. Das geht bis zu den Stimmbändern. Wir sollen uns vorstellen, dass Karl Lagerfeld bei der Industrie- und Handelskammer einen Antrag auf einen Ausbildungsgang zum zertifizierten Stimmdesigner einreicht. Das einzig Unwahrscheinliche daran sei, so der Zukunftsforscher, ob es 2025 überhaupt noch eine IHK gäbe.

Wenigstens ein paar Werte bleiben wichtig: Anerkennung und Zugehörigkeit. Über Geld reden wir später. Es kommt erst auf Platz 6 des Wunschzettels. Jànszky:  „Es scheint so zu sein, dass Glück nichts mit Besitz zu tun hat. Glück entsteht durch Vergleich. Es scheint so zu sein, dass wir Menschen glücklich sind, wenn wir uns mit unseren Nachbarn vergleichen und diese auch nicht mehr haben, als wir selbst. Selbst wenn das nur ein T-Shirt mit Löchern und eins ohne ist.“ Und? Welches halten wir jetzt dem Spiegel hin?

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