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17.05.2015

13:43 Uhr

Dress for Success

Kunstkauf per kühlem Klick

VonInge Hufschlag

Klamotten im Internet zu bestellen ist groß in, nun ja, Mode. Aber Kunst online ordern? Immer öfter wird auch Wandschmuck im Internet bestellt. Es ist eine Frage der Wahrnehmung – auch als Investition.

Übung aus dem Internet. Die beiden Multiples von Ren Si Hong erzielten bei einer Internet-Versteigerung 2.571 Euro. Auctionata

Ren Si Hong

Übung aus dem Internet. Die beiden Multiples von Ren Si Hong erzielten bei einer Internet-Versteigerung 2.571 Euro.

DüsseldorfIn der Kunstsammlung NRW zückt eine elegante junge Frau vor einem Nagelbild von Günther Uecker ihr Smartphone, macht ein Bild vom Bild – und schaut es sich anschließend auf dem Display an. Wenn Fotografieren im Museum nicht strikt verboten ist, machen Besucher auch schon mal ein Selfie mit dem Kunstwerk: Miro and me, Pia vor Picasso, Beuys gebloggt.

Auf der Art Cologne äußerten gestandene Galeristen die Befürchtung, der jungen Generation fehle die Muße zur Kunstbetrachtung. Deshalb könnten Käufer und Sammler nicht richtig nachwachsen. Die Generation Kopf nach unten ist es eben gewohnt, wechselnde Bilder im Sekundentakt zu betrachten. Auf Augenhöhe mit alten Meistern und moderner Kunst, zu Hause ein einziges Bild an der Wand – dafür haben Viele keinen Blick.

Die zehn teuersten Kunstwerke bei Auktionen

Platz 1: „Die Frauen von Algier“

Pablo Picassos „Die Frauen von Algier“ wurden bei Christie's in New York am 11. Mai 2015 für 179,365 Millionen Dollar versteigert.

(Stand aller Angaben: Mai 2015)

Platz 2: „Drei Studien von Lucian Freud“

Francis Bacons „Drei Studien von Lucian Freud“ wurde bei Christie's in New York am 12. November 2013 für 142,4 Millionen Dollar versteigert.

Platz 3: „Zeigender Mann“

Alberto Giacomettis Skulptur „Zeigender Mann“, bei Christie's in New York am 11. Mai für 141,285 Millionen Dollar versteigert.

Platz 4: „Der Schrei“

Edvard Munchs „Der Schrei“ wurde bei Sotheby's in New York am 2. Mai 2012 für 119,92 Millionen Dollar versteigert.

 

Platz 5: „Nackte, grüne Blätter und Büste“

Pablo Picassos „Nackte, grüne Blätter und Büste“ wurde bei Christie's in New York am 4. Mai 2010 für 106,48 Millionen Dollar versteigert.

Platz 6: „Silver Car Crash (Double Disaster)“

Andy Warhols „Silver Car Crash (Double Disaster)“ wurde bei Sotheby's in New York am 13. November 2013 für 105,44 Millionen Dollar versteigert.

Platz 7: „Junge mit Pfeife“

Pablo Picassos „Junge mit Pfeife“ wurde bei Sotheby's in New York am 5. Mai 2004 für 104,16 Millionen Dollar versteigert.

Platz 8: „Schreitender Mann I“

Alberto Giacomettis Skulptur „Schreitender Mann I“ wurde bei Sotheby's in London am 3. Februar 2010 für 65 Millionen Pfund (103,93 Millionen Dollar, damals 74 Millionen Euro) versteigert.

Platz 9: „Chariot (Karren)“

Alberto Giacomettis Skulptur „Chariot (Karren)“ wurde bei Sotheby's in New York am 4. November 2014 für 100,96 Millionen Dollar versteigert.

Platz 10: „Dora Maar mit Katze“

Pablo Picassos „Dora Maar mit Katze“ wurde bei Sotheby's in New York am 3. Mai 2006 für 95,21 Millionen Dollar versteigert.

Oder doch? Jedenfalls wenn Kunst ganz smart auf dem Tablet serviert wird. So betrachtet wird dann sogar bestellt, vermittelt zumindest der Spezialversicherer Hiscox in seinem unlängst vorgestellten dritten Online Art Trade Report. Klick auf Kunst kann cool sein.

Befragt wurden 519 internationale Kunstkäufer, von denen jeder Zweite im vergangenen Jahr Kunst online erworben hat. 90 Prozent der Befragten kaufen Kunst aber auch über traditionelle Galerien oder Auktionshäuser, die ihrerseits immer stärker Social Media zur Präsentation nutzen. Auch die Analysten bedienen sich des Internets: Die Untersuchung der auf Kunstmarkt-Analysen spezialisierten Firma ArtTactic stützt sich auf die Kundenmailing-Liste von ArtTactic sowie Twitter und Facebook.

Laut Hiscox-Studie ist der Online-Kunstmarkt innerhalb eines Jahres um 68 Prozent gewachsen und damit der Umsatz im Netz mit den schönen Künsten schätzungsweise auf knapp 2,5 Milliarden Euro.

Der Hiscox Online Art Trade Report 2015

Laut Hiscox-Studie ist der Online-Kunstmarkt innerhalb eines Jahres um 68 Prozent gewachsen und damit der Umsatz im Netz mit den schönen Künsten schätzungsweise auf knapp 2,5 Milliarden Euro.

In der Regel fangen Kunstkäufer im Internet klein an. Ihre Investitionen liegen im Schnitt unter 1.400 Euro (41 Prozent der Befragten, bei den Einsteigern sind es 51 Prozent). Auch die Anzahl der Anbieter wächst ständig. Beim Kunstanbieter „startyouart“ sind Strichmännchen bereits ab 20 Euro zu haben.
„Eine neue Ära bricht an, der Kunstkauf wird zu einer Omni-Chanel-Erfahrung“, erklärt Robert Read, Head of Fine Art bei Hiscox. Traditionelle Galerien und Auktionshäuser könnten nicht länger isoliert agieren. Online-Kanäle und Social Media seien vor allem in der Kombination spannend.

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