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21.06.2015

17:50 Uhr

Dress for Success

Mann braucht einen Feinschliff

VonInge Hufschlag

Fußballnationaltrainer Joachim „Jogi“ Löw hatte wohl Angst, sich Einen abzubrechen, als er vor einem Millionen-Publikum seine Nägel feilte. Dabei kann Nagelpflege für den Mann auch eine Art Image-Politur sein.

Joachim Löw feilte auf der Trainerbank während der Partie Deutschland gegen Gibraltar seine Nägel. dpa

Löw und die Nägel

Joachim Löw feilte auf der Trainerbank während der Partie Deutschland gegen Gibraltar seine Nägel.

DüsseldorfWorauf schauen Frauen zuerst bei einem Mann? Wenn Sie ihn von hinten sehen, am liebsten auf einen knackigen Po. Von Angesicht zu Angesicht zuerst in die Augen. Danach aber sofort auf die Hände! Allein deshalb sollten immer gepflegt sein. Wenn doch mal was einreißt, wie jüngst bei Jogi Löw, dann braucht Mann einen Feinschliff.

Aber nicht unbedingt während eines EM-Qualifikationsspiels vor einem Millionenpublikum: Nach einer eher schwachen ersten Halbzeit gegen Gibraltar, zog Löw beim Spielstand von 4:0 eine Nagelfeile raus (wohl dem, der alles bei sich hat!) und begann in aller Seelenruhe, seine Nägel zu bearbeiten - unter den scharfen Augen der RTL-Kameras. Die wohl eher zufällig eingefangene Maniküre des Weltmeistermachers löste denn auch umgehend einen Shit-Storm auf twitter aus.

Schon Großmutter mahnte: „Nur wenn Du denkst, Du bist alleine, mache Dir die Nägel reine.“ Oder mit der Hilfe einer professionellen Maniküre. Deshalb empfehlen wir auch Jogi, wenn’s um sein Händchen bei der Mannschaftsführung geht, den Besuch eines gepflegten Nagelstudios. Das wird ohnehin von immer mehr Männern aufgesucht, die mit den Nägeln auch ihr Image aufpolieren lassen.

Die Mode-Trends 2015

Safari

Chanel, Ralph Lauren und Rag & Bone begeben sich jenseits von Afrika auf Stilsafari und kombinieren Khakifarben zu Erdtönen und glamourösem Gold, langen Mänteln und Sandalen. Edle Stoffe wie Seide und Wildleder geben dem Look eine besondere Note. Toll dazu: Ethno-Accessoires.

Quelle: brigitte.de

New Denim

Auf den Fashion Weeks waren die Designer plötzlich alle verliebt in Denim von Kopf bis Fuß. Farblich lautet das Motto für 2015: Back to Basic. Die Töne reichen von Mittelblau bis zu dunklem Raw Denim, dabei verzichten die Designer auf Waschungen oder Dekor. Was die Schnitte und Formen angeht, wird Denim vielseitig: Jeansröcke in Mini- und Midilänge, weite Jeans-Culottes, Jeans mit Schlag, Jeansjacken, -Overalls und -Kleider. Alles ist erlaubt, solange Farbe und Waschung schlicht ist.

Clogs

Die Schuhe mit Holzsohle sind zurück – egal, ob als Sandale, Schlappen oder klassisch. Auf dem Laufsteg waren Clogs zum Beispiel bei Prada – in Kombination mit Söckchen – zu sehen. Günstigere Alternativen finden sich zum Beispiel bei Moheda, dem Klassiker aus Schweden, oder bei Softclox.

Niedliche Accessoires

Kulleraugen, Comic-Gesichter, Emoticons, und Sticker – überall ist es plötzlich niedlich, bunt und lustig. Schließlich darf man Mode mit Humor nehmen und nichts verpasst Ihrem Look so schnell ein Augenzwinkern wie bunte Ledersticker auf Ihrer Handtasche oder ein Portemonnaie im „Monster-Look“.

Siebziger

Was im letzten Jahr schon ordentlich Fahrt aufnahm, ist jetzt nicht mehr zu stoppen: die Schlaghose ist als „neue“ Hosenform quasi gesetzt, hippieske und bodenlange Kleider bestimmen den Sommer, Fransen, Silbersandalen und Blümchenblusen spielen die oscarverdächtigen Nebenrollen.

Gelb

Gelb ist auch im Frühjahr 2015 ein stilsicherer Begleiter in Richtung Sommer. Denn die Gute-Laune-Farbe bringt modische Mitspieler erst so richtig schön zur Geltung und ist ein beliebtes Kontrastmittel – sei es ein sonnengelber Rock zum dunkelblauen Jeanshemd oder ein zitrusfarbener Mantel zum Khaki-Look.

