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13.09.2014

18:02 Uhr

Dress for Success

Prada direkt vom Teufel

VonInge Hufschlag

Nachtaktives Shoppen statt gähnender Leere in den Läden. Gibt’s zum Beispiel dann, wenn das Mode-Magazin Vogue zu „Fashion’s Night out“ einlädt. Das Event zeigt: Mode mit Mehrwert ist gefragter denn je.

Nachtaktives Shoppen im Konzeptstore „Apropos“ in Düsseldorf: Überall blitzen die blauen Vogue-Taschen auf.

Nachtaktives Shoppen im Konzeptstore „Apropos“ in Düsseldorf: Überall blitzen die blauen Vogue-Taschen auf.

DüsseldorfNachts einkaufen ist keine Kunst. Die unter seniler Bettflucht leidende Großmutter macht’s zapp-zapp bei QVC und anderen illustren Einkaufskanälen, die rund um die Uhr Saftpressen, Wickelkleider und Modeschmuck verscheuern und dafür Werbefiguren wie Harald Glööckler anheuern. Die Mutter hat den Luxus-Onliner mytheresa.com für sich entdeckt, und die Enkelin die große Auswahl unter jeder Menge modernen Modeversendern – von der häkelnden Hausfrau über Otto bis zur Massenware aus Wer-weiß-nicht-wo. Stündlich werden weitere Anbieter unter der Hand per Handy weitergegeben und im Netz nachgeappt.

Aber ist das auch der viel zitierte Erlebnis-Einkauf? Eher nicht. Lifestyle ohne Leben. Online-Einkauf macht einsam. Meistens. Es sei denn, man trifft sich mit Mädels beim Eintreffen der Pakete zum Kaffeeklatsch oder Pro Secco und schreit zusammen vor Glück. Ist aber auch nicht neu. Gab’s schon in den 70-er Jahren auf dem Land, wenn die Pakete von Neckermann oder vom Quelle-Versand drinnen in der Wohnung eintrafen. Beratung draußen im Fachhandel gibt’s so gut wie gar nicht mehr. Wenn doch, ist dort meist noch gut zu tun.

Einmal im Jahr ist nach Ladenschluss richtig was los in den Läden, zumindest in manchen Metropolen. Dann, wenn das renommierte Mode-Magazin Vogue zu „Fashion’s Night out“ einlädt. Motto: „A Global Celebration of Fashion“. In diesem Jahr bereits zum sechsten Mal und in 18 Ländern, von Sydney über Schanghai, Mumbai, Moskau, Istanbul bis Rom und Mailand. In Deutschland sind die Bundeshauptstadt und der NRW-Metropole mit von der Partie. In Berlin war am 4. September der Bär los, in Düsseldorf brummte es eine Nacht später. In beiden Mode-Städten beteiligten sich je rund 125 Designer-Stores und Labels an der Modenacht. Das Konzept: Die frischt eingetroffene Herbst-/Winterware pushen.

Natürlich sind die ganz Großen dabei: Gucci, Prada, Cucinelli, Louis Vuitton, in Berlin die neu eröffnete Concept Mall Bikini Berlin. In Düsseldorf beteiligte sich erstmals das neue Breuninger-Kaufhaus am Rhein. Hauptsponsor Mercedes chauffierte die nachtaktiven Fashion Victims zu den Hot Spots der Mode. Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp war an möglichsten vielen Verkaufsorten Ort dabei, plauderte entspannt mit Kaufleuten und Kunden.

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