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19.10.2013

13:21 Uhr

Dress for Success

Goldwäsche statt Geldwäsche

Edelmetallpreise fallen und klettern wieder hoch. Wie man sich davon unabhängig macht? Selber sieben. Doch: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch nicht beim Goldwaschen in den Hohen Tauern.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag beim Goldwaschen.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag beim Goldwaschen.

Österreich gehört zu den beliebtesten Zielen der Deutschen. Nicht nur als Urlaubs-, sondern lange auch als Steuerparadies. Doch jetzt können die Alpenländler nicht mehr hinterm Berg halten mit ihrem Bankgeheimnis und versteckten namenlosen Konten. Nicht nur Zinseinkünfte gehören künftig gemeldet, sogar Schlupflöcher werden gestopft: Eigentümer von Briefkastenfirmen sollen in ein öffentliches Register wandern.

Doch das betrifft uns ja nicht, oder? In den Hohen Tauern finden wir Entspannung und sogar eine spannende Alternative zur Geldwäsche: Goldwaschen. Ein ganz legaler Freizeitspaß. Im Mittelalter war’s noch harte Arbeit. Schon damals wurde neben dem mühseligen Goldbergbau an frischer Luft Seifen- oder Waschgold aus fließenden Gewässern gewonnen. Eine saubere Sache: Man kann bis auf den Grund gucken. Und dort blinkt und glitzert es vielversprechend.

Also rein in die Gummistiefel oder gleich barfuß Goldwäsche mit Mehrwert Wassertreten. Als erstes: Abschöpfen am Ufer. Mal sehen, was wir so auf der Pfanne haben. Voll konzentriert lassen wir Schlammreste und Sandkörnchen über den Riffel-Rand gleiten, starren wie hypnotisiert auf unsere zerrinnende Förderleistung. Fühlt sich fast an wie im Wilden Westen, zumindest wie Nina Hoss im gerade kritisierten Berlinale-Beitrag „Gold“.

Am Ufer thront derweil Maria, unsere Einweiserin und Fund-Analytikerin, Gold- und Pechmarie in Personalunion. Demütig halten wir ihr unsere mikroskopischen Hoffnungsschimmer unter die Nase. Das Ergebnis ist ernüchternd: „Da – guck: weg!“ Maria hat’s zwischen zwei Fingern zerrieben. Wie gewonnen, so zerronnen. Wie das? „Glimmerschiefer“ lautet ihr fachkundiges Urteil über unseren Fund, der eben noch verführerisch glänzte. Aber eben nicht im richtigen Goldton. Damit geht unsere freudige Erwartung unerwarteten Reichtums den Bach runter.

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