Overall

Bereits letzte Saison der heimliche Liebling der Designer, avanciert der Overall nun zum lässigen Sommerstar. Und zeigt sich vielseitig wie nie. Ob zarte Nude-Töne oder maskuliner Workwear-Look: mit hohen Schuhen, Taillenbetonung, Schmuck und roten Lippen bleibt’s trotzdem schön weiblich.

Marsala

Marsala heißt die Pantone-Trendfarbe fürs neue Jahr und ist – wie der gleichnamige sizilianische Likör – ein Mix aus Rostbraun und Dunkelrot. Die eigentlich eher herbstlich anmutende Farbe ist das Schlüsselelement vieler aktueller Sommerkollektionen und lässt sich von Kopf bis Fuß tragen. Aber auch Nude-und Erdtöne, Weiß, Grau oder Schwarz sind eindrucksvolle Gegenspieler.

Spitze

Ein Frühling, in dem Spitze kein Trend war, gibt es vermutlich nicht. Zumal die neue Hochzeitssaison vor der Tür steht und die Dessins gar nicht zart genug sein können. Trotzdem, Spitze ist spitze und getragen wird sie diese Saison entweder pur oder im raffinierten Stilmix mit groben Stoffen wie Strick, Wolle oder Leder.

Orange

Sie ist mutig und lässt in diesem Frühjahr und Sommer leuchten: orange ist eine der neuen Trendfarben 2015 und macht bereits jetzt Lust auf die Sonne. Ob als Rüschen-Top mit blaugrauem A-Linien-Rock oder als Allover-Look – Orange sind 2015 fast keine Grenzen gesetzt. Wer es lieber langsam angehen möchte, kombiniert einen orangefarbenen Blazer mit einem weißen Top und einer zartblauen Stoffhose. Auch harte Kontraste sind erlaubt. So bilden Modefarbe Orange und Dauerbrenner Schwarz ein ideales Paar. Cremetöne sind ebenfalls erlaubt, wenn es der Teint hergibt. Dazu goldener Schmuck.

Zwischendurch kann Mann auch selbst Hand anlegen: Zuerst werden Hände und Fingernägel gründlich gesäubert, am besten mit Wasser und Seife und einer nicht zu harten Nagelbürste. Danach gründlich abtrocknen. Feuchte und weiche Nägel reißen leicht – was vielleicht auch Jogis Problem war. Oder er hat wie viele Männer lediglich einen Nagelknipser oder eine Nagelschere zum Kürzen der Fingernägel benutzt. Dadurch entstehen leicht scharfe Ecken, die dann einreißen.

Also doch besser Feinschliff. Als Werkzeug kommen verschiedene Feilen in Betracht. Schonender als mit den herkömmlichen zweiseitigen Metallfeilen, lässt sich mit hochwertigen Sandpapierfeilen arbeiten oder langlebigen Glasnagelfeilen, die zudem den Nagel noch leicht versiegeln.

Auch die empfindliche Nagelhaut braucht Pflege. Nachdem sie in einem milden Handbad oder mit einem Klecks Nagelcreme geschmeidig gemacht worden ist, wird sie mit einem Nagel-Huf oder einem Rosenholzstäbchen sanft zurückgeschoben. Verletzte Nagelhaut entzündet sich leicht, deshalb besser nicht schneiden, und wenn nötig, lieber den Profi ranlassen. Zum Schluss wird poliert. Damit werden auch Unregelmäßigkeiten und Rillen geglättet.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Alexander Basta

Inge Hufschlag

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Und: Er ist noch lange kein Lackaffe, wenn er seinen Nägel ein Finish spendiert. Dafür hat die Kosmetik-Industrie für ihre umworbene männliche Kundschaft farblose Lacke entwickelt, die nicht glänzen.

Noch ein Grund, Nägel zu beschichten: Nicht nur kleine Jungs kauen oft schwer an ihren Problemen und gleichzeitig an den Nägeln. Das kann ein Desaster im männlichen Erscheinungsbild sein. Man kann ja nicht ständig seine Hände hinterm Rücken verstecken. Dann helfen nur noch künstliche Fingernägel aus einem speziellen Gel. Das ist einfach zu hart, um drauf rumzukauen.

Bei Frauen mögen lange Fingernägel vielleicht als sexy angesehen werden, bei Männern wirken sie ungepflegt, ebenso wie eingerissene Nagelhaut oder Verfärbungen. Fingernägel sollten beim Mann nie über die Fingerkuppe hinausragen. Ausnahme: vornehme Chinesen. Die lassen schon mal den Nagel des rechten kleinen Fingers zentimeterlang wachsen, als Statussymbol, dass sie nicht mit den Händen arbeiten müssen.

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