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05.02.2015

11:55 Uhr

Dress for Success

Keine Schuhe für die Zicke

VonInge Hufschlag

Am 18. Februar beginnt in China das neue Mondjahr. Das wilde Jahr des Pferdes ist vorbei, jetzt kommt die Zeit der Ziege. Und auch des Schafes. Das soll Harmonie und Frieden versprechen. Was dies modisch bedeutet.

In China laufen nun die letzten Vorbereitungen: Die Ziege gibt es für das neue Jahr des Schafes oder der Ziege als Plüschtier zu kaufen. dpa

China feiert am 18. Februar ein neues Mondjahr

In China laufen nun die letzten Vorbereitungen: Die Ziege gibt es für das neue Jahr des Schafes oder der Ziege als Plüschtier zu kaufen.

Sie haben vielleicht zu Weihnachten ein Paar neue Hausschuhe geschenkt bekommen? Nicht sehr originell? Aber durchaus praktisch. Und sogar Erfolg versprechend. Wenn Sie die neuen Schluffen vom ersten Tag des neuen Jahres an tragen, können Sie schon am Abend sämtliche Sorgen abstreifen. Das gilt erst für das neue chinesische Mondjahr, und das beginnt am 18. Februar 2015. Also noch reichlich Zeit, in die Puschen zu kommen.

Dies ist nur eines von vielen Glücksversprechen zu Chinese New Year. Das sollte man aber nicht in schwarzen oder weißen Festgewändern begrüßen. Schwarz ist die Farbe des Unglücks, weiß die Farbe der Trauer – Rot dagegen die des Glücks. Damit das auch reinkommt, sollte man zum neuen Jahr Fenster und Türen öffnen. Und das Licht anlassen. Damit sich das Glück nicht im Dunklen verläuft.

Damit werden gleichzeitig die bösen Geister verschreckt, dieses lichtscheue Gesindel. Der Legende nach erwacht nämlich pünktlich zum Mondjahreswechsel ein menschenfressendes Monster hungrig aus dem Winterschlaf und geht aus den Bergen oder dem Meer kommend auf Nahrungssuche. Dem begegnen die Chinesen mit viel Lärm, Feuerwerk und Löwentänzen.

Chinesisches Neujahrsfest

Chinesischer Feiertag

Das chinesische Neujahrsfest wird als der wichtigste chinesische Feiertag erachtet und leitet nach dem chinesischen Kalender das neue Jahr ein.

Gregorianische Kalender

Er liegt aber weder in der Volksrepublik China noch in Taiwan am offiziellen kalendarischen Jahresanfang, da in China sei dem 20. November 1911 statt des traditionellen chinesischen Lunisolarkalenders der gregorianische Kalender verwendet wird.

Neumond

Infolgedessen fällt der Beginn des Neujahrsfestes auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. So hat das chinesische Jahr im Jahr 2013 am 10. Februar begonnen und endete im Jahr 2014 am 30. Januar.

Legende

Die Legende, die dem chinesischen Kalender mit seinen Tierkreiszeichen zugrunde liegt geht in etwa so: Buddha lud zum Neujahrsfest alle Tiere ein, jedoch kamen nur 12 Tiere: Ratte (oder Maus), Büffel, Tiger, Hase (Kaninchen), Drache, Schlange, Pferd, Schaf, Affe, Hahn, Hund und das Schwein.

Geschenk

Weil sich Buddha über seine getreuen Tiere so sehr freute wollte er auch ihnen eine Freude bereiten. So ließ er sie zum Geschenk jeweils über ein Jahr herrschen. Sie durften so bestimmen was in ihrem Jahr jeweils für Ereignisse und Schicksale passieren sollten.

Glück bringende Bräuche (1)

1. Öffnen von Fenstern und Türen, um das Glück während des Festes hereinzulassen.

