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29.07.2011

08:33 Uhr

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Am Golde hängt, zum Golde drängt ja derzeit alles. Dabei gibt es verschiedene Arten, das edle Metall zu bunkern. Als Barren im Safe, als Münze säckchenweise unter der Matratze, zwischen den Zähnen, am Siegelring oder auch am Schmuckstück Gattin.

Zweifelsfrei die eleganteste Art: direkt am Körper. Nein, nicht etwa am Stück, das würde nur die Hosentaschen ausbeulen, sondern fein gewebt als Nadelstreifen in einem Maßanzug aus feinster Wolle. Scabal, das Brüsseler Traditionshaus für angemessene Anzüge hat eine eigne Weberei in England. Die durchwirkt feinste australische Merinowolle mit 24-Karat-Goldfäden. So entsteht der Stoff, aus dem Traumanzüge sind: Gold Treasure.

Klar, ganz neu ist das alles nicht: Atsuita etwa heißt ein pompöser, reich dekorierter, golddurchwirkter Kimono im japanischen Theater. In ihn schlüpfen Männer, die Götter, Dämonen, Krieger, Mönche oder Geister verkörpern. Müssen das hoch dotierte Manager hierzulande nicht auch längst können? Eben.

Zurück zu Scabal: Der feine güldene Nadelstreifen fällt kaum auf im schwarzen, anthrazitfarbenen oder nachtblauen Gewebe. Wie er dort hineinkommt ist ein streng gehütetes Produktionsgeheimnis. Nur so viel sei verraten: Das empfindliche Edelmetall wird vor der Verarbeitung auf einen ultradünnen Trägerfaden aufgebracht. Eine technische Höchstleistung. Die gelingt übrigens auch mit anderen Edelmetallen. Wie hieß doch gleich der Slogan? Zu wissen es ist Platin. Da bekommt das Wort Selbstwertgefühl eine ganz neue Dimension.

Den Gold Treaser Suit gibt's für einen Preis zwischen 5000 und 7000 Euro. Quelle: PR

Den Gold Treaser Suit gibt's für einen Preis zwischen 5000 und 7000 Euro.

Wer sich ein solches Gefühl gönnt? Beileibe nicht nur Russen, Araber und Zocker. Luis Miguel, der lateinamerikanische Sänger, kann sich nach 50 Millionen verkauften Alben und sieben Grammys gleich zwei Gold-Treasure-Anzüge leisten. Ein Best-Betuchter aus dem Mittleren Osten bestellte sogar fünf Coupons in vier verschiedenen Designs in Londons berühmter Savile Road. Er hasst Kofferpacken und will einfach in seinen über die Welt verteilten fünf Häusern jeweils die gleiche Tip-Top-Garderobe vorfinden.

Der Preis für solch einen feinen Anzug: zwischen 5000 und 7000 Euro. In der gleichen Kategorie bekommt man bei Scabal auch exklusiv verstaubte Anzüge: mit eingewebten Diamantstaub, der das Gewebe schön schimmern lässt. Als Einstiegsdroge ist aber auch schon eine feingolden-gestreifte Krawatte für 199 Euro zu haben. Die erste Test-Auflage von 200 Stück war sofort verkauft. Auch an Damen, die damit ihrem Goldstück eine Freude machen wollten.

Man darf das dekadent finden. Was man nicht darf: sich als wertvoller empfinden. Denn merke: Der Mensch darunterbleibt der gleiche. Mit Gold oder ohne.

Kommentare (1)

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XXX

29.07.2011, 08:48 Uhr

Die Förderung von Gold ist sehr Umweltschädlich. Gold sollte daher nicht verschwendet werden. Im Gegenteil, die Nutzung solle auf absolut notwendigste beschränkt werden.

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