2. Licht in der Nacht brennen zu lassen, um dem Glück den Weg ins Haus zu leuchten und böse Geister abzuschrecken.

3. Süßes Essen, um das neue Jahr zu süßen.

4. Das Haus für das neue Jahr zu putzen, damit das Glück gleich am ersten Tag Platz findet.

Glück bringende Bräuche (2)

5. Was am ersten Tag des neuen Jahres passieren wird, reflektiert das kommende Jahr. So wird gerne am ersten Tag gespielt.

6. Ein neues Paar Hausschuhe, welches im alten Jahr gekauft und seit dem ersten Tag getragen wird, bedeutet altes Reden und Gerüchte von sich abzustreifen.

7. In der Nacht vor dem neuen Jahr soll man sich in Pampelmusenblättern baden, da es Gesundheit im neuen Jahr bringen soll.

8. Das Berühren der weißen Flecken eines chinesischen Glückshundes (Chinese Foo Dog) in der Neujahrsnacht soll das ganze Jahr lang Glück bringen.

Unglück bringende Bräuche (1)

1. Neue Schuhe während der Neujahrestage zu kaufen soll Unglück bringen, da das Wort für Schuh (鞋子, xiézi) homophon zum hochchinesischen Wort für schlecht, böse und ungesund (邪, xié) ist.

2. Die Haare während der Festlichkeiten zu schneiden bringt Unglück, da das Wort Haar (髮 / 发, fà) homophon mit dem Wort für Wohlstand (發 / 发, fā) ist und man sich diesen wegschneiden würde. (Man beachte, dass die Kurzzeichen identisch sind.)

3. Den Boden am ersten Tag zu kehren, bedeutet das Glück wegzukehren.

Unglück bringende Bräuche (2)

4. Über Tote zu sprechen ist ein Tabu und gilt als unheilvoll.

5. Bücher während der Festlichkeiten zu kaufen bedeutet deswegen Unglück, da das Wort Buch (書 / 书, shū) homophon mit dem Wort Verlieren (輸 / 输, shū) ist.

6. Weiße oder schwarze Kleidung sollte vermieden werden, da Schwarz die Farbe des Unglückes und Weiß die Beerdigungsfarbe ist.

Das neue chinesische Jahr beginnt immer mit dem zweiten Neumond zwischen dem 21. Januar und 21. Februar. 2015 fällt es auf den 18. Februar. Offiziell gibt es dafür drei Feiertage, die eigentlichen Neujahrsfeierlichkeiten ziehen sich jedoch über 15 Tage und enden mit einem Laternenfest.

Die jeweiligen Termine sind wichtig auch für Geschäftsreisende und Shopping-Touristen, damit sie nicht etwa vor verschlossenen Fabriken und Konsumtempeln stehen. Wenn sie überhaupt hinkommen. Chinese New Year ist ein Großfamilienfest, Flüge und Fähren sind ausgebucht, Züge und Busse überfüllt. Und alle paar Jahre gefällt sich das Jahres-Monster, als Winterwetterkatastrophe zu genau dieser Zeit übers Land zu ziehen.

Das Jahr des Schafes – oder der Ziege, das Schriftzeichen Yang steht für beide – löst das wilde Jahr des Pferdes ab. Das achte von zwölf Tierkreiszeichen verspricht Frieden und Gerechtigkeit. Deshalb gilt es auch als gutes Jahr für geistige Aktivitäten und Berufsgruppen wie Wissenschaftler, Juristen oder Journalisten. Aber auch für Kreative wie Modemacher.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Apropos Mode: Was den Zicken zum Jahr der Ziege gar nicht passen wird: Um Chinese New Year sollte frau sich keine neuen Schuhe kaufen. Das bringt angeblich Unglück, weil das Wort Schuh gleich klingt wie das hochchinesische Wort für schlecht und böse.

Auch den Friseur sollte man meiden. Das Wort Haar hört sich an wie Wohlstand – und wer will den schon kappen. Wünschen wir uns lieber wie die Chinesen in Hongkong und Taiwan Kung hai fat Choi, das heißt viel versprechend Glück und Reichtum.